Addendum zu: Das Cheops Projekt & Atlantis

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Dr. Martin Gehlens Beitrag zum Cheops-Skandal - Berichterstattung der 'etwas anderen Art'

(bb) Eingangs sollte auch in diesem Nachtrag zu unserem Artikel "Das Cheops Projekt & Atlantis" noch einmal hervorgehoben werden, dass die - nicht zuletzt von der 'Skeptiker- bzw. Pseudoskeptiker-Szene forcierte - 'zweite Welle' der medialen Kampagne gegen Dominique Görlitz und Stefan Erdmann von Ende Februar 2014, welche "Atlantis", "Aliens", und angebliche "Verschwörungstheorien" ins Zentrum ihrer Berichterstattung setzte, zumindest im deutschsprachigen Raum relativ schnell wieder abflaute. Was nachfolgend an bedauerlich fehlerhaften 'Informationen' durch die hiesigen Medien geisterte, resultiert größtenteils aus einer mehr oder weniger gezielten Desinformationspolitik [1] durch die ägyptischen Behörden und Teile der ägyptischen Presse, mit der wir uns demnächst an anderer Stelle auch noch ausführlich befassen werden.

Jedenfalls wurde hierzulande - bzw. was den deutschsprachigen Bereich betrifft - zumindest seitens professionell produzierter Zeitungen sowie Zeitschriften in den nachfolgenden Monaten (und bis heute) tunlichst darauf verzichtet, mittels unhaltbarer Tatsachenbehauptungen zu angeblichen Motiven und Absichten der beiden Privatforscher Stimmung gegen sie zu machen. Von daher erscheint es durchaus unverständlich, dass ausgerechnet ein so reputierliches Blatt wie DER TAGESSPIEGEL [2] sich nach der Bekanntgabe des skandalösen Kairoer Urteils gegen Erdmann und Görlitz am 12. November 2014 als Plattform für eine Berichterstattung hergab, die der Verfasser leider nicht anders als mit dem Prädikat 'Schmierenjournalismus' charakterisieren kann.

Journalismus aus dem 'Gruselkabinett'

Abb. 1 Der Online-Artikel "Deutsche Verschwörungstheoretiker verurteilt" von Martin Gehlen hat kaum etwas mit seriösem Journalismus tun - und deutet auf erhebliche Defizite seines Verfassers, insbesondere in Hinsicht auf journalistisches Berufsethos hin.

Gemeint ist hier der auf der Webseite des Berliner Blattes online gestellte Artikel "Raub in Cheops-Pyramide - Deutsche Verschwörungstheoretiker verurteilt" (Abb. 1) von Martin Gehlen, der nach Ansicht des Verfassers ein geradezu lehrbuchreifes Beispiel für den Versuch darstellt, mittels journalistisch unzulässiger Techniken und Methoden - Verbreitung unbeweisbarer Tatsachenbehauptungen, Unterlassen von bzw. einseitige Recherche und Einsatz manipulativer sprachlicher Mittel - missliebige Personen nachhaltig zu diskreditieren.

Bereits die Überschrift dieses Artikels, in der die beiden Forscher undifferenziert und letztlich unzutreffend als "Verschwörungstheoretiker" stigmatisiert werden, ist blanker Nonsens. Schließlich haben die gegen Görlitz und Erdmann gerichteten Tatvorwürfe - seien sie nun zutreffend oder nicht - mit "Raub" [3] nicht das Geringste zu tun. Aber auch schon die Einleitung [4] und der erste Abschnitt des Artikels 'haben es in sich', wie man zu sagen pflegt. In Letzterem heißt es: "Sie fühlten sich wie in den Fußstapfen von Indiana Jones", behauptet Dr. Gehlen einleitend. "Im Inneren des antiken Weltwunders ging der Entdeckerwahn dann mit ihnen durch. Es war am späten Nachmittag im April letzten Jahres, nach Ende der offiziellen Besucherzeiten, als der selbst ernannte deutsche >Experimental<-Archäologe [5] Dominique Görlitz zusammen mit Stefan Erdmann, Autor verschwörungstheoretischer Bücher, in das Innere der Cheops-Pyramide krochen und sich dort zu schaffen machten. In mindestens drei der fünf Nebenräume oberhalb der königlichen Grabkammer, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind, kratzten sie mit einen Metallwerkzeug Dutzende Farbreste und Gesteinsproben ab, darunter auch von dem Namensrelief des Erbauers." [6]

Woher will Martin Gehlen eigentlich wissen, wie die beiden Forscher sich fühlten, als sie die Pyramide betraten? Lagen ihm vielleich irgendwelche Aussagen von ihnen vor, die seinen Vergleich mit 'Indiana Jones' [7] rechtfertigen, geschweige denn eine so unsachliche und tendenziöse Zuschreibung wie "Entdeckerwahn"? Wieso suggeriert er mit seinen Aussagen, Görlitz und Erdmann seien "nach Ende der offiziellen Besucherzeiten" in Bereiche der Großen Pyramide gelangt, "die für die Öffentlichkeit gesperrt sind", sie seien dort illegal eingedrungen? Wieso verwendet er für ihr Betreten des Bauwerks das - an bestimmte niedere Tierarten erinnernde - Verb "kriechen", obwohl diese Fortbewegungsart in keinem der von ihnen aufgesuchten Bereiche der Pyramide notwendig ist? Wie kann es sich zu der aberwitzigen Behauptung versteigen, sie hätten "mindestens drei der fünf Nebenräume oberhalb der königlichen Grabkammer [...] Dutzende Farbreste und Gesteinsproben" abgekratzt, "darunter auch von dem Namensrelief des Erbauers"? [8]

Selbst wenn wir einmal zu Gehlens Gunsten unterstellen, dass er sich diesen blühenden Unsinn größtenteils aus der ägyptischen Presseberichterstattung zum 'Cheops Projekt' zusammengesucht hat, dann stellt dies keine Entschuldigung für sein befremdliches Vorgehen dar: Immerhin handelt es sich bei ihm nicht um einen journalistischen 'Grünschnabel', sondern er ist, laut Wikipedia, "einer der wichtigsten Nahost-Korrespondenten der deutschsprachigen Presse", der zudem in Ägypten lebt [9], und mit den Usancen der dortigen Medien recht gut vertraut sein dürfte. Mithin sollte er also sehr genau wissen, was von ägyptischen Zeitungsmeldungen zu halten ist, die sich mit kontroversen Themen befassen, bei welchen - wie im vorliegenden Fall - staatliche Interessen im Spiel sind.

