Evelino Leonardi, Atlantis und die Riesen

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Abb. 1 Das Frontcover von Evelino Leonardis Buch aus dem Jahr 1937

(red) Evelino Leonardi (1871-1939) war ein in Rom beheimateter Arzt und Amateur-Archäologe, der, wie Tony O’Connell feststellt, davon überzeugt war, dass Atlantis einst in Italien lag. Als dessen Relikte betrachtete er u.a. die Überreste uralter Zyklopenmauern, die noch heute auf dem Monte Circeo an der italienischen Westküste, südlich von Rom, zu besichtigen sind. [1]

Seine Ideen und Erkenntnisse zur Prä- und Protohistorie veröffentlichte Leonardi, wie wir bei O’Connell weiter erfahren, in seinem 1937 erschienenen Werk "Le origini dell’uomo". (Abb. 1) [2] In diesem Buch präsentierte er u.a. die Vorstellung, der sagenhafte Tritonsee habe nicht - wie zumeist vermutet - in Nordafrika gelegen, sondern im westlichen Mittel-Italien, in der Nähe des heutigen Tyrrhenischen Meeres und dass sich dort auch die mythische Insel oder Halbinsel Tirrenide befunden habe. Nach dem Untergang von Atlantis, also großer Gebiete der ursprünglichen italienischen Halbinsel (Abb. 2), seien Überlebende der dort beheimateten Kultur nach Ägypten ausgewandert. [3]

Ein weiteres zentrales Interessengebiet von Evelino Leonardi war die Riesenforschung. Dazu findet sich ein interessanter Kurzbericht von Eugen Georg [4] aus dem Jahr 1931: "Der italienische Gelehrte Evelino Leonardi, der sich die Aufspürung der Titanenrasse zur Lebensaufgabe gemacht hat, ist kürzlich bei Kap Anxur, an der tyrrhenischen Küste, auf phantastische Überreste menschlicher Urkultur gestoßen. Unweit der kleinen Seestadt Terracina, wo der Sage nach Circe ihre Bewunderer in Säue verwandelte, will er das Geheimnis entschleiert haben, das die versunkene Welt der Urriesen seit Ewigkeiten verbirgt. So treten die Giganten, die in der Mythologie fast aller Völker wiederkehren, zum ersten Male wissenschaftlich approbiert in die Wirklichkeit.

Abb. 2 Das urzeitliche, 'atlantidische' Italien mit heute im Mittelmeer versunkenen Landgebieten, wie Leonardi es 1937 präsentierte.

Die Felsenkuppel des Pisco Montano, die unvermittelt aus der Ebene aufragt, hat mit ihren Konturen, Schatten und Lichtreflexen Anlaß zu dieser sensationellen, fast unglaublich klingenden Entdeckung gegeben. Eines Tages bohrte der Gelehrte Leonardi sein Grüblerauge tief in diesen Fels hinein. Und siehe da: eine Sphinx schien ihn aus verschatteten Augen höhnisch anzustarren, während ein noch boshafteres Lächeln über ihre Lippen spielte. Der im Sonnenlicht brennendrote Abhang dünkte ihn wie die Brust eines gewaltigen Phantoms, dessen wuchtende Tatzen dem nahen Meere entgegenstrebten.

So täuschend ähnlich konnte die Natur kein Schreckbild formen; das mußte Werk von Menschenhand sein. Und also stellte Leonardi, im Banne dieser Vision und einer plötzlichen Eingebung folgend, am Fuße des Gebirges ausgedehnte Untersuchungen an. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen.

Zuerst wurde eine sorgfältig geglättete Felswand freigelegt, die mit rätselhaften Inschriften bedeckt war. In unmittelbarer Nähe fand man dann seltsame Steinfragmente, versteinerte menschliche Organe, Herzen, Hoden und Nieren, an denen selbst die Aderansätze noch deutlich zu erkennen waren.

