Enrico Alberto d'Albertis

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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Enrico Alberto d'Albertis (1846-1932)

(red) Enrico Alberto d'Albertis (Abb. 1) (* 23. März 1846 in Voltri - † 3. März 1932 in Genua) war ein italienischer Seefahrer, Schriftsteller, Philologe, Ethnologe, Archäologe und Philanthrop, zu dessen vielseitigen Interessen auch das Studium des Atlantis-Problems gehörte. Er lokalisierte Atlantis im Atlantik und vertrat ähnliche Ansichten wie sein älterer Zeitgenosse Augustus Le Plongeon.

Biographische Notizen

In der heute zu Genua gehörenden Ortschaft Voltri geboren, verpflichtete d'Albertis sich als junger Mann bei der königlich-italienischen Marine (Regia Marina), und nahm 1866 an der Seeschlacht von Lissa teil. Danach diente er auf den Schlachtschiffen Ancona und Formidabile. Später wechselte er zur Handelsmarine über und wurde Kommandant der Emilia, dem Leitschiff des ersten italienischen Konvois im Suezkanal.

Von 1874 an widmete d'Albertis sein Leben dem Segeln. [1] Nachdem er 1879 den ersten italienischen Yacht-Club gegründet hatte, vollzog er mit zwei Segelkuttern, der Violante und der Corsaro, die Fahrt des Christoph Kolumbus nach San Salvador nach, wobei er selbstgefertigte nautische Instrumente nutzte, die jenen von Kolumbus nachgebaut waren. Außerdem reiste D'Albertis drei mal um die Welt und umschiffte auch einmal Afrika. Während des I. Weltkriegs führte er gemeinsam mit Arturo Issel archäologische Grabungen durch - und patroullierte als Freiwilliger auf dem Tyrrhenischen Meer, wofür er ein Verdienstkreuz erhielt.

Abb. 2 Das Castello d'Albertis gehört heute zu den Museen der Stadt Genua.

D'Albertis designte persönlich das Castello d'Albertis (Abb. 2), seine Residenz in Genua. Dort präsentierte er auch seine Privatammlung von Exotica, die unter anderem zahlreiche Waffen beinhaltete, die er von seinen Reisen nach Malaysia, Australien, Kleinasien, Neuseeland, Amerika und Iberien mitgebracht hatte. Einige der Räumlichkeiten waren im typischen Yacht-Design gehalten. Nach d'Albertis´ Tod im Jahr 1932 ging die Burg mit seiner Sammlung in den Besitz der Stadt Genua über, die aus ihr ein 'Museum der Weltkulturen' machte.

E.A. d'Albertis und Atlantis

Die Ergebnisse seiner Studien zum Thema 'Atlantis' veröffentlichte d'Albertis, wie es bei Tony O’Connell heißt, (erstmals) 1884 in seinem Buch "Crociera del >Corsaro< alle isole Madera e Canarie" [2] (3. Kapitel), in dem er die ostatlantischen Archipele Makaronesiens - die Kanarischen Inseln, Azoren und Madeira - sowie die Inseln der Karibik im Westatlantik als bestehen gebliebene Ausläufer von Atlantis darstellte. [3]

Abb 3 Die Zeitung Der Deutsche Correspondent aus Baltimore berichtete in ihrer Ausgabe vom 27. April 1906 (Bild) über E.A. d'Albertis´ Atlantisforschung.

Etwas ausführlicher sind die Informationen, die in einem Artikel zu finden sind, welcher 1906 in der in Baltimore, USA, ansässigen Auswandererzeitung Der Deutsche Correspondent (Abb. 3) erschien. Darin heißt es: "Im >Cassaro< schreibt der italienische Hauptmann C. d'Albertis, daß die in Centralamerika gemachten Entdeckungen von uralten Monumenten der Maya-Völker geeignet seien, die Grundlagen der Geschichte vom Ursprung des Menschengeschlechtes zu enthüllen. Durch die Hieroglyphen, welche auf jenen Monumenten sichtbar seien, werde bewiesen, daß in Centralamerika in vorgeschichtlicher Zeit ein Volk gewohnt habe, dessen Sprache, Sitten, Religion, Architektur und Skulptur derer der ersten Zivilisation Asien's, Afrika's und Europa's sehr ähnlich gewesen seien.

Wahrhaft überraschen müssen vor Allem einige Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten linguistischer Natur: >Baal< ist die für die Phönizier als Gottheit verehrte Sonne - in der Mayasprache bedeutet es >Haupt, Herr;< >Ain< ist auf den egyptischen Monumenten der Name Egyptens - in der Mayasprache heißt es >Land der Krokodile.< In derselben Sprache heißt >Atl< - >Wasser< und >Tlan< - >Nachbar< oder >benachbart<; woraus zu schließen ist, daß die fabelhafte Insel Atlantis in der Nähe des Mayalandes gesucht werden muß. Ja noch mehr: Die von griechischen Schriftstellern (Herodot und Diodorus Siculus bestätigten egyptischen Traditionen lassen ddie Annahme zu, daß Egypten in grauer vorzeit eine Kolonie des mächtigen Atlantisvolkes gewesen sei.

Als Solon in Egypten weilte - Plato erzählt das im >Timäus< und >Kritias< -, sollen ihm die egyptischen Priester Wunderdinge über die den Säulen des Herkules gegenüber gelegene Insel Atlantis, die angeblich größer als Asien und Libyen zusammen war, berichtet haben: >Auf dieser Atlantis waren berühmte Könige, die über Lydien [4], Egypten und Tyrrhenien (Etrurien) herrschten ... aber es kamen Erdbeben und Überschwemmungen, und in der Zeit von 24 Stunden war die Atlantis verschwunden.<

Le Plongeon und d'Albertis behaupten nun, daß die Mayas auch auf der geheimnisvollen Insel wohnten, und daß sie von dort nach Egypten kamen und sich über die alte Welt verzweigten. Man hätte die Wiege der Menschheit also nicht mehr in Asien, sondern in Amerika zu suchen." [5]



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Anmerkungen und Quellen

Verwendetes Material:

Fußnoten:

  1. Siehe dazu auch: "SPECIAL INTERVIEWS: CAPTAIN D'ALBERTIS, OF THE ITALIAN NAYV", 5. August 1896, in: New Zealand Herald, Seite 3
  2. Siehe: Enrico Alberto d' Albertis, "Crociera del >Corsaro< alle isole Madera e Canarie, narrata dal capitano Enrico d'Albertis", tip. del R. Istituto sordo-muti, 1884
  3. Quelle: Tony O’Connell, "d'Albertis, Alberto Enrico", 27. Januar 2011, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 31. August 2015)
  4. Red. Anmerkung: Hier müsste es "Libyen" heißen.
  5. Quelle: o.A., "Vom Ursprung des Menschengeschlechts", in Der Deutsche Correspondent (Baltimore, USA), 27. April 1906; zit. nach: CHRONICLING AMERICA - Historic American Newspapers, unter: Der deutsche Correspondent., April 27, 1906, Wochenausgabe, Page 6, Image 6

Bild-Quellen:

1) Twice25 und Rinina25 bei Wikimedia Commons, unter: File:DSCF8231.JPG (Lizenz: GFDL)
2) Twice25 und Rinina25 bei Wikimedia Commons, unter: File:Genova-Castello d'Albertis-DSCF5407.JPG (Lizenz: GFDL)
3) CHRONICLING AMERICA - Historic American Newspapers, unter: Der deutsche Correspondent., April 27, 1906, Wochenausgabe, Image 1 (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)