Abb. 2 Mediale Anspielungen auf die populäre Filmfigur 'Indiana Jones' hat es im Verlauf der 'Cheops Affäre' wiederholt gegeben. Dr. Gehlen war bis dato allerdings der einzige Journalist, der so weit ging, den fiktionalen 'Dr. Henry Walton Jones Jr.' für eine quasi vulgärpsychologische Ausdeutung des Gefühlslebens von Dr. D. Görlitz und S. Erdmann zu bemühen! (Links im Bild: Harrison Ford als 'Indiana Jones' am Set des Spielfilms "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels"; rechts: Dominique Görlitz und Stefan Erdmann bei ihren Untersuchungen auf dem Gizeh Plateau im April 2013)

Gehlens angestrengtes Bemühen, mit seiner feindselig-tendenziösen Darstellung Stimmung gegen Erdmann und Görlitz zu machen, zeigt sich auch im folgenden Absatz: "Jetzt bekamen die beiden zusammen mit ihrem Kameramann von der Justiz am Nil die Quittung. [sic!; bb] Von einem Gericht in Kairo wurden sie zu fünf Jahren Haft in Abwesenheit verurteilt. Ihre Beute [sic!; bb] hatten sie damals aus Ägypten herausgeschmuggelt [sic!; bb] und wollten sie beim Fresenius-Institut in Dresden analysieren lassen. [10] Das gestohlene Material wurde von der Polizei beschlagnahmt und vor drei Monaten von der sächsischen Wissenschaftsministerin dem ägyptischen Botschafter in Berlin zurückgegeben." [11]

Martin Gehlen zollt hier kaum verhohlen einem Skandal-Urteil Applaus, über welches fast alle seine Kolleginnen und Kollegen in Deutschland mit der nötigen journalistischen Distanz berichteten. In deutlichem Kontrast zur allgemeinen Berichterstattung unterlässt er jeden Hinweis auf den Kommentar des ägyptischen Antikenschützers und Prozessbeobachters Osama Karar, der das Urteil als "ein politisches Exempel" bezeichnete. "Jeder der Angeklagten habe", wie Karar z.B. unter Bezugnahme auf dpa in DIE WELT zitiert wird, "fünf Jahre Haft bekommen, »egal ob es sich um einen der Deutschen oder zum Beispiel den ägyptischen Reiseführer oder den Wachmann handelt«." [12]

Geradezu unerträglich wird Gehlens 'Berichterstattung der etwas anderen Art' etwas später, wenn er stattdessen bezüglich der ägyptischen Justizopfer der Verfahrens-Farce in Kairo hervorhebt: "Umso härter trifft es dagegen ihre sechs einheimischen Helfershelfer [sic! [13]; bb], die seit Sommer letzten Jahres in Untersuchungshaft sitzen. Sie müssen alle für fünf Jahre hinter Gitter, drei Mitarbeiter der ägyptischen Antikenverwaltung, zwei Wächter auf dem Giza-Plateau der Pyramiden sowie ein Reisebürobesitzer, der die Arrangements für die kriminellen Gäste [sic!; bb] aus Deutschland machte."

Abb. 3 Mit ihrer - abgesehen vom darin vermerkten Zeitfenster des Besuchs - völlig unspezifizierten Genehmigung stellten die ägyptischen Behörden Görlitz und Erdmann quasi eine Carte blanche für ihre Exkursion in die Große Pyramide aus.

Augenscheinlich schreckt Dr. Martin Gehlen in seinem Bemühen, Görlitz und Erdmann als Kriminelle zu brandmarken, selbst davor nicht zurück, die sechs bedauernswerten Ägypter als ihre Komplizen darzustellen. Tatsächlich haben vier der sechs Männer - Sadek Abdel Aziz Omar, Aly Gaber, Ahmed Mohammad Ali und Mohammad Farouk Omar - lediglich gemäß genau jenes Reglements ihren Dienst versehen, welches vormals durch den damaligen Antikenminister Zahi Hawass eingeführt wurde - und dies bedeutete letztendlich für sie: Denjenigen Gästen, die über eine offizielle - von ihren Vorgesetzten abgesegnete - private Besuchserlaubnis der Pyramiden verfügten [14], ist jegliche gewünschte Unterstützung zu gewähren, sofern deren Aktivitäten sich im Rahmen der ausgestellten Erlaubnis bewegen. [15]

Da diese Genehmigung (Abb. 3) im vorliegenden Fall keinerlei Spezifikationen oder Einschränkungen auswies, sind die Vorwürfe gegen die vier genannten Personen unsinnig. Sie verhielten sich lediglich dieser Genehmigung entsprechend, die aus Sicht der Beamten eine Art 'Carte Blanche' darstellen musste.

Der fünfte Inhaftierte, ein Aufseher namens Hamam Abdel Hassan Abdallah, hatte sogar nur das Pech, an dem betreffenden Tag Dienst auf dem Gelände zu tun, und war überhaupt nicht mit dem Team aus Deutschland und seinen Begleitern in der Pyramide! [16] Was schließlich den Reiseleiter Fergany Komaty betrifft, so hat er keineswegs "Arrangements" für "kriminelle Gäste" getroffen, sondern lediglich den üblichen bürokratischen 'Papierkram' für eine ganz gewöhnliche Pyramiden-Visite erledigt, die später aufgrund der speziellen Umstände und des Verlaufs dieser Visite zu einem 'Staatsverbrechen' hochstilisiert wurde.

Dass die sechs inhaftierten Ägypter augenscheinlich von den Behörden ihres Landes zu 'Bauernopfern' gemacht wurden, die jetzt den Kopf für eine, freundlich formuliert, schlampige Vergabepraxis von private permissions auf dem Gizeh-Plateau hinhalten müssen, interessiert Herrn Gehlen, als einen - um es noch einmal zu betonen - "der wichtigsten Nahost-Korrespondenten der deutschsprachigen Presse" offenbar ebensowenig wie die alles andere als rechtstaatlichen Umstände des Kairoer Schauprozesses.

So wäre es z.B. in einem ordentlichen Verfahren in keinem Staat der 'Westlichen Welt' möglich, dass die Angeklagten und ihre Verteidiger - wie es nach uns vorliegenden Informationen im vorliegenden Fall praktiziert wurde - erst bei der Verlesung der Urteilsbegründung (hier: mehrere Wochen nach der Urteilsverkündung!) erfahren, was genau den Beschuldigten eigentlich zur Last gelegt wurde. Kein Wunder also, dass der bekannte Sachbuchautor und Ägypten-Kenner Robert Bauval diese unwürdige Veranstaltung in einem Kommentar als "Femegericht" (orig.: "Kangaroo Court") bezeichnete. [17]

Gehlens Atlantis-Phantasmen aus zweiter Hand

Vollends grotesk werden Dr. Gehlens Darstellungen in einem weiteren Abschnitt mit dem an den Haaren herbeigezogenen, definitiv unzutreffenden Zwischentitel "Sie behaupten, Atlantis gefunden zu haben", in dem er jene haltlosen Phantasmen zu angeblichen Hintergründen des Cheops Projekts aufwärmt, die von November 2013 bis Februar 2014 vorwiegend durch die angelsächsische 'Yellow Press' und Publikationen der so genannten 'Skeptikerbewegung' verbreitet wurden. So unterstellt er Görlitz und Erdmann:

Abb 4 Laut Dr. Martin Gehlen sollen Stefan Erdmann und Dr. Dominique Görlitz behauptet haben, sie hätten im Rahmen ihres Cheops Projekts "Atlantis gefunden". Leider hat es dieser offenbar besonders 'investigative' Journalist versäumt, seine Leserinnen und Leser zudem auch darüber zu informieren, wo genau sich das versunkene Inselreich in der Großen Pyramide versteckt haben soll!

"Beide sind überzeugt, dass die Pyramiden wesentlich älter sind, als die seriöse Ägyptologie sie datiert. Ihrer Meinung nach wurden sie nicht vor gut 4500, sondern vor mehr als 15.000 Jahren geschaffen - zu Zeiten des sagenumwobenen Atlantis, dem mythischen Inselreich der Vorzeit. Der Pharao Khufu, der auch Cheops genannt wird, habe lediglich seinen Namen in roten Hieroglyphen in eine der inneren Kammern malen lassen, um sich mit dieser Fälschung als Erbauer des antiken Weltwunders auszugeben. Mit ihren Pigmentproben wollten die beiden nun beweisen, >dass die Pyramiden ein Vermächtnis einer uralten Zivilisation sind – den Atlantern<."

Diese gänzlich unbewiesenen - und tatsächlich frei erfundenenen - Behauptungen hat sich Gehlen offenkundig aus zwei Quellen 'zusammengeschustert', die sich bei etwas Kenntnis der Materie leicht identifizieren lassen. Zum einen gibt er paraphrasiert das wieder, was der amerikanische Journalist Benjamin Radford - ein publizistischer Agitator der organisierten 'Skeptikerbewegung' in den USA - in einem massenhaft kolportierten Artikel behauptete, der am 18. Februar 2014 im populärwissenschaftlichen Internet-Magazin Live Science erschien. [18]

Es hätte Martin Gehlen, der Radfords Phantasieprodukte offenbar aus einer der zahlreichen Sekundär-Publikationen dieses Artikels übernahm, eigentlich zu denken geben müssen, dass der Originalbeitrag auf Live Science schon bald nach seinem Erscheinen wieder gelöscht wurde und der Text somit nur noch second hand (z.B. hier) abrufbar war. Die Löschung des Originals war erfolgt, nachdem Dr. Görlitz Anwälte dem Online-Magazin als Reaktion auf die Veröffentlichung dieses Machwerks juristische Schritte in Aussicht gestellt hatten.

Jedenfalls war besagter Herr Radford der einzige Journalist, der sich zu der von M. Gehlen ungeprüft übernommenen, geradezu idiotischen Behauptung hinreißen ließ, Görlitz und Erdmann würden unterstellen, der Pharao Cheops habe die so genannte 'Königskartusche' "malen lassen, um sich mit dieser Fälschung als Erbauer des antiken Weltwunders auszugeben." Richtig ist, dass Stefan Erdmann zu denjenigen gehört, die infrage stellen bzw. weitere Untersuchungen dazu fordern, ob besagte Kartusche wirklich authentisch ist, wie die von Gehlen als "seriös" eingeschätzte Mainstream-Ägyptologie behauptet, oder ob es sich bei ihr um eine Fälschung aus dem 19. Jahrhundert handelt. Für Görlitz dagegen steht ohnehin nicht die 'Königs-Kartusche' im Vordergrund seines Forschungsinteresses, sondern die Frage, ob die auf dem Gizeh-Plateau und insbesondere im Zusammenhang mit der Großen Pyramide zu beobachtenden bautechnischen und handwerklichen Leistungen tatsächlich mit dem heute vermuteten technologischen Entwicklungsstand einer kupfer- oder bronzezeitlichen Gesellschaft vereinbar sind, als die das pharaonische Ägypten des Alten Reichs heute eingeschätzt wird.