Da der Forscher nicht an kultische Votivgaben glauben wollte, sondern zur Ansicht neigte, daß es sich um Versteinerungen handelte, grub er vorläufig geduldig weiter. Bis er einen riesenhaften Meißel fand, wie er nötig gewesen sein mußte, um die gigantischen Buchstaben in den Fels zu hauen. Die chemische Analyse des Meißels ergab ein Eisen von einer Reinheit, wie es im natürlichen Zustande bisher noch nie angetroffen wurde. Die Bearbeitung dieses Eisens mußte in der Tertiärzeit erfolgt sein, da die Gesteinsschicht, in der die Funde lagerten, dieser Entwicklungsperiode der Erde angehört." [5]

Weiter heißt es bei E. Georg: "Als Leonardi von mehreren italienischen Geologen seine gesteinskundlichen Vermutungen bestätigt hörte, zweifelte er nicht länger mehr, daß es sich um meteorisches Eisen aus den fernsten Zeitläufen handelte. Also kombinierte er den Meißel und die aufgefundenen Organe zu folgender Theorie:

Die Funde stammen aus einer Zeit, die weit vor jener liegt, in der bisher fossile Überreste nachgewiesen worden sind. Die seltsamen Herzen, Hoden und Nieren sind ohne Zweifel Versteinerungen, die sich unter noch seltsameren Umständen gebildet haben. Demnach muß an dieser Stelle vor urvordenklichen Zeiten eine Menschenrasse von kaum vorstellbaren Dimensionen gelebt haben, die es mit Riesenmeißeln fertigbrachte, in den Pisco Montano die Züge ihrer Gottheit einzugraben. [...] Und jetzt wartet die Natursphinx des Vorgebirges von Terracina, die auf ihrem Rücken die Trümmer eines dem Jupiter Anxur geweihten Tempels trägt, mit einem zweifelnden Grinsen auf das Urteil der Wissenschaft." [6]


Bücher von Evelino Leonardi


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Tony O’Connell bei Atlantipedia.ie, unter: Leonardi, Evelino (a), 9 June 2010 (abgerufen: 30. Sept. 2014)
  2. Siehe: Evelino Leonardi, "Le origini dell’uomo" (Die Ursprünge des Menschen), Mailand (Corbaccio), 1937
  3. Quelle: Tony O’Connell, op. cit. --- Anmerkung: O’Connell fügt ergänzend an, dass Evelino Leonardis lange Zeit in Vergessenheit geratenes Werk in jüngeren Jahren - zumindest in Italien - wieder auf einiges Interesse gestoßen ist. So hat z.B. der zwischenzeitlich verstorbene Autor Gianluigi Proia auf der Webseite circei.it eine Reihe von Atikeln veröffentlicht, in denen er Leonardis Theorien untersützt. Siehe z.B.: Gianluigi Proia, "Atlantide era in Italia? Dal Circeo un indizio". Ebenfalls in italienischer Sprache ist online übrigens auch dieser in Hinsicht auf Leonardis Arbeit interesante Artikel zu finden: o.A., "Ritorno alle Origini, Primato Italico e Umanesimo: un omaggio a EVELINO LEONARDI", bei: ARTI MINERVALI; außerdem: vimana131, "La Terra di Saturno e le Quattro Rome", bei ufoforum.it (alle Links abgerufen: 30. Sept. 2014)
  4. Anmerkung: Was Eugen Georg betrifft, sind soweit uns bisher bekannt ist keine biographischen Daten überliefert. Jedenfalls war er ein schreibfreudiger Anhänger von Hanns Hörbigers Welteislehre - Kurt Bilau erwähnte ihn 1935 lobend als "fleißige[n] Datensammler" (Quelle) -, der u.a. diverse Beiträge für das WEL-Periodikum "Schlüssel zum Weltgeschehen - Zeitschrift für Freunde der Welteislehre" und dessen Nachfolge-Publikation "Zeitschrift für Welteislehre - Organ der Gesellschaft zur Förderung der Welteislehre e.V. Berlin" verfasste.
  5. Quelle: Eugen Georg, in: "Schlüssel zum Weltgeschehen", Heft 2/3, 1931, S. 79-81, R. Voigtländers Verlag - Leipzig; nach: WFG - Privatinstitut für Welteislehre, unter: "Versteinerte Schuhsohle und riesiger Meißel" (abgerufen: 30. Sept. 2014)
  6. Quelle: ebd.

Bild-Quellen:

1) LA CITTADELLA - TRADIZIONE ROMANO-ITALICA, unter: L'Italia Atlantica e i rapporti con la Tradizione di Roma (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Simmetria - associazione culturale di studi e ricerche sulle tradizioni spirituali, unter: Giuseppe Brex e il primato Italico (di Paolo Galiano) (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)