J. Rufus Fears

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Abb. 1 Prof. Dr. J. Rufus Fears (1945-2012)

(red) Prof. Dr. J. Rufus Fears (Abb. 1) (*7. März 1945 - †6. Oktober [1] 2012) war ein US-amerikanischer Historiker und Altphilologe sowie Lehrer und Autor auf den Gebieten der Alten Geschichte und der Geschichte der Freiheit (history of liberty), der in Form seiner vehementen Kritik an den kretisch-minoischen Atlantis-Hypothesen [2] einen bedeutsamen Beitrag zum modernen atlantologischen Diskurs lieferte.

Abb. 2 Das Cover von 'Atlantis: Fact or Fiction?' (1978), zu dem auch J. Rufus Fears als Ko-Autor einen Beitrag leistete.

Seine akademische Laufbahn begann der, in Atlanta (Georgia) geborene, J. Rufus Fears als Student an der Emory University, wo er 1966 seinen Bachelor-Grad (BA) in Geschichte und Altphilologie mit dem Prädikat summa cum laude erwarb. Dort wurde er auch in die akademische Elite-Vereinigung Phi Beta Kappa aufgenommen. Danach setzte er seine Studien an der Harvard University fort, wo er zunächst zum Magister (MA) und schließlich zum Doktor (PhD) der Klassischen Philologie avancierte. Seine Dissertation zu religiösen Aspekten der imperialen Ideologie im Alten Rom, die 1977 auch in Buchform veröffentlicht wurde [3], stellte die bis dahin übliche, auf materielle Interessen und Netzwerke der Macht konzentrierte, akademische Betrachtungsweise römischer Geschichte infrage, indem sie die fundamentale Bedeutung von Ideen als Quelle politischer Legitimität deutlich machte. Diess epochale Werk markierte J. Rufus Fears Durchbruch als international renommierter Fachwissenschaftler, der zunächst an der Indiana University lehrte, und später an die Boston University berufen wurde, wo er als Ordinarius der Fakultät für Klassische Studien wirkte.

1990 nahm Dr. J. Rufus Fears seine Lehrtätigkeit an der University of Oklahoma auf, wo er bis zu seiner Pensionierung als Professor für die Geschichte des Klassischen Alterums arbeitete, und wo er zudem einen Lehrstuhl für die 'Geschichte der Freiheit' (Libby Blankenship Chair in the History of Liberty) innehatte. Aufgrund seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistungen wurde ihm dort die David Ross Boyd Professorship of Classics zuerkannt, und wegen seiner außergewöhlichen Fähigkeiten in Bereich der Lehre wurde J. Rufus Fears von den Studenten der University of Oklahoma drei mal zum 'Professor des Jahres' gewählt. Zudem wurde er von der Oklahoma Foundation for Excellence als Empfänger der Medal for Excellence in College and University Teaching benannt.

Neben seiner Professorentätigkeit hielt J. Rufus Fears auch zahlreiche populärwissenschaftliche Vorträge in vielen Teilen der USA und war als Herausgeber und Autor diverser Sachbücher und Monographien aktiv, wie z.B. “The Cult of Jupiter and Roman Imperial Ideology” (1981) und "The Theology of Victory at Rome" (1981). Zu den Höhepunkten seines Engagements als Herausgeber gehört eine dreibändige Edition der “Selected Writings of Lord Acton". Bereits 1978 hatte er sich als Ko-Autor an der Abfassung des fast legendären, von Edwin S. Ramage herausgegebenen, Werkes "Atlantis: Fact or Fiction [4] (Abb. 2) beteiligt, (bei aller angebrachten Kritik) einer der wenigen forschungsrelevanten, zeitgenössischen Publikationen zur Diskussion des Atlantis-Problems aus dem universitären Bezirk.

Aus Fears dort enthaltener Abhandlung zitiert Andrew Collins [5] den Professor folgendermaßen zu seiner - an Deutlichkeit kaum zu überbietenden - Zurückweisung der vor allem unter Berufswissenschaftlern lange recht populären 'Minoer-Hypothese': "Es ist beunruhigend, dass ernsthafte Wissenschaft im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts noch immer bemüht wird, um die Möglichkeit zu debattieren, dass Platos Atlantis eine Erinnerunng an das minoische Kreta darstelle. Selbst bei einem oberflächlichen Streifblick erweist sich die Gleichsetzung von Atlantis mit dem minoischen Kreta als ein Gespinst [orig: tissuework; d.Ü.] aus Verfälschungen, ein fadenscheiniges Kartenhaus, konstruiert mittels Anhäufung dubioser Hypothesen auf reiner Spekulation, zusammengekittet mit falschen und irreführenden Erklärungen und trügerischer Argumentation." [6]


Anmerkungen und Quellen

Vorwiegend verwendete Materialien:


Einzelverweise:

  1. Quelle: In Memoriam - J. Rufus Fears, Ph.D, March 7, 1945 - October 7, 2012, bei: HAVENBROOK FUNERAL HOME ; Anmerkung: Im Text des Nachrufs wird - entgegen der Angabe in der Überschrift - Samstag, der 6. Oktober 2012, als sein Todestag angegeben. Da auch in einem anderen Nachruf (siehe: "OU professor J. Rufus Fears dies", bei: NEWSOK, 7.10.2012) unter Verweis auf Informationen der University of Oklahoma, der 6. Oktober angegeben wird, haben wir uns für die Angabe dieses Datums entschieden.
  2. Siehe zu diesen bei Atlantisforschung.de: "Ägäische Inseln" (red) und diverse Beiträge in der Sektion "Die Ägäis als Feld der modernen Atlantisforschung" sowie: "Kretominoische Atlantis-Hypothesen" (Tony O’Connell)
  3. Siehe: J. Rufus Fears, "Princeps a diis electus: the divine election of the emperor as a political concept at Rome", American Academy, 1977
  4. Siehe: Edwin S. Ramage (Hrsg.); Autoren: John V. Luce, S. Casey Fredericks, J. Rufus Fears, Dorothy B. Vitaliano, Herbert E. Wright Jr., "Atlantis: Fact or Fiction - Essays on the literary, mythological, historical and geological possibilities of the actual existence of Atlantis", Indiana University Press, 1978
  5. Siehe: Andrew Collins, "Gateway to Atlantis", London (Headline), 2000, S. 41
  6. Quelle: J. Rufus Fears (in: Ramage, op. cit.); Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de nach: Tony O’Connell, "Fears, J. Rufus (N)", bei: Atlantipedia.ie


Bild-Quellen:

(1) Tony O’Connell, "Fears, J. Rufus (N)", bei: Atlantipedia.ie

(2) Bild-Archiv Atlantisforschung.de