Mit 'Atlantis' hat dies alles - bzw das 'Cheops Projekt' - überhaupt nichts zu tun, auch wenn Stefan Erdmann vor mehr als zehn Jahren tatsächlich einmal erklärt hat, er gehe davon aus, die Große Pyramide sei von Atlantern erbaut worden. Genau dieses Uralt-Zitat auf Erdmanns Webseite stellt nun aber die zweite Quelle dar, auf die M. Gehlen seine Behauptungen in diesem Absatz stützt. Übrigens ist er keinesweg der erste Artikelschreiber, der diesen Satz als angeblichen (!) Beweis dafür heranzog, dass Erdmann und Görlitz mit der Probenentnahme "vor allem eine unsinnige Atlantis-Theorie belegen wollten." [19] Irgendwelche belastbaren, konkreten Belege für diese Behauptung konnte bis heute noch keine/r der JournalistInnen und BloggerInnen vorlegen, die sie in die Welt gesetzt haben.

Schlampige Recherche, substanzlose Unterstellungen...

Martin Gehlen hält seine tendenziöse Meinungsmache auf Basis schlampiger Recherche und substanzloser Unterstellungen konsequent und bis zum 'bitteren Ende' durch. So lässt er die Leser/innen des TAGESSPIEGELS im letzten Absatz wissen:

Abb. 5 Dr. Görlitz (oben auf der Leiter, die von Stefan Erdmann gesichert wird) vor der Probenentnahme an der Decke der so genannten 'Königskammer' in der Großen Pyramide. Dass diese Beprobung geplant war, wurde von beiden zu keinem Zeitpunkt in Abrede gestellt. Die Probenentnahme in der obersten Entlastungskammer ('Campbell's Chamber') war dagegen, wie sie stets betont haben, ein spontaner Akt. Irgendwelche Widersprüche in ihren Aussagen dazu, wie sie auch von Martin Gehlen behauptet wurden, hat es nie gegeben.

"Görlitz bestreitet seinen Cheops-Frevel [sic!; bb] nicht – weist aber alle Schuld von sich. Er habe zuvor eine Erlaubnis für den Besuch der Pyramide eingeholt. Die Vorwürfe gegen ihn seien aus der Luft gegriffen. Trotzdem schrieb er vor einem Jahr zusammen mit seinem Komplizen [sic!; bb] Erdmann einen Entschuldigungsbrief an den damaligen Antikenminister Mohammed Ibrahim."

Nun haben zwar weder Dominique Görlitz noch Stefan Erdmann irgendwo einen "Frevel" [20] eingestanden, aber es erscheint dem Verfasser vielsagend, dass Martin Gehlen sich anscheinend gar nicht vorzustellen vermag, jemand könne sich, so wie die beiden Privatforscher es - honi soit qui mal y pense - im Verlauf des 'Cheops-Skandals' getan haben, für durch ihn verusachten Ärger und Verdruss entschuldigen, auch ohne sich in juristischer Hinsicht einer Schuld bewusst zu sein. [21]

Selbst in den letzten drei Sätzen seines Beitrags gab Gehlen noch einmal ein wahres 'Feuerwerk' an Tatsachenverdrehungen, Unterstellungen und Ignoranz in Hinsicht auf journalistisch nachprüfbare Fakten zum Besten. So unterstellte er dort Dr. Görlitz:

"Auch bei seinen Aussagen verstrickte er sich in immer neue Widersprüche. Mal gab er an, er habe lediglich Gesteinsproben vom Boden der Kammer aufgelesen. Mal erklärte er, erst vor Ort habe ihm spontan der Impuls überwältigt, Teile der Bemalung abzuschaben. Dann wieder behauptete er, die Namensinschrift des Pharaos sei bereits vorher beschädigt gewesen." [22]

Abb. 6 Bereits im Februar 2014 legte der amerikanische Geowissenschaftler Prof. Robert Schoch beweiskräftiges Fotomaterial vor, welches die Behauptung der ägyptischen Behörden widerlegt, das 'Königs'-, 'Cheops'- oder auch 'Vyse-Kartusche' genannte Graffito sei im Jahr 2013 bei der Probenentnahme durch Dr. Görlitz in Campbell's Chamber beschädigt worden. Diese Beweise und auch entsprechend aussagekräftige Video-Evidenzen aus jüngeren Jahren werden sowohl von der Justiz in Kairo als auch von ägyptischen und den meisten internationalen Medien konsequent ignoriert.

Die hier behaupteten "immer neue[n] Widersprüche", in die Görlitz sich angeblich verstrickt haben soll, entpuppen sich bei genauerer Überprüfung samt und sonders als Resultate unzutreffender Presseberichte oder Fehlinterpretationen. Tatsächlich hat der Chemnitzer Experimental-Archäologe zu keinem Zeitpunkt irgendwo oder irgendwem gegenüber erklärt, er habe "er habe lediglich Gesteinsproben vom Boden" irgendeiner Kammer der Großen Pyramide aufgelesen. [23]

Der ägyptischen Nachrichtenagentur MENA gegenüber hatte er berichtet, die Probenentnahme von Farbpigmenten in der obersten Entlastungskammer sei spontan erfolgt. [24] Zudem hat später auch Stefan Erdmann dem Magazin DER SPIEGEL mitgeteilt, die Entnahme der Farbprobe in der Entlastungskammer sei "eine spontane Entscheidung" gewesen. [25] Dass im Gegensatz dazu die Beprobung der metallischen, Rußspuren ähnelnden Anhaftungen an der Decke der so genannten 'Königskammer' (Abb. 5) geplant war, hat jedoch keiner von beiden jemals in Abrede gestellt.

In der ägyptischen Presse - z.B. bei The Cairo Post - wurde Görlitz´ Stellungnahme zur Entnahme der Farbprobe nachfolgend offenbar derart verfälscht wiedergegeben, dass nicht nur der Eindruck entstand, Görlitz habe behauptet, sämtliche Beprobungen seien spontan erfolgt [26] Stefan Erdmann wurde zudem im SPIEGEL - mit Sicherheit ohne irgendeine Täuschungsabsicht des Blattes - so unglücklich zitiert, dass für die Leser/innen die Unterscheidung zwischen der geplanten und der spontanen Beprobung nicht deutlich erkennbar war. Die halbamtliche Kairoer Zeitung Al Ahram verfälschte das betreffende Zitat aus dem SPIEGEL sogar dergestalt, dass Erdmann angeblich behauptet habe, er und Görlitz hätten sich die Kartusche angeeignet! [27]

Was schließlich die angebliche "Behauptung" von Dominique Görlitz betrifft, die ihm zugeschriebene Beschädigung der Königskartusche sei bereits lange vor den Vorgängen im April 2013 erfolgt, so handelt es sich dabei um eine beweiskräftig belegte Tatsache, die alles andere als ein Element angeblich widersprüchlicher Aussagen darstellt, denn Görlitz und Erdmann haben stets entschieden in Abrede gestellt, diese Kartusche beprobt, beschädigt oder gar "gestohlen" zu haben.

Sowohl authentifiziertes Fotomaterial, das bereits im Februar 2014 von Prof. Robert Schoch veröffentlicht wurde (Abb. 6) [28] als auch Filmaufnahmen (siehe z.B. hier) beweisen zweifelsfrei, dass das 'Königs'-, 'Cheops'- oder auch 'Vyse-Kartusche' genannte Graffito nicht im April 2013 bei der Probenentnahme durch Dr. Görlitz beschädigt wurde, sondern bereits viel früher. Dass diese Beweise und auch entsprechend aussagekräftige Video-Evidenzen aus jüngeren Jahren, deren Authentizität jeder Journalist ohne großen Aufwand überprüfen kann, sowohl von der Justiz in Kairo als auch von ägyptischen und den meisten internationalen Medien nach wie vor geflissentlich ignoriert werden, ist ein echter Skandal.

...und die Konsequenzen?

Warum Martin Gehlen sich als Profi mit diesem Artikel derart weit von den Grundsätzen seriöser journalistischer Arbeit entfernt hat, erscheint unerklärlich, und wir wollen hier auch keine Spekulationen dazu in den Raum stellen. Normalerweise wird jedenfalls kaum ein 'Alter Hase' in diesem Metier sich ähnlich leichtfertig und zielstrebig auf's Glatteis unbeweisbarer sowie unschwer zu widerlegender Tatsachenbehauptungen begeben, wie Gehlen dies im vorliegenden Fall getan hat. Irritieren muss zudem die Tatsache, dass am selben Tag, an dem besagter Beitrag in DER TAGESSPIEGEL erschien, in der SÄCHSISCHEN ZEITUNG ein anderer, weitgehend sehr sachlich gehaltener und journalistisch einwandfreier Artikel zum selben Thema [29] veröffentlicht wurde, als dessen Ko-Autor er genannt wird.

Abb. 7 Es wird höchste Zeit, dass sich gerade die Medien im deutschprachigen Raum endlich mit dem Schicksal der seit fast einem Jahr unschuldig inhaftierten 'Egyptian Six' und ihrer Familien befassen, die im Zusammenhang mit dem Cheops Projekt Opfer der politischen Ränke in Kairo und eines Justiz-Skandals wurden, der 'zum Himmel stinkt'. Hinweise der Medien auf die inzwischen angelaufene Spendenaktion zur finanziellen Unterstützung ihrer nun völlig mittellosen Frauen und Kinder würden mit Sicherheit helfen, deren verzweifelte Situation zumindest ein wenig zu verbessern.

Welche Konsequenzen das Ganze für Martin Gehlen haben wird, ist derzeit ebenfalls noch unklar. Stefan Erdmann und Dominique Görlitz teilten Atlantisforschung.de jedenfalls auf Anfrage mit, dass sie noch nicht entschieden haben, ob sie mit juristischen Mitteln auf den Artikel des Journalisten reagieren werden. Die Redaktion Atlantisforschung.de erwägt ihrerseits, sich wegen des hinreichenden Verdachts auf einen mit der Veröffentlichung besagten Artikels erfolgten Verstoß gegen den Pressekodex durch Martin Gehlen an den Deutschen Presserat zu wenden.

Wie auch immer: Zu wünschen ist jedenfalls, dass die Redaktionen jener Zeitungen, die sich zur Plattform für die Verbreitung von Martin Gehlens de facto 'Desinformationspaket' in Sachen 'Cheops Projekt' machen ließen, ihre Konsequenzen aus diesem Vorfall ziehen werden, damit sich ein derartiger journalistischer 'Betriebsunfall' nicht wiederholt. Dies gilt vor allem für ihre weitere Berichterstattung in Sachen Görlitz, Erdmann et al., die künftig hoffentlich nicht mehr ohne gründliche Recherche, dafür aber vorurteilsfrei erfolgen wird.

Eine journalistische 'Wiedergutmachung' erscheint dem Verfasser insbesonders gegenüber den unter skandalösen Umständen inhaftierten sechs ägyptischen Staatsbürgern angebracht zu sein, die Dr. Gehlen völlig unnötig in zusätzlichen Misskredit gebracht hat. Womöglich können sich die betreffenden - und auch andere - Redaktionen ja sogar dazu 'durchringen', über die inzwischen angelaufene Spendenaktion zugunsten der Familien der 'Egyptian Six' (Abb. 7) zu berichten, deren Schicksal die Medien bisher nicht im Geringsten zu interessieren scheint.

Und vielleicht, ja vielleicht begreift auch Herr Dr. Gehlen noch, wie sehr er sich mit seinem Artikel ins Unrecht gesetzt hat, beweist Charakter und besucht die Inhaftierten und ihre nun völlig mittellosen Frauen und Kinder, um sich zumindest bei ihnen zu entschuldigen - und dann etwas Vernünftiges zur Sache zu schreiben, für das er sich nicht zu schämen braucht: einen knackigen Hintergrundbericht zu den politischen und menschlichen Aspekten des wahren Cheops-Skandals, eine solide Reportage zu den Rollen, die hochkarätige Akteure wie Zahi Hawass, Mohamed Abdel-Maksoud und Mohamed Ibrahim usw. in dieser Affäre gespielt haben, oder eine spannende Feature Story, welche die Vorgänge rund um die umstrittenen Probenentnahmen in der Großen Pyramide von Gizeh nicht 'schwarz-weiß', sondern differenziert, mit all ihren überraschenden Nuancen darstellt.

Bisher scheint Dr. Gehlen jedenfalls noch nicht zur Besinnung gekommen zu sein. Natürlich haben wir ihm vor der Veröffentlichung dieses Artikels die Möglichkeit zu einer Stellungnahme eingeräumt - ein Angebot, auf das er leider nicht eingegangen ist. Stattdessen wurde dem Verfasser von einem Redakteur des TAGESSPIEGEL am 23. Dezember 2014 schriftlich mitgeteilt, Martin Gehlen sehe "keinen Grund, an seiner Darstellung in dem Artikel etwas zu ändern oder zurückzunehmen."


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Anmerkung. Die Relativierung "mehr oder weniger" ist hier deshalb notwendig, weil das 'Kuddelmuddel' aus einander bisweilen widersprechenden falschen oder halbwahren Behauptungen einzelner ägyptischer Offizieller im Verlauf der 'Cheops-Affäre' zumindest teilweise auch auf Wichtigtuerei, Inkompetenz, Rechtfertigungsdruck, Selbstschutz und vorauseilenden Gehorsam gegenüber vorgesetzten Stellen zurückgeführt werden kann.
  2. Anmerkung: Offenbar hat Martin Gehlen diesen Artikel aber (leicht modifiziert bzw. gekürzt) auch bei anderen Zeitungen unterbringen können. Siehe z.B.: Ders., "Fünf Jahre Haft: wegen Diebstahl antiker Gegenstände", 13. November 2014, bei: SÜDWEST PRESSE.de; sowie: Ders., "Pyramide angekratzt - Fünf Jahre Haft: Drei Deutsche in Ägypten in Abwesenheit verurteilt", 13. November 2014, bei: Schwäbisches Tagblatt (Tagblatt.de); Ders., "Deutsche zu Haftstrafe in Ägypten verurteilt", 12. Nov. 2014, bei: Kölner Stadt-Anzeiger (ksta.de) (alle abgerufen: 06. Dez. 2014)
  3. Anmerkung: Nach in Deutschland geltendem Recht (§ 249 StGB) handelt es sich bei "Raub" um "die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache durch Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben mit der Absicht, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen." (zit. nach Wiktionary, 5. Dez. 2014)
  4. Anmerkung: In der den Inhalt des Artikels zusammenfassenden bzw. beschreibenden Einleitung wird behauptet: "Drei deutsche "Experimental"-Archäologen sind in Ägypten zu fünfjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Sie vertreten Verschwörungstheorien und wollten beweisen, dass die Cheops-Pyramide nicht 4500 sondern in Wirklichkeit 15.000 Jahre alt ist." Die einzige zutreffende Teilaussage in diesen beiden Sätzen besteht in der Feststellung der Verurteilung von drei Personen - richtig: dem Experimental-Archäologen Dr. Dominique Görlitz, dem Pyramidenexperten Stefan Erdmann und einem Kameramann, der lediglich zu Dokumentations-Zwecken bei der später inkriminierten Aktion anwesend war - zu einer fünfjährigen Haftstrafe.
  5. Anmerkung des Verfassers (bb): "selbst ernannt" ist eine typische Diskreditierungs-Floskel, über die der studierte Literatur- und Sprachwissenschaftler, Journalist, Übersetzer und Autor Dieter E. Zimmer 1999 im Zeitspiegel (DIE ZEIT) feststellte: "Das Attribut 'selbst ernannt' ist kein Kompliment an den Selfmademan. Es ist ein Schimpfwort, und zwar eins der tückischen, durch nichts widerlegbaren, gegen die der Beschimpfte wehrlos ist. Was es ihm an den Kopf wirft, ist eine Art Amtsanmaßung: dass er sich als etwas ausgibt, wozu er nur von anderen gemacht werden könnte." (Quelle) Was den Heyerdahl-Schüler D. Görlitz betrifft, der u.a. langjähriges Mitglied von EXAR (Europäische Vereinigung zur Förderung der Experimentellen Archäologie e.V.) ist, und den Verein für Experimentelle Archäologie und Forschung e.V. leitet, so kann er nicht nur mehr als zwei Jahrzehnte Praxis im Bereich der Experimentellen Archäologie vorweisen, sondern er hat insbesondere durch seine ABORA-Expeditionen mehr zur Popularisierung und Fortentwicklung dieser Forschungsrichtung beigetragen als jene EA betreibenden, zumeist auf den Bau von Repliken (prä-)historischer Objekte fixierten Berufsarchäologen, die zudem fast immer auch als 'selbst ernannt' bezeichnet werden könnten, da es weltweit nach wie vor nur an sehr wenigen Universitäten möglich ist, einen speziellen Studiengang der Experimentellen Archäologie mit entsprechendem Abschluss zu absolvieren (z.B. an der University of Exeter).
  6. Quelle: Martin Gehlen, "Raub in Cheops-Pyramide - Deutsche Verschwörungstheoretiker verurteilt", 12. Nov. 2014, in: DER TAGESSPIEGEL (abgerufen: 05. Dez. 2014)
  7. Anmerkung: Vermutlich hat sich Dr. Gehlen auch dieses Versatzstück seiner Berichterstattung aus Meldungen der ägyptischen oder internationalen Presse herausgepickt und 'zweitverwertet'. So hatte z.B. die Ägyptologin Dr. Monica Hanna - im Kontext des 'Cheops-Skandals' eine der schärfsten und vermutlich auch selbstgerechtesten Kritiker/innen von Erdmann und Görlitz erklärt: "This is an Indiana-Jones mentality [...] We can’t allow amateurs like these two men to take samples from the pyramids and let them do experiments." Quelle: o.A., "Germany returns illegally obtained archaeological samples from Cheops Pyramid", 19. August 2014, bei: DAILY NEWS EGYPT.com. Und bereits im Juni 2014 hatte sie ihre 'Indiana Jones'-Analogie gegenüber der Deutschen Welle angeführt. Siehe: Elisabeth Lehmann, "Ägypten holt sich sein Erbe zurück", 7. Juni 2014, bei: Deutsche Welle.de (siehe auch die englischsprachige Version).
    Zuvor (am 4. Dez. 2013) hatte sich aber auch schon das französische Blatt Le Figaro der Figur des bekannten Filmhelden bedient, um die beiden deutschen Privatforscher - durchaus unzutreffend - zu charakterisieren (siehe: "Et si la pyramide de Khéops avait 20.000 ans?"). Das fragwürdige Verdienst, in der >Causa Görlitz, Erdmann et al.< als erste Zeitung mit einem 'Indiana-Jones'-Vergleich operiert zu haben - der in den Medien übrigens, wenn es um 'Ägyptologisches' geht, üblicherweise im Zusammenhang mit Zahi Hawass Verwendung findet -, gebührt allerdings der Berliner Boulevardzeitung B.Z., die im Untertitel ihres Online-Artikels "Ägypten jagt deutsche Hobby-Forscher" bereits am 22. November 2013 höhnte: "Wohl zu viel Indiana-Jones gesehen! Zwei deutsche Hobby-Archäologen sorgen in Ägypten für Riesenaufregung.". (Alle Links abgerufen: 08. Dezember 2014). Dr. Gehlen war bis dato allerdings der einzige Journalist, der so weit ging, den den fiktionalen Dr. Henry Walton Jones, Jr. für eine vulgärpsychologische Ausdeutung des Gefühlslebens von Dr. Görlitz und Erdmann zu bemühen!
  8. Quelle: Martin Gehlen, op. cit.
  9. Siehe: "Ägypten-Korrespondent Martin Gehlen im Gespräch", 28. Okt. 2013, bei: SÜDWEST PRESSE.de (abgerufen: 07. Dez. 2014)
  10. Anmerkung des Verfassers (bb): Gehlens obige Formulierung legt nahe, diese Untersuchung habe gar nicht stattgefunden, was unzutreffend ist. Die durchaus bemerkenswerten Ergebnisse der Laboranalysen sollen nach Atlantisforschung.de vorliegenden Informationen im kommenden Jahr publiziert werden.
  11. Quelle: Martin Gehlen, op. cit. --- Anmerkung des Verfassers (bb): Hätte Herr Gehlen tatsächlich recherchiert, dann hätte er z.B. berichten können, dass Dr. Görlitz und Stefan Erdmann den ägyptischen Behörden bereits zu Beginn des 'Cheops-Skandals' auch die Rückgabe der beiden Materialproben angeboten hatten - ein Angebot, auf das man in Kairo allerdings nicht einging. Stattdessen überließen es die involvierten ägyptischen Stellen (Ministerialbürokratie und Generalstaatsanwaltschaft) vermutlich nicht ohne Grund den deutschen Strafverfolgungsbehörden, diese Proben als 'Beweismittel' einzuziehen.
    Damit erhielt z.B. die sächsische Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer im August 2014 die Gelegenheit, sie öffentlichkeitswirksam dem ägyptischen Botschafter in Berlin zu überreichen (siehe z.B. hier). Fakt ist jedenfalls: Die betreffenden Proben (winzige Material-Splitterchen im Milligramm-Bereich) hätten ganz unspektakulär und problemlos bereits ca. ein gutes Dreivierteljahr früher nach Ägypten 'repatriiert' werden können, als dies schließlich der Fall war, und was in ägyptischen Medien dann wiederum als eine Art diplomatischer Erfolg in den Verhandlungen mit den deutschen Behörden dargestellt wurde (siehe z.B. hier; Zitat: " Minister of Antiquities Mamdouh El-Damati [...] said that the return of the samples comes after a year of legal and political efforts by the antiquities ministry.").
  12. Quelle: dpa-infocom GmbH, "Deutsche zu fünf Jahren Haft wegen Pyramiden-Diebstahls verurteilt", 12. Nov. 2014, in: DIE WELT (abgerufen: 05. Dez. 2014)
  13. Anmerkung: Nach dem Duden ist ein "Helfershelfer" jemand, "der einem andern bei der Ausführung einer unrechten Tat hilft; Mittäter, Komplize; Spießgeselle".
  14. Anmerkung: Um es deutlich hervorzuheben, bedeutete dies, dass sich mit solchen Privatgenehmigungen versehene Gruppen und Personen außerhalb des üblichen Touristenverkehrs und unabhängig vom institutionalisierten, 'offiziellen' Forschungsbetrieb u.a. in der Großen Pyramide aufhalten konnten. Dies war eine langjährige Praxis, die nicht nur von Erdmann und Görlitz, sondern auch von vielen anderen Privatforschern für ihre Arbeit in Anspruch genommen wurde.
  15. Anmerkung 1: Siehe dazu z.B.: Robert Bauval, "THE GREAT PYRAMID and the so-called >Private Visits< permit", bei: MISSION ABORA.eu (abgerufen: 06. Dez. 2014); --- Anmerkung 2: Unseren Recherchen zufolge und nach unserem derzeitigen Erkenntnisstand hat es auch nach der Revolution von 2011 bzw. nach Hawass´ Entlassung(en) aus dem Amt keine neuen Richtlinien oder entsprechende neue Dienstanweisungen für die Mitarbeiter der Antiken-Verwaltung auf dem Gizeh-Plateau gegeben. Diese Änderungen erfolgten erst im 'Kielwasser' der 'Cheops-Affäre'.
  16. Siehe dazu z.B. bei Atlantisforschung.de: Stefan Erdmann, "Wir haben die Kartusche nicht beschädigt! (Pressemitteilung, 13.11.2014)
  17. Quelle: Robert Bauval, "PHARAOH MUST BE TURNING IN HIS GRAVE (Pressemitteilung in englischer Sprache, 12.11.2014)
  18. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de ausführlich: Bernhard Beier, "Das Cheops Projekt & Atlantis", Abschnitt: Die zweite Welle: 'Skeptiker', Benjamin Radford, Kenneth Feder und Live Science
  19. Siehe: Rainer Schreg, "Der Flurschaden der Parawissenschaften: Hobbyforschung in der Cheops-Pyramide", 23. November 2013, bei: Arhaeologik (abgerufen: 06. Dez. 2014) --- Vergl. zu alldem die ausführlichen informationen in: Bernhard Beier, "Das 'Cheops Projekt', Teil 2, "Das Cheops Projekt & Atlantis", Atlantisforschung.de, Dez. 2014
  20. Anmerkung: Nach dem Duden handelt es sich bei "Frevel" um einen "Verstoß gegen die göttliche oder menschliche Ordnung aus bewusster Missachtung, Auflehnung oder Übermut". Die von Martin Dr. Gehlen in besagter Wort-Kombination verwendete, den Sachverhalt bewusst übertreibende Vokabel 'Frevel' kam übrigens im Zusammenhang mit der Causa Görlitz et al. am selben Tag in einer etwas anderen Variation auch bei der 'seriösen' Süddeutschen Zeitung zum Einsatz. Siehe: "Pyramiden-Frevel in Ägypten - Deutsche Hobby-Archäologen zu fünf Jahren Haft verurteilt", 12. November 2014 bei: Süddeutsche.de (abgerufen: 06. Dez. 2014)
  21. Anmerkung: Wir dürfen gespannt sein, ob Herr Gehlen demnächst einen ähnlichen Anstand unter Beweis stellen wird, indem er sich bei den beiden von ihm diskreditierten Privatforschern sowie bei den Redaktionen und Leser/innen der Zeitschriften, die seinen Schmähartikel veröffentlicht haben, für seine eklatante journalistische Fehlleistung entschuldigt!
  22. Quelle: Martin Gehlen, op. cit.
  23. Anmerkung: Es dürfte wohl nicht nur den Verfasser (bb) sehr interessieren, ob die letztgenannte Behauptung ebenso frei erfunden ist, wie etwa Dr. Gehlens Aussage "Sie behaupten, Atlantis gefunden zu haben", oder ob er für sie irgendeine belastbare (!) Quelle vorweisen kann.
  24. Anmerkung: Der englischsprachige Text des Interviews von Sara Hazem (MENA) mit Dominique Görlitz, das am 28. Dezember 2013 in der staatlichen Kairoer Zeitschrift Al Ahram veröffentlicht wurde, findet sich hier: Robert Bauval, Ahmed Osman et al., "THE GREAT PYRAMID “CARTOUCHE SCANDAL”: The full (ongoing) story", in: TARHIR - EGYPTIAN ANTIQUITY NEWS (abgerufen: 06. Dez. 2014). Zitat Görlitz: "...it did not at the time occur to us that we would take a sample for the red ochre paint. The decision to do so was taken while inside the pyramid."
  25. Siehe: chs/dpa, "Probenentnahme in Cheops-Pyramide: Ägypter starten Fahndung", 12. Februar 2014, bei: SPIEGEL ONLINE
  26. Siehe: o.A., "German researchers who stole samples from Cheops Pyramid apologize", 28. Dez. 2013, bei: The Cairo Post.com (abgerufen: 06. Dez. 2014)
  27. Zitat: "Erdmann told the Spiegel that >we have the royal cartouche, of course, which is not affected, and we have written a letter of apology.<" Quelle: Nevine El-Aref, "Playing with Egypt’s heritage", 28 November, 2013, in Al Ahram (abgerufen: 11. Dez. 2014)
  28. Siehe dazu z.B. bei Atlantisforschung.de: Stellungnahme von Dr. Dominique Görlitz (17.02.2014)
  29. Siehe: Jens Eumann und Martin Gehlen (mit SZ/hbe, fp), "Ein paar Mikrogramm Schuld", 12. Nov. 2014, in: SÄCHSISCHE ZEITUNG (SZ-ONLINE.de) (abgerufen: 07. Dez. 2014)

Bild-Quellen:

1) Martin Gehlen, "Raub in Cheops-Pyramide - Deutsche Verschwörungstheoretiker verurteilt", 12. Nov. 2014, in: TAGESSPIEGEL.de
2) Links: Wikimedia Commons, unter: File:Indianajones4.jpg; rechts: Bild-Archive Stefan Erdmann und Dominique Görlitz (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
3) Bild-Archiv Dominique Görlitz
4) Oben: GDK bei Wikimedia Commons, unter: File:Cheops-Pyramide.png; unten: Dild-Archiv Atlantisforschung.de
5) NuoViso TV (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
6) Prof. Robert Schoch / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
7) Bild-Archiv Dominique Görlitz