Michael Jaye

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Forscher- und Autorenportrait

von Tony O’Connell

Abb. 1 Der amerikanische Neo-Katastrophist Dr. Michael Jaye

Michael Jaye (Abb. 1) ist außerordentlicher Professor an der Naval Postgraduate School in Monterey, Kalifornien [1]. Er ist ein eingeschworener Katastrophist, der sich auf Kometen-Impakte konzentriert. Bei einem Vortrag vor der Geological Society of America im Jahr 2011 beschrieb er zwei wichtige Ereignisse in der Erdgeschichte, die tiefgreifende Auswirkungen auf die Erde und das Leben auf ihr hatten. Das erste war ein Doppel-Einschlag vor 65 Millionen Jahren, der allgemein als Auslöser für das Aussterben der Dinosaurier akzeptiert wird, und das zweite fand vor 460.000 Jahren statt.

In einem Vortrag mit dem Titel "Resolving the Problem of Atlantis" im April 2015 erweiterte er seine ursprünglichen Ideen [2] und führt ein drittes Ereignis vor 13.000 Jahren ein, als ein weiterer Kometen-Einschlag eine enorme Menge Wasser auf die Erde gebracht haben soll, das die zuvor getrennten Meere und Ozeane miteinander verband.

Abb. 2 Diese Darstellung eines Bereichs des atlantischen Meeresbodens von Google Earth, die im Jahr 2009 für einigen Rummel in der Presse und im Internet sorgte, zeigt keineswegs versunkene menschengemachte Strukturen der Vorzeit, sonden stellt lediglich ein 'elektronisches Artefakt' dar, einen technischen Fehler bei der Bilderstellung.
Abb. 3 Hier das Front-Cover von Michael Jayes Buch aus dem Jahr 2017

An dieser Stelle führt Jaye Atlantis ein, oder genauer gesagt das vermeintliche Bild von Atlantis im Atlantik bei Google (Abb. 2), von dem er behauptet, dies sei die Ebene von Atlantis gewesen. Wie ich bereits an anderer Stelle bemerkt habe, zeigt das fragliche Bild Linien, die Kilometer breit sein müssten [...] und daher auch zu breit sind, um die von Plato beschriebenen Bewässerungsgräben gewesen zu sein. Die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration hat auch die albernen Atlantis-Behauptungen, die durch diese Bilder erzeugt wurden, entlarvt [3] [4]. Das Problem bleibt jedoch, dass einige Leute glauben, was sie glauben wollen, nicht aber das, was bewiesen werden kann.

Jaye akzeptiert die Erklärung für diese anomalen Linien von Google nicht und schließt sich Verschwörungstheoretikern an. Ich persönlich denke, dass er sich an die Geologie halten und das Thema Atlantis anderen überlassen sollte.

Jaye hat mir auch einen Link [5] zu einem Video eines seiner Vorträge übermittelt. Darin führt er seine Behauptung aus, dass der größte Teil des Wassers der Erde das Ergebnis einer Kollision mit einem eisigen Kometen vor etwa 12.800 Jahren sei. Das weit verbreitete Vorkommen fossiler Fische übersteigt jedoch bei weitem die von Jaye vorgeschlagenen Gebiete, die von ursprünglich durch nicht verbundene Gewässer eingenommen gewesen sein sollen. Dies ist nur eine von vielen von ihm präsentierten Ungenauigkeiten. Seine Ideen können auf der Webseite von Graham Hancock [6] und in seinem 2017 erschienenen Buch The Worldwide Flood (Abb. 3) [7] gelesen werden.

Jaye kann nicht erklären, wie die von ihm behauptete relativ rezente Übernahme des größten Teils ihres Wassers durch die Erde zu den wiederkehrenden Eiszeiten passen soll, die unser Planet über viele Millionen Jahre hinweg erlebt hat. Die Eiszeittheorie ist gut etabliert, aber seiner Meinung nach hätte die Erde in dieser Zeitspanne nicht genug Wasser gehabt, um die Gletscher zu produzieren, die große Teile des Globus umhüllten, manchmal bis zu einer Höhe von 3 oder 4 km, was zu einer messbaren postglazialen isostatischen Landhebung führte, die wir noch heute erleben.



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Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde seiner atlantologischen Online-Enzyklopädie Atlantipedia.ie entnommen, wo er am 12. April 2015 unter dem Titel "Jaye, Michael" erstveröffenlicht wurde. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung nach dem Stand vom 29. Mai 2020 durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

  1. Siehe: Linkedin.com, unter: "Michael Jaye" (abgerufen: 27. Mai 2020)
  2. Siehe: The Explorers Club, unter: "NYC - Public Lecture Series featuring Michael Jaye - Resolving the Problem of Atlantis" (abgerufen: 27. Mai 2020)
  3. Siehe: o.A., "Did I find the lost underwater civilization of Atlantis?", undatiert bei National Ocean Service / National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) (abgerufen: 29. Mai 2020)
  4. Red. Anmerkung: Zu den von Tony konstatierten "albernen Atlantis-Behauptungen" iat anzumerken, dass Michael Jaye offenbar der einzige namhafte Forscher ist, der sich zu so etwas hat hinreißen lassen. Tatsächlich ist das 'Googleatlantis', welches 2009 durch die Medien (vor allem durch's Internet) spukte, eine Erfindung der Presse, und auch die NOAA ist mit der Überschrift ihres Artikels lediglich auf einen 'fahrenden Geisterzug' aufgesprungen. Siehe dazu ausführlich: Bernhard Beier, "Googleatlantis – Die angebliche "Lokalisierung" des Bernie Bamford - Über einen zeitgeschichtlichen Treppenwitz in Sachen Atlantis - und ein journalistisches Armutszeugnis der Extraklasse"
  5. Siehe: The Explorers Club, "Public Lecture Series featuring Michael Jaye", Video (49:49 Min.), bei vimeo.com (abgerufen: 29. Mai 2020)
  6. Siehe: Michael Jaye, "The Worldwide Flood: Unifying Science With The Human Narrative Tradition", 01. Oktober 2017, bei grahamhancock.com (abgerufen: 27. Mai 2020)
  7. Siehe: Michael Jaye (Ph.D.), "The Worldwide Flood: Uncovering and Correcting the Most Profound Error in the History of Science", Bloomington, IN (Archway Publishing), Juni 2017, ISBN-10: 1480844314 / ISBN-13: 978-1480844315

Bild-Quellen:

1) Michael Jaye / Bild-Archiv Tony O’Connell (Atlantipedia.ie)
2) Google Earth / Bild-Archiv Tony O’Connell (Atlantipedia.ie)
3) Archway Publishing / Bild-Archiv Atlantisforschung.de