Aimé Rutot

Aus Atlantisforschung
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Abb. 1 Der belgische Archäologe und Geologe sowie Atlantisforscher Aimé Rutot (1847–1933)

(red) Aimé Louis Rutot (1847–1933) gehörte zwischen 1900 und 1920 zu den bekanntesten Urgeschichtsforschern Europas. Der belgische Archäologe und Geologe war lange Jahre als Konservator für das Musée d'Histoire Naturelle de Bruxelles tätig, und sein zentrales Interessen- und Forschungsgebiet lag im - schon damals unter Fachwissenschaftlern heiß umstrittenen - Bereich präpleistozäner, lithischer Artefakte, der so genannten Eolithen. [1]

In der 'Eolithen-Kontroverse', einem Gelehrtenstreit, der während der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts tobte, und in dem es letztlich um die Frage ging, ob bereits im Erdzeitalter des Tertiärs Menschen existiert haben, nahm A. Rutot die Position ein, eolithische 'Industrien' - und somit frühe Menschen - hätten in der Tat bereits damals existiert, aber ihre steinernen Relikte seien nicht als Resultat intentionaler Arbeit anzusehen, "sondern drücken nur eine primitive Idee der Nutzung aus (Rutot 1900, S. 4). Eolithen seien nur benutzte, aber kaum oder gar nicht bearbeitete Steinstücke." [2]

Letztlich setzte sich jedoch im archäologischen Lager die 'konservative' - an der Stützung evolutionsbiologischer Vorstellungen orientierte - Auffassung durch, dass der 'Tertiär-Mensch' lediglich eine Chimäre sei, und dass es sich bei den Eolithen nur um skurrile Geofakte handele, war Rutot nicht daran hinderte, seine Eolithentheorie ("Eolithic theory") und auch die präpleistozäne Existenz des Menschen weiterhin zu propagieren, was ihm schließlich den Ruf eines 'Crackpots' einbrachte. Zum Zeitpunkt seines Todes (1933) galt er in der Scientific community weitgehend als unbelehrbarer 'Spinner', und war in der Fachwelt für die meisten seiner Kollegen zur obskuren Persona non grata geworden.

Dass Aimé Rutot schlussendlich ins berufliche 'Abseits' geriet, mag zudem auch daran gelegen haben, dass er sich - frei nach dem Motto: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders." - zudem auch noch auf fachlichen 'Nebenkriegsschauplätzen' auf die Seite der Außenseiter schlug. So sprach er sich z.B. in der skandalösen 'Debatte' um die Authentizität der Funde von Glozel in aller Deutlichkeit für deren Echtheit aus. [3] Außerdem beging er auch noch die schulwissenschaftliche 'Todsünde', den Atlantisbericht nicht als Platonischen Mythos einzuordnen, sondern stattdessen Atlantis als prähistorisch-geographische Entität zu betrachten.

Dazu heißt es bei Tony O’Connell: "1920 [4] identifizierte er Agadir an der Atlantikküste Marokkos als den Standort der Hauptstadt von Atlantis. Er legte nahe, dass der Tritonis-See dort einst ein großes Binnenmeer war, wo heute die Schotts liegen. Außerdem schlug er vor, dass sich ein weiterer großer ‘Innerer See’ über das Hauts Plateau im Atlas-Gebirge Algeriens erstreckt habe. Des weiteren identifizierte Rutot die Insel der Hesperiden als einen großen Bereich des heutigen afrikanischen Festlands, gegenüber den Kanarischen Inseln, und als vormaligen Standort der alten Stadt Lixus." [5]


Externum:

Michael A. Cremo, "The Discoveries of Belgian Geologist Aimé Louis Rutot at Boncelles, Belgium: An Unresolved Archeological Controversy from the Early Twentieth Century"


Anmerkungen und Quellen

  1. Siehe: Raf De Bont, The Creation of Prehistoric Man - Aimé Rutot and the Eolith Controversy, 1900-1920, Isis. 2003 Dec; 94(4):604-30.
  2. Quelle: Michael Brandt, "Was ist ein Eolith?"; bei Atlantisforschung.de online gestellter Auszug aus: "Vergessene Archäologie - Steinwerkzeuge fast so alt wie die Dinosaurier", Holzgerlingen (SCM Hänssler im Verlag SCM GmbH & Co. KG), 2011, S. 47-48
  3. Siehe dazu z.B.: Musée de Glozel, Quelques défenseurs
  4. Siehe: A. Rutot, "L’Atlantide - Lecture faite, le 15 décembre 1919, à la Séance publique de la Classe des Sciences de l'Académie royale de Belgique", Brüssel (Lamertin), 1920
  5. Quelle: Tony O’Connell, in Atlantipedia.ie, unter: Rutot, Aimé-Louis (Stand: 26.10.2011; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de


Bild-Quelle

(1) Bildarchiv Atlantisforschung.de