Gedanken zur wahren Natur der atlanto-europäischen Megalith-Zivilisation

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von unserem Gastautor Dr. Horst Friedrich

Abb. 1 Das heutige Europa ist auf den Ruinen einer alten Megalithiker-Zivilisation aufgebaut, deren Ursprünge bis in die jüngