Die 'atlantidische Welt' des Rolf B. Röttges

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Abb. 1 Eine steinerne Karte aus den Tagen von Atlantis? Dieses Fundstück aus der Sammlung von Rolf B. Röttges soll den Atlantischen Kleinkontinent vor der Küste Afrikas abbilden. (Foto: © R. B. Röttges)

(bb) Zu den (leider) weitgehend unbekannt gebliebenen, esoterischen Atlantis-Autoren im deutschsprachigen Raum gehört Rolf B. Röttges, der 1992 das Buch "Atlantis ist mitten unter uns - Die ersten Funde über Atlantis" [1] veröffentlichte, das er allen "atlantidischen Brüdern und Schwestern von damals und heute gewidmet" hat.

Der Autor erweist sich darin als nicht ganz typischer Vertreter eines christlich-esoterischen Atlantismus [2], dessen Atlantis-Szenario sich allerdings zum großen Teil aus bekannten Versatzstücken zusammensetzt. So werden Edgar Cayce´s 'Readings' von ihm bemüht, ebenso wie Nostradamus und selbst "die Prophezeiungen des Jesus Christus". Außerdem stellt er seiner Leserschaft eine Entität namens "Seth" als besonderen Informanten vor. Insofern gestaltet sich die Atlantida des Rolf B. Röttges inhaltlich, von einigen individuellen Elementen abgesehen, als eine der unzähligen esoterischen Variationen zum Thema, die sich von vergleichbaren Arbeiten des New Age-Atlantismus nur unwesentlich und in Form einer christlich-monotheistischen Komponente abhebt.

Typisch ist neben der Übernahme katastrophistischer Vorstellungen zur Erd- und Menschheitsgeschichte [3] auch seine Adaption phantasievoller Datierungen anderer esoterisch orientierter Autoren, die von einer viele zehntausend Jahre währenden "Geschichte von Atlantis" sprechen. Diese Geschichte sei gekennzeichnet durch eine Vielzahl von kleineren und mehreren großen Katastrophen, deren jüngste der Atlantis-Kataklysmus gewesen sein soll. Kurz zusammengefasst liest sich das bei Röttges in etwa so: Platon schilderte bei seiner Beschreibung der Geschichte von Atlantis "... lediglich eine Katastrophe, und zwar die letzte von dreien. Sie ereignete sich um 9500 vor Christus und dabei ging dann die Insel Poseidonis oder Poseidia unter. Ihre Bergspitzen ragen heute noch als die Azoren-Inseln aus dem Atlantischen Ozean." [4]

Zu seinem Szenario gelangt R. B. Röttges vor allem auf drei Wegen: A) über seine Atlantida-Exegese, B) durch "Informationen" aus okkulten Kreisen bzw. aus esoterischen Quellen, C) durch die Interpretation diverser krypto-archäologischer [5] Funde, die er persönlich gemacht hat, und die er direkt mit der Kultur von Atlantis in Verbindung bringt. Mit diesen drei Komplexen, aber auch mit anderen Aspekten des Buches, wollen wir uns hier separat auseinandersetzen, um dem Gegenstand dieses Beitrags gerecht zu werden. Immerhin finden sich auch in "Atlantis ist mitten unter uns" durchaus empirische Argumente und (krypto)archäologische Indizien, die es sachlich zu prüfen gilt, auch wenn man Röttges´ religiöse Ideologie oder seine atlantisbezogenen Interpretationen im Übrigen ablehnt.


Atlantologische Betrachtungen über: 'Atlantis ist mitten unter uns'

1) Röttges´ Atlantida-Exegese

2) Röttges´ esoterische Informations-Quellen

3) Atlantidische Relikte? - die Röttges-Artefakte

4) Atlantiden, Luminarier und andere 'Ur-Zivilisationen?'

5. 'Atlantis ist mitten unter uns' - eine Schlussbetrachtung


Anmerkungen und Quellen

  1. Siehe: Rolf B. Röttges, "Atlantis ist mitten unter uns - Die ersten Funde über Atlantis", A.U.V.-Verlag, Krefeld, 1. Aufl. 1992
  2. Anmerkung: Röttges ist keineswegs ein typischer Kreationist, da er sich zwar explizit auch auf christliches Gedankengut bezieht, im Gegensatz zum kreationistischen "Pseudo-Katastrophismus" (siehe dazu z.B. Impaktszenario sprengt Kurzzeitmodell des biblischen Kreationismus von R. Heinzerling, Die 'Brunnen der Tiefe': Die Hydroplatten-Theorie des christlichen Katastrophismus und Kreationismus sowie Widerlegt die Verteilung von Kohle-Vorkommen die Wasser-Baldachin- Theorie?) keine dogmatische Bibel-Exegese (wörtliche Auslegung) betreibt. Er vertritt zudem ein Lang- oder Tiefenzeit-Modell der Erd- und Menschheitsgeschichte und setzt eine Vielzahl prähistorischer Katastrophen voraus; auch diesbezüglich unterscheiden sich seine Vorstellungen von denen der Kreationisten. Zudem platziert er das so genannte Sintflut-Ereignis um etwa sechzehn Jahrtausende früher als der orthodoxe Kreationismus - aus christlich-fundamentalistischer Sicht eine blanke Häresie. Im Übrigen vertritt Röttges die Wiedergeburtslehre, was für orthodoxe Christen ebenfalls einen Abfall vom "wahren Glauben" darstellt.
  3. Anmerkung: Ein entscheidender Unterschied zwischen dem christlich-esoterischen Katastrophismus, wie Röttges ihn vertritt, und dem (grenz-)wissenschaftlichen Neo-Katastrophismus besteht in der Annahme, die großen Kataklysmen seien ein 'Strafgericht Gottes' an einer sündig gewordenen Menschheit - ein religiöses Motiv, das dem biblischen Buch Genesis und Platons Atlantida gemeinsam ist.
  4. Quelle: Rolf B. Röttges, op. cit., S. 10
  5. Vergl.: Was ist eigentlich Krypto-Archäologie? (red)

Bild-Quelle

(1) Rolf B. Röttges, "Atlantis ist mitten unter uns", S. 216