Intrusion (Archäologie)

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Definition

Abb. 1 Der von Dr. Hans Reck 1913 in einer eine halbe Million Jahre alten Schicht der Olduvai-Schlucht entdeckte menschliche Schädel wurde von der Fachwelt als 'Intrusions-Fund' deklariert, da er die gängigen Vorstellungen zum Alter der Menschhei infrage stellte.

(red) Der Terminus 'Intrusion' findert in einer Reihe von Fachwissenschaften Verwendung. [1] Die Archäologie betreffend, wird er bei aegyptologie.com folgendermaßen definiert: "Der Begriff kommt aus dem Englischen und wird mit Eindringen übersetzt. In der Archäologie/Ägyptologie wird er sinngemäß als Bezeichnung für ein späteres Eindringen benutzt, bei der die ursprüngliche archäologische Situation zerstört wurde." [2]

Kontroversen

Während die Deklarierung archäologischer Entdeckungen als 'Intrusions-Funde' in den meisten Fällen unstrittig ist [3], erfolgt sie offenbar 'reflexartig' immer dann, wenn die betreffenden Fundobjekte in solchen Strata gefunden werden, in denen sie den Paradigmata und Lehrmeinungen der meisten Fachwissenschaftler zufolge nichts zu suchen haben und mithin geeignet sind, lieb gewordene - bisweilen 'mit Zähnen und Klauen' verteidigte - Vorstellungen zur Menschheits- und Zivilisationsgeschichte zu erschüttern.

Als Beispiel hierfür sei die Kontroverse um einen Fund genannt, den der deutsche Geologe Dr. Hans Reck im Jahr 1913 im ostafrikanischen Tansania machte. Dort stieß der Wissenschaftler damals in der Olduvai-Schlucht auf das Skelett eines modernen Menschen, dessen Schädel durch den enormen Druck des ihn umgebenden Gesteins deformiert war. (Abb. 1) Das Problematsche an Recks Entdeckung war, dass dieses Skelett in einer Schicht gefunden wurde, die ein Alter des Spezimens von ca. einer halben Million Jahren nahelegte - was in krasser Weise den gängigen Vorstellungen zur Entwicklungsgeschichte des Homo sapiens widersprach. Nach einem wilden Gelehrtenstreit entschied man später 'höheren Ortes' - trotz einer alles andere als eindeutigen Beweislage -, es handele sich um ein intrusiv eingelagertes Skelett mit einem Alter von nur ca. 17.000 oder 20.000 Jahren. [4]

Ähnlich gelagert ist der Umgang der Establishment-Anthropologie und -Archäologie mit Fundgut aus in der Pendejo-Höhle, New Mexico. Dort wurden 1n den 1990er Jahren unter Leitung des Archäologen Richard MacNeish u.a. unterschiedliche Hinterlassenschaften von Menschen ausgegraben, die von ihm auf ein Alter von bis zu 51.000, womöglich sogar 75.000 Jahren datiert wurden. Damit waren diese Funde zehntausende von Jahren älter als die Clovis-Kultur, womit sie nach konventioneller Ansicht eigentlich nicht existieren dürften. Auch hier entledigte man sich in MacNeishs Kollegenkreis des Problems, indem man hinsichtlich aller missliebigen Fundstücke Intrusion ins Spiel brachte. Diese sei aufgrund des "Vorhandenseins der Bauten von Nagetieren" in der Höhle zu vermuten, welche die "Verschiebung einiger Relikte in ältere Schichten" verursacht haben könnten. [5] Auch was den Fund einer antiken römischer Münze tief im Inneren eines Mounds bei Round Rock, Texas, betrifft, machten 'Intrusions-Fans' geltend, die Münze sei erst - wie auch immer - in postkolumbischer Zeit auf die Oberfläche des Mounds gefallen und nachfolgend "von Nagetieren und Baumwurzeln" auf dessen Grund transportiert worden. [6]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Intrusion" (abgerufen: 26. September 2018)
  2. Quelle: Taharqa und Iufaa, "Intrusion", 21.07.2003 und 14.04.2005 (Bearbeitung) bei ÄGYPTOLOGIE-COMMUNITY (Forum) (abgerufen: 26. September 2018)
  3. Siehe z.B.: Bernhard Beier, "Ein Riesenfund im Jo Daviess County, Illinois (1883/1884)"
  4. Siehe: Richard L. Thompson (Sadaputa Dasa), "Dr. Recks kontroverser Fund"
  5. Siehe dazu: Bernhard Beier, "Kennen Sie die Pendejo-Höhle in New Mexico?"
  6. Siehe: William R. Corliss, "Die alten Römer in Texas?" (1993)

Bild-Quelle: