Theorien über Atlantis I - Donnelly's Erben

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Abb. 1 Ignatius Donnelly (1831-1901)

(bb) Die erste Richtung der Atlantisforschung, deren Vertreter wir hier als Altzeitler bezeichnen wollen, entstand schon zu Beginn der modernen Atlantologie in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie folgt in ihrer Grundauffassung nicht nur den von Platon überlieferten Angaben, nach denen Atlantis vor etwa 11 500 Jahren unterging. Sie geht zudem konform mit den kataklysmischen Vorstellungen der ägyptischen Quellen (siehe: Die Ägypter - Erben eines uralten Wissens) von Solon und Platon, und sucht Atlantis - der klassischen Interpretation der Atlantida folgend - im Bereich des Atlantischen Ozeans.

Die Altzeitler befinden sich daher in fundamentaler Opposition zu vielen Paradigmen und Betrachtungsmustern heutiger, akademischer Erd- und Menschheits-Geschichtsforschung. Diese Richtung der Atlantis- und Urgeschichtsforschung steht auf erdgeschichtlichem Gebiet in der Nachfolge Georges Cuviers, des großen katastrophistischen Geologen im 19. Jahrhundert. Vor dem "totalen Sieg" den Charles Lyell und Charles Darwin im gnadenlosen Wissenschaftsstreit dieser Epoche über Cuvier und die Vertreter des Modells einer katastrophistischen Erdgeschichte errangen, war der Katastrophismus (siehe auch: Kataklysmik und Atlantisforschung) die führende Schule der Geologie (siehe auch: Geologie - Antipode oder Hilfswissenschaft der Atlantisforschung?). Heute gilt er unter universitären Fachwissenschaftlern als nonkonform - zumindest, wenn er auf rezente Perioden der Erd- und Menschheitsgeschichte Anwendung findet.

Somit stehen ihre heutigen Vertreter in der direkten Nachfolge des eigentlichen Begründers der modernen Atlantisforschung, und man könnte sie als "Donnelly´s Erben" bezeichnen. Freilich wird kein moderner Anhänger dieser Richtung Donnelly´s (Abb. 1) Theorien (siehe auch: Ignatius Donnelly - 'Vater' der modernen Atlantisforschung) heute noch in toto übernehmen. So haben etwa der heliozentrische Diffusionismus (siehe: Stichwort: Diffusionismus) des 19. Jahrhunderts, und die auf seinen frühen Ansätzen aufgebaute Lehre von Atlantis als Urkultur der Menschheit, auch bei den 'Altzeitlern' in ihrer ursprünglichen Form schon lange ausgedient.

Auch bestehen bei heutigen Vertretern dieses Lagers durchaus unterschiedliche Vorstellungen darüber, in welcher Gestalt man sich ein "vorsintflutliches" Atlantis im Atlantik genau vorzustellen habe. Neben der klassischen Vorstellung einer Großinsel auf der Position des heutigen, Mittelatlantischen Rückens existieren auch Modelle, die sich im Rahmen lyellistisch/darwinistischer Paradigmen und aktualistischer Weltsicht bewegen.


Fortsetzung:

Theorien über Atlantis II - Konformistische Atlantis-Theorien


Bild-Quelle

(1) startribune.com, unter: Politically connected - blogs