Carl Ernst Otto Kuntze

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Historisches Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Dr. Carl Ernst Otto Kuntze (1843-1907)

Carl Ernst Otto Kuntze (Abb. 1) (geb. 23. Juni 1843 in Leipzig; † 27. Januar 1907 in San Remo) war ein deutscher Botaniker und Forschungsreisender, dessen offizielles botanisches Autorenkürzel „KUNTZE“ lautet. Es ist aber auch das Kürzel „O.KUNTZE“ in Gebrauch. [1] Kuntze war ein Pionier der These einer weit prähistorischen, interkontinental-anthropochoren Verbreitung von Kulturpflanzen [2], welche - freilich völlig neu auf Basis heutiger Erkenntnisse entwickelt - in jüngerer Zeit durch die Forschungen des Chemnitzer Biogeographen und Experimental-Archäologen Dominique Görlitz [3] massiv untermauert wurde.

Zu Otto Kuntzes Ansicht hinsichtlich der Verbreitung der Banane bzw. Kochbanane schreibt der Atlantologie-Enzyklopädist Tony O’Connell, der deutsche Botaniker sei zu der "eigentümlichen Schlussfolgerung" gelangt, "als der Nordpol noch ein tropisches Klima hatte." [4] [5] Dabei bezieht O’Connell sich auf eine Bermerkung des amerikanischen Geistlichen und Wissenschaftlers William Fairfield Warren (1833-1929) [6], der seinerseits von einem Ursprung der Menscheit im heutigen nordpolaren Raum ausging. Fairfield Warren gibt wiederum [7] einen Artikel [8] von Kuntze als Referenz an, auf welchen dieser an anderer Stelle ebenfalls Bezug nimmt. In seiner Phytogenesis von 1884 schreibt Kuntze, der ein Anhänger der These der Entstehung des Menschen im Tertiär [9] war, er habe in jenem Artikel (1878, S. 197-198) gezeigt, es dürfe "nur auf eine culturelle Einführung der samenlosen, krautigen, knollenlosen Banane, dieser wichtigsten tropischen Nährpflanze, über Kamtschatka, als dieses noch tropisch heiß war, geschlossen werden". [10]. Dies sei während der Nonärzeit oder dizontal-kontinentalen Periode erfolgt, d.h. in heutiger Terminologie: während des Tertiärs, im Bereich vom Eozän bis zum Pliozän.

Es bleibt anzumerken, dass Tony O’Connell Kuntze und dessen Migrationsgeschichte von Mensch und Banane auch als Ideengeber für Ignatius Donnellys Werk Atlantis: The Antediluvian World von 1882 ausmacht, wozu er bemerkt: "Ignatius Donnelly entschied sich jedenfalls, Kuntzes Ideen zu modifizieren ud spekulierte darüber, ob es nicht >vernünftiger sei, vorauszusetzen, dass die Kochbanane oder Banane von den Menschen auf Atlantis kultiviert und in ihre zivilisieten Kolonien nach Ost und West transportiert worden sei<." [11]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Carl Ernst Otto Kuntze" (abgerufen: 3. Mai 2018)
  2. Siehe z.B.: Dr. Otto Kuntze, "Phytogeogenesis. Die vorweltliche Entwickelung der Erdkruste und der Pflanzen in Grundzügen", Leipzig (P. Frohberg), 1884
  3. Siehe: Dominique Görlitz, "Prähistorische Ausbreitungsmechanismen transatlantisch verbreiteter Kulturpflanzen" (Dissertation), Gotha, 2012, Hardcover; ISBN 978-3-93918-246-7
  4. Quelle: Tony O’Connell, "Kuntze Otto", 21. Juli 2012, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 3. Mai 2018; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  5. Vergl. zur 'tropischen' Arktis relativierend: William R. Corliss, "Als die Arktis noch warm war" (2001)
  6. Siehe: William Fairfield Warren, "Paradise Found, the Cradle of the Human Race at the North Pole, a Study of the Prehistoric World", S. Low, Marston, Searle and Rivington, 1885; eine aktuelle Ausgabe wird von Forgotten Books vorgelegt. Das Werk ist aber auch online frei abrufbar.
  7. Siehe: Fairfield Warren, 1885, (CHAPTER V. - THE TESTIMONY OF PALEONTOLOGICAL BOTANY) S. 92
  8. Siehe: Dr. Otto Kuntze, "Pflanzen als Beweis der Einwanderung der Amerikaner aus Asien in präglazialer Zeit", in: Ausland, 1878, S. 197-198
  9. Siehe zu dieser - heute außenseiterischen - Annahme bei Atlantisforschung.de auch: Dr. Michael Brandt, "Was ist ein Eolith? - Unterschiedliche Definitionen der Prähistoriker (2011); Dr. Horst Friedrich, "Hochkulturen im Tertiär?" (1994); sowie: Derselbe, "Existierten Hochkulturen bereits im End-Tertiär?" (2014)
  10. Quelle: Dr. Otto Kuntze, "Phytogeogenesis...", 3. Kapitel, S. 52
  11. Quelle: Tony O’Connell, op. cit. (2010)

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