Der Goldschatz von 'Burrows Cave'

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von unserem Gastautor Reinhard Habeck (2001)

Abb. 1 Russel Burrows mit Repliken einiger der Goldobjekte, die er 1987 gefunden haben will

1982 will der Amerikaner Russel Burrows (Abb. 1) aus Olney im US-Bundesstaat Illinois auf ein unterirdisches Tunnelsystem gestoßen sein. Sarkophage mit mumifizierten Leichen sollen sich darin befinden, ebenso Tausende von gravierten Steinen, Skulpturen und rätselhafte Metallgegenstände. 1987 will der Amerikamer einen weiteren Raum entdeckt haben, eine Hauptkammer, die er als "Main Tomb" bezeichnet. Darin sollen sich Grabfunde aus purem Gold und eine in Tücher eingehüllte Mumie befinden.

Außer Russel Burrows hat bisher niemand das ominöse Höhlensystem betreten. Dennoch trug Burrows als Beweis für seine fantastische Behauptung Tausende von gravierten Steinen und einige goldene Artefakte an die Oberfäche. Der Amerikaner weigert sich bis auf den heutigen Tag, die genaue Lage der Höhle zu benennen. Er fürchtet, dass abenteuerlustige Schatzsucher die Fundstelle plündern könnten. Außerdem: Im Fall einer öffentlichen Bekanntmachung wäre klar, dass die Schätze automatisch dem amerikanischen Staat zufallen würden. Das hört sich alles ziemlisch dubios an.

Abb. 2 Eine Karte, die angeblich das Höhlensystem von Burrows Cave zeigt

Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Schweizer Autor Luc Bürgin intensiv mit der Sache. In seinem spannenden Buch "Geheimakte Archäologie" berichtet er, dass bisher "nur wenige Wissenschaftler sich de[r] Grabbeigaben von 'Burrows´ Cave' angenommen haben." Der Anstoß zur Kontroverse: "Selbst Darstellungen, die Assoziationen zur altägyptischen oder phönizischen Kultur wecken, finden sich in Burrows´ Sammlung. Kulturen also, die nach gängiger Auffassung keinerlei Kontakte mit em amerikanischen Kontinent unterhielten. Aber auch der Umstand, dass sich die Gravuren sämtlichen Entzifferungsversuchen entzogen, verärgert die Experten." [1]

Einige Altertumsforscher, darunter der amerikanische Professor James Scherz von der Universität Wisconsin, sind dennoch davon überzeugt, dass die vorgelegten Gegenstände tatsächlich uralte Grabbeilagen seien. [2] [3] Doch obwohl sich Scherz alle nur erdenkliche Mühe gab, die außergewöhnliche Sammlung so detailliert wie möglich zu dokumentieren, liegen von einigen der zutage geförderten Steine heute nur noch Fotos vor.

Abb. 3 Eine der Steintafeln mit äußerst 'altweltlichen' Portraits, die aus Burrows Cave stammen sollen

Es heißt, dass rund 2000 Gegenstände an private Sammler verkauft worden sind. Zuvor sollen aber Abdrücke und Kopien der Goldfunde angefertigt worden sein. Viele Originale aus Gold seien inzwischen eingeschmolzen worden. Bürgin berichtet darüber, dass ein Großteil der Steinfunde sich noch heute im Höhlensystem befinden soll, bei privaten Sammlern und im Besitz von Dr. Beverley Moseley, einem renommierten amerikanischen Kunstsammler und Museumsbesitzer. Weitere 500 Artefakte soll der Vizepräsident der Midwestern Epigraphic Society auf dem Schwarzmarkt zusammengekauft haben.

Jüngsten Meldungen zufolge sei der Standort des Höhlensystems lokalisiert worden und Untersuchungen würden demnächst von einem Anthropologen begonnen werden. Um wen es sich dabei handelt, wird verschwiegen. Höhlenentdecker Russel Burrows darauf angesprochen: "Ich selbst habe ab sofort nichts mehr mit der Sache zu tun."

Im Frühjahr 2000 gelang es dem Tiroler Geschäftsmann Klaus Dona, Originalbestände der verschollen geglaubten Burrows-Sammlung aufzustöbern. Die Artefakte werden als Leihgabe erstmals auf einer großen Ausstellung über "Die Welt des Unerklärlichen" in Wien der Öffentlichkeit präsentiert. Spektakuläre archäologische Sensation? Oder ist alles nur ein großangelegter Schwindel? Auffällig ist wiederum die Ähnlichkeit der Schriftsymbole mit Funden aus Glozel, Harappa, Sutatausa - und der Pater-Crespi-Smmlung in Ecuador. Schon wieder ein Zufall?


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Reinhard Habeck (©) wurde seinem Buch "Atlantis - Der verschollene Kontinent" (Abb. 4) entnommen (S. 97-98); Auszug aus Kapitel XI, "Die >unlesbaren< Schriften"), das 2001 in der Taschenbuchreihe Rätselhafte Phänomene des Tosa-Verlags veröffentlicht wurde. Bei Atlantisforschung.de erscheint er im Mai 2017 mit freundlicher Genehmigung des Autors in einer redaktionell bearbeiteten (Links und Illustration) Online-Fassung.

Fußnoten:

  1. Quelle: Luc Bürgin, "Geheimakte Archäologie", München (Bettendorf in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH), 1998, ISBN 3-7766-7002-9
  2. Siehe z.B.: James P. Scherz, Vorwort zu "The Saga of Burrows Cave", zusammengestellt von Glen W. Chapman, August 2001 (online als PDF-Datei; abgerufen: 31. Mai 2017)
  3. Siehe auch: James Phillip Scherz und Russell E. Burrows, "Rock art pieces from Burrows' Cave in southern Illinois" (Band 1), Ancient Earthworks Society, 1992, 321 Seiten

Bild-Quellen:

1) R. D. Flavin, "2013 Burrows Cave Hoax Update", bei Twisted History
2) o. A., "Ancient Artifacts, found in Burrows Cave Illinois" bei Egyptians in America (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
3) o.A., "True Suppressions 3: Burrows Cave, Newark Holy Stones, Sopher Plates", bei s8int.com
4) Tosa Verlag, Wien / Bild-Archiv Atlantisforschung.de