Altzeitler

Aus Atlantisforschung
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Definition

(red) Der Begriff Altzeitler ist ein atlantologischer bzw. atlantologie-historischer Terminus zur typologischen Erfassung einer Richtung der modernen Atlantisforschung, deren Anhänger von der Authentizität der Zeitangaben im platonischen Atlantisbericht (Timaios 23e; Kritias 108e) überzeugt sind, und die vermutete Kultur von Atlantis somit chronologisch in eine Periode vor mehr als 11 500 Jahren einordnen und als primhistorisch ("ice age civilization") betrachten.

Damit stellen sie sich - im Gegensatz zu den so genannten 'Jungzeitlern' und 'Mittelzeitlern' - bewusst in Opposition zu der in der universitären Ur- und Zivilisations-Geschichtsforschung sowie Paläo-Anthropologie vertretenen Lehrmeinung, nach welcher zu dieser Zeit auf der gesamten Erde ausschließlich "primitive" Jäger- und Sammler-Kulturen existiert haben sollen. Die von ihren repräsentierte Richtung der Atlantologie bewegt sich also eindeutig außerhalb des paradigmatischen Rahmens schulwissenschaftlicher, und stattdessen im Bereich alternativer oder auch devianter Forschung. Aus scientistischem bzw. neo-scholastischem Blickwinkel wird sie daher zumeist als "pseudowissenschaftlich" abgelehnt.

Auch die Anhänger schulwissenschaftlicher, konformistischer Richtungen (Jungzeitler und Mittelzeitler) der Atlantisforschung weisen die chronologische Einordnung der 'Epoche von Atlantis' in die späte Altsteinzeit zumeist entschieden zurück. Fachliche (atlantologische) Kritik erfährt die Position der Altzeitler (in ihrer ausschließlichen Fixierung auf die spät- bis enndglaziale Periode) aber auch aus dem nonkonformistischen Lager der so genannten 'Synthetiker', also derjenigen Atlantologen, die davon ausgehen, dass Platons Atlantida als Quasi-Historie eine Synthese aus Elementen oder Fragmenten darstellt, die aus unterschiedlichen (prä-)historischen Epochen stammen.

Atlantologie-historisch betrachtet, steht die atlantologische Richtung oder Strömung der Altzeitler in der Tradition bedeutender Atlantisforscher des 19. Jahrhunderts (wie etwa Ignatius Donnelly) [1] und Patroclus Kampanakis [2]) weshalb ihre Anhänger, die zumeist Modifikationen der 'Klassischen Atlantis-Theorie' [3] verfechten, bisweilen auch alls "Donnellys Erben" bezeichnet werden.

Zu den bedeutendsten Repräsentanten der nonkonformistisch-atlantologischen "Altzeitler-Fraktion" gehörten im 20. Jahrhundert der Schotte Lewis Spence die Österreicher Otto Muck, Prof. Dr. Alexander Tollmann u. Dr. Edith Kristan-Tollmann, Dr. Nikolai Zhirov aus der vormaligen Sowjetunion und der Angloamerikaner Robert B. Stacy Judd.

Zum Thema Altzeitler siehe bei Atlantisforschung.de auch: Theorien über Atlantis I - Donnelly's Erben


Anmerkungen und Quellen

  1. Siehe: Ignatius Donnelly, "Atlantis: The Antediluvian World", 1882
  2. Siehe: Patroclus Kampanakis, "The procataclysm Communication of the Two Worlds via Atlantis", Konstantinopel 1893
  3. Siehe: Atlantis im Atlantik - Die 'klassische' Atlantis-Lokalisierung (red)