Escuela Argentina de Protocartografía

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Abb. 1 Ein Foto von Enrique De Gandía, dem forschungs-ideellen 'Gründervater' der Escuela Argentina de Protocartografía, in hohem Alter (Foto: Fundación Konex)

(bb / fs) bei der Escuela Argentina de Protocartografia (Argentinische Schule der Protokartographie), handelte es sich um eine, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aktive [1] Forschungsgemeinschaft einiger Kartographen, Geographen und Historiker, welche die Überzeugung teilten, dass Amerika bereits vor dem Zeitalter der Entdeckungen, einschließlich der ersten Reise von Christoph Kolumbus in die 'Neue Welt', auf alten Karten dargestellt war. Damit wandten sie sich bewusst gegen vorherrschende Lehrmeinungen zur Kartographiehistorik und Seefahrtsgeschichte.

Zu den führenden Köpfen und Protagonisten der Gruppe gehörte der belgisch-argentinische Kartograph Paul Gallez (Abb. 2) (1920–2007), der seinerseits von den Arbeiten der Forscher Dick Edgar Ibarra Grasso (1917-2000) und Enrique de Gandía (1906-2000) (Abb. 1) inspiriert wurde. Gallez war der erste, der das Flussnetz der wichtigsten Ströme Südamerikas auf einer 1489 von Henricus Martellus Germanus veröffentlichten Karte identifizierte, indem er ein Verzerrungsnetz [2] verwendete. [3]

Abb. 2 Paul Gallez, 'Frontman' und 'Motor' der Escuela (Foto: Mario R. Montani)

Grasso war seinerseits der erste, der auf Karten von Claudius Ptolemäus und Marinos von Tyros in der sogenannten Halbinsel 'Cattigara' die Küsten von Ecuador und Peru identifizierte. Seine Hypothese basierte teilweise auf den von de Gandia bereits 1942 in dessen Buch „Primitivos Navegandes Vascos[4] (Urtümliche baskische Seefahrer) geäußerten Annahmen. [5] Zumindest zum engen Umfeld der Escuela gehörten auch der aus Kolumbien stammende, nach Mexiko emigrierte Psychologe, Historiker und Soziologe Gustavo Vargas Martínez (1934-2006) sowie der argentinische Amateur-Historiker Demetrio Charalambous.

Wissenschaftsgeschichtlich betrachtet, konnten sich die Angehörigen der Escuela Argentina de Protocartografia mit ihrer Pionierarbeit in Hinsicht auf kartograpgiehistorische Ansätze zur Erforschung anzunehmender präkolumbischer Kontakte zwischen den - Alte und Neue Welt genannten - Erdteilen zwar nicht im Mainstream der scientific community durchsetzen. Sie lieferten aber die 'Initialzündung' zur Entwicklung der heutigen außenseiterischen Protokartographie als eigenständiges Forschungsgebiet im Rahmem des modernen polydisziplinär orientierten Diffusionismus.


Anmerkungen und Quellen

Vorwiegend verwendetes Material

Fußnoten:

  1. Anmerkung; Der Zeitraum, in welchem die Aktivitäten der Escuela anzusiedeln sind, lässt sich derzeit nicht exakt angeben. Gesichert erscheint jedenfalls, dass sie in den 1970er Jahren tätig war. Siehe: Paul Gallez, "Les travaux de l'Ecole Argentine de Protocartographie", in: Archives internationales d'Histoire des Sciences, Vol. XXVIII, Nº102, pp. 119-120, 1978, Wiesbaden (Deutschland)
  2. Anmerkung: Verzerrungsnetz = eine heute veraltete Methode zur Ähnlichkeits-Referenzierung unterschiedlicher Karten
  3. Quelle: Wikipédia - la encyclopedie libre, unter: "Paul Gallez" (abgerufen: 30. Juni 2018)
  4. Siehe: Enrique de Gandía, "Primitivos navegantes vascos", Buenos Aires (Editorial vasca Ekin), 1942
  5. Quelle: Wikipédia - la encyclopedia libre, unter: "Dick Edgar Ibarra Grasso" (abgerufen: 30. Juni 2018)

Bild-Quellen:

1) fundacionkonex.org, unter: Enrique De Gandía
2) Mario R. Montani, ESCRIBIENDO DESDE LA COLA DEL DRAGON (Un recuerdo personal de Paul Gallez), bei: mormosofía