Puerto de Santa Maria - Atlantis II in Iberien

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von unserem Gastautor Jürgen Hepke

Abb 1 Künstlerische Darstellung von Tartessos, dem bronzezeitlichen Atlantis Iberiens, das Jürgen Hepke als zweites historisches Vorbild für Platons versunkenes Reich betrachtet.

Platon gibt in seinem Bericht über Atlantis [1] zwei eindeutige geographische Hinweise für die Lage. Erstens: Atlantis lag hinter den Säulen des Herkules ("hyper ten heraklei nyssai"). Das griechische Wort "hyper" kann sowohl "jenseits", "über", "hinter" und noch etliches andere, das aber hier nicht interessant und anwendbar ist, bedeuten.

Nimmt man es im Sinne von "hinter" oder "über" und betrachtet diese Aussage vom Standpunkt der damaligen Seefahrt, welche die einzige Möglichkeit darstellte, Atlantis zu erreichen, so lag es an der Küste Iberiens oder Afrikas, nachdem man die Straße von Gibraltar passiert hatte. Denn die Seefahrt in dieser Zeit war nahezu ausschließlich Küstenfahrt. Über das offene Meer, das durchweg als "Ozean" bezeichnet wurde, fuhr man nur ,wenn man mit Sicherheit und aus Erfahrung wusste, dass hinter dem "Ozean" das Land lag, das man in absehbarer Zeit, d.h. in wenigen Tagen, erreichen konnte. Hinter der Straße von Gibraltar gab es aber zur Zeit Platons kein derartiges Land.

Der zweite eindeutige Hinweis im Bericht ist der, dass das Land, welches sich an Atlantis nach Süden zu anschloss, das Land Gadeiros war. Gadeiros ist aber unbestritten das spätere Gades oder Cádiz. Damit ergibt sich eindeutig die Lage des von Platon beschriebenen Atlantis [2] in Südiberien nördlich des gadeirischen Berglandes. Afrika scheidet aus und darüber hinaus alle übrigen Orte auf der Welt, die noch nach den übrigen Beschreibungsmerkmalen in Frage kämen.

Dies ist nicht neu und es gab und gibt etliche Atlantisforscher, die Atlantis aus diesem Grund in Andalusien, das arabisch "andaluz" heißt und damit sprachlich gar nicht weit vom ägyptischen "Atlantis" entfernt ist, sehen. Bisher wurden ihre Begründungen aber nicht als ausreichend angesehen. Dies veranlasste den deutschen Atlantisforscher Adolf Schulten Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in der Art Schliemanns im Delta des Guadalquivir an verschiedenen Plätzen nach Atlantis zu graben. Er opferte dafür sein ganzes Vermögen und blieb doch ohne Erfolg. Den voraussichtlich richtigen Platz zu finden, blieb der einheimischen Stadtarchäologie von Puerto de Santa Maria, einer kleinen Stadt zwischen Cádiz und Xeres de la Frontera, vorbehalten.

Sie führt seit 1978 Ausgrabungen auf dem Hügel der "Dama Blanca" durch , der ca 10 Km vom Hafen der Stadt entfernt vor einem 124m hohen Berg liegt. Von diesem Berg kann man deutlich die beiden genannten Städte, die umgebende Ebene, das Meer und den hineinmündenden Fluss Guadalete erkennen. Es handelt sich damit um eine strategisch günstige Lage zur Gründung einer Stadt [3], und man fragt sich, warum nicht schon Schulten diesen Platz in seiner Bedeutung erkannt hat.

Abb. 2 Die geographische Lage von 'Atlantis II' (Bild-Archiv Jürgen Hepke)

Nach den bisher gewonnenen Ausgrabungsergebnissen handelt es sich wahrscheinlich um den Stadthügel der sagenhaften Stadt "Tartessos" (Abb. 1) [4] der Zeit zwischen 1000 und 500 v. Chr.. Sie wurde wahrscheinlich durch die Karthager vernichtet. Unter den Trümmern und einer Erdschicht dürften darunter die Reste der Stadt "Tharsis" der Zeit von ca 1600 bis 1250 v. Chr. liegen, die als das "Atlantis" der Bronzezeit von Platon beschrieben wurde und in einer Naturkatastrophe unterging. Bis 1998 wurden in dem Stadthügel (Tell) (Abb. 3) bereits sechs übereinander liegende Besiedlungsschichten mit deutlichen Hinweisen auf Handelsbeziehungen zu den griechischen Thalassokratien gefunden.

Das "Reich von Tartessos" (Abb. 4) (+4) und das vorhergehende Land "Atlantis" der Bronzezeit umfassten nach heutigem Kenntnisstand darüberhinaus auch andere alte Städte wie Huelva, Niebla und Carambolo, in denen bedeutende Funde aus der Bronzezeit gemacht wurden. Außerdem beginnt man in dem die andalusische Ebene "nach Norden gegen die kalten Winde abschirmenden Bergzug", den Platon anführt und der heute Sierra Morena heißt, die alten Kupfer- und Goldminen aus der Bronzezeit wieder zu entdecken, die den von Platon genannten Metallreichtum des Landes [5] begründeten. Die Ebene Andalusiens wird noch heute von Kanälen entsprechend Platons Beschreibung durchzogen.

Andere Merkmale der Beschreibung Platons wie zwei Ernten im Jahr, feuchte Winde des Atlantiks, Funde von Elefantenresten, Stier- und Pferdezucht, Megalithische Grabstätten, das Vorkommen von Erdbeben, ideale Lebensbedingungen für eine große Zahl von Menschen, das Wachsen aller erdenklichen Arten von Pflanzen und Bäumen werden ebenfalls noch heute von Andalusien erfüllt.

Wenn man die "dahinter liegenden Inseln" von Frankreich, England und Irland und das "gegenüberliegende Festland" von Holland, Deutschland und Dänemark [6] das sich bis Russland erstreckt, betrachtet, ist dieses Land wahrhaftig größer als "Libyen und Asien zusammengenommen", wie Platon behauptet. Das Rätsel von Platons Atlantis scheint also gelöst. Doch dies gilt nur für das Atlantis der Bronzezeit, das Platon beschreibt. Darüber hinaus gibt es noch das Atlantis, das in den Mythen vieler Völker Amerikas und Europas [7] unter den verschiedensten Bezeichnungen eine Rolle spielt und in einer furchtbaren Katastrophe, die einen Großteil der Menschheit hinwegraffte, unterging.

Abb. 3 (Bild-Archiv Jürgen Hepke)

Diese Katastrophe ist bei uns am besten bekannt unter dem Namen "Sintflut". Nach dem heutigen Stand des Wissens, und darin sind sich nahezu alle Atlantisforscher einig, fand sie etwa 9500 v.Chr., das heißt 9000 Jahre vor Solons Besuch in Ägypten, der die Grundlage von Platons Atlantisbericht ist, statt. Auch Platon gibt dies in seinem Bericht an. Und damit beginnt die Ungereimtheit und für viele das Chaos, das Platons Geschichte unglaubhaft macht. Denn 9500 v.Chr. gab es eindeutig bewiesen keine Bronzezeit auf der Erde. Es gab auch kein besiedeltes Griechenland und keine Stadt Athen, die wie bei Platon angeführt, den eindringenden Atlantern Widerstand leisten konnte.

Als Lösung des Rätsels bleibt nur eine Möglichkeit: Bei den von den ägyptischen Priestern den unwissenden Griechen genannten "9000 Jahren" handelte es sich nicht um Sonnen- sondern um Mondjahre. In Ägypten [8] war es nämlich in alter Zeit üblich die "Jahre" nach den Mondphasen zu zählen. Ein "Jahr" entsprach also einem Monat unseres Kalenders und ging von Vollmond zu Vollmond. Da in Ägypten die Jahreszeiten nicht sehr ausgeprägt sind, war dies viel einfacher zu erkennen als die Beobachtung des sich nicht gravierend ändernden Sonnenstandes der kaum Einfluss auf das Klima hat.

Abb. 4 (Bild-Archiv Jürgen Hepke)

Diese Rechnung nach "Monden" war in allen alten Kulturen, so auch in Mesopotamien und im alten Kalender der Kelten [9] üblich. Wir kommen darauf noch später zurück. Die 9000 Mondjahre wären also durch 13 zu teilen, denn so oft umrundet der Mond innerhalb eines Sonnenjahres die Erde. Dann kommt man auf 692 Jahre. Addiert zu der Zeit um 500 v.Chr., als Solon in Ägypten war, ergibt sich 1192 v.Chr. Etwa 1250 v.Chr. ist aber nach heutiger Kenntnis die Zeit, in der Platons Atlantis der Bronzezeit unterging. Dies geschah, wie auch von Platon beschrieben, in einer Naturkatastrophe, die heute nachweisbar eine 600 Jahre andauernde Klimaverschlechterung [10] nach sich zog. Sie löste die "Wanderung der Seevölker" (Abb. 5) [11], wie sie Ägypten nannte, aus.

Als Folge dieser Wanderung wurde der gesamte vordere Orient bis nach Ägypten und Indien geschichtlich eindeutig nachweisbar durch die eindringenden "atlantischen" Volksscharen umgekrempelt. Sie gingen in die Geschichte als "Seevölker", "Aramäer", "Arier", um nur einige besonders bekannte zu nennen, ein. Doch was wurde aus dem mythischen "Atlantis" der Mayas und anderer Völker vor 11 500 Sonnenjahren, also um 9500 v.Chr.? Was wurde aus dem "Atlantis" der Sintflut, und wo lag dieses "Atlantis" vieler Atlantisforscher? [12] Es ist sicher erwiesen und nahezu unbestritten, dass die Katastrophe der Sintflut die ganze Erde betraf, denn sie kommt in den Mythen aller alten Völker vor.

Als Auslöser der Sintflut scheiden also örtliche Ereignisse wie selbst katastrophalste Vulkanexplosionen aus. Was bleibt, ist ein kosmisches Ereignis, also der Einschlag eines großen Asteroiden oder Kometen [13] auf der Erde. Da man keinen großen Krater aus dieser Zeit auf dem Lande gefunden hat, muss der Einschlag im Meer stattgefunden haben. Man vermutet heute die Einschlagskrater in zwei riesigen Löchern im Meeresboden südlich der Bahamas im sogenannten Bermuda Dreieck im westlichen Atlantik. Dies nicht zuletzt deshalb, weil erwiesenermaßen Amerika durch die Katastrophe besonders hart getroffen wurde und fast alles menschliche und tierische Leben und alle Kultur in diesem Bereich zugrundeging. Amerika wurde damit durch diese Katastrophe um nahezu 10 000 Jahre in der kulturellen Entwicklung zurückgeworfen.

Abb. 5 (Bild-Archiv Jürgen Hepke)

Es gilt als erwiesen, dass hier nahezu das gesamte Flachland und Mittelgebirge durch eine riesige Flutwelle überschwemmt wurde. Von einigen Forschern wird sogar behauptet , dass sich einige Küstenbereiche im Westen Amerikas bis zu 3000 m in der Katastrophe gehoben haben.

Die riesige Flutwelle erreichte auch Europa, Asien und Afrika. Durch die weit größere Ausdehnung der Landmassen und stärkere Gebirgsgliederung der Kontinente war aber hier die Wirkung nicht so vollständig. Auf geschützt liegenden Gebirgen blieben Menschen und Tiere vom Wasser verschont und überlebten in klimatisch günstig liegenden Bereichen auch die katastrophalen Gewitterstürme und Kälteeinbrüche, die der Katastrophe folgten und nahezu 1000 Jahre andauerten. In der Wetterstatistik der Erde [14] hat sich diese Zeit als Dryas oder Tundrenzeit niedergeschlagen.

Nach der heute überwiegend angenommenen Theorie löste der gewaltige Asteroideneinschlag ein Taumeln des Kreisels Erde mit einer nachfolgenden Verschiebung der Pole um 3200 Km in die heutige Pollage aus. (Abb. 6) Die vorherige Lage des Nordpols war wahrscheinlich die Südspitze Grönlands, auf der sich heute noch der magnetische Nordpol befindet. Dies könnte bedeuten, dass die Erdachse vor der Polverschiebung senkrecht zur Umlaufbahn um die Sonne stand, was vom Standpunkt der Physik als Normallage angesehen werden kann.

Es würde bedeuten, dass es vor der Polverschiebung keine Jahreszeiten auf der Erde gegeben hat. Dem zu Folge wäre das Klima weitaus ruhiger und ausgeglichener gewesen. Der Atlantik, dessen Wasserspiegel ca 150 m tiefer lag und der - heute überspülte - riesige Küstenbereiche und große Inseln frei ließ, wäre ein ruhiger Badeteich gewesen, auf dem man auch mit einfachen Fahrzeugen sicher von Insel zu Insel gelangen konnte.

Abb. 6 Bild-Archiv Jürgen Hepke

Das heißt, die Erde wäre zu dieser Zeit tatsächlich das Paradies gewesen, das in den alten Mythen der Völker noch existiert. In vielen Bereichen der Erde hätte es ein "Atlantis" ähnliches Flachland vor den großen Kontinenten und Inseln gegeben. Dies Flachland ging dann in dem der Katastrophe folgenden Anstieg der Meere um bis zu 180 m unter. So erklärt sich, dass es fast überall auf der Erde "Atlantis"-Legenden gibt und im Meer immer wieder Zeugnisse einer untergegangenen großen Kultur gefunden werden.

Auch der vorher angesprochene Kalender nach "Monden" der alten Völker würde so seine natürliche Begründung finden und erklären, warum z.B. die alten "Kelten" im Coligny-Kalender [15] einem fünfjährigen Rhythmus und nicht einem einjährigen folgten. Ebenfalls erklärt wäre die uns heute erstaunende Bedeutung der genauen Beobachtung der Himmelsgestirne, des Wandels von Tag- und Nachtlängen und deren Auswirkungen auf die Natur durch die Menschen um 5000 v. Chr.

Dies war alles neu für die Menschen dieser Zeit und sie versuchten, sich auf diese für sie schwierigen Neuerungen einzustellen. Wir Menschen von heute haben uns notgedrungen daran gewöhnt und haben Einrichtungen entwickelt, die uns auch unter den schwieriger gewordenen Lebensbedingungen ein erträgliches Dasein ermöglichen. Die Menschen um 5000 v. Chr. begannen gerade mit dieser Entwicklung und hofften vielleicht immer noch, dass die alten paradiesischen Verhältnisse eines Tages zurückkehren würden. Eine Hoffnung, welche die Menschheit der heutigen Zeit längst verloren hat. Sie versucht deshalb , sich ihr kleines Paradies auf Erden selbst zu schaffen.


Anmerkungen und Quellen


Bildquelle

(1-6) http://www.tolos.de/atlantis2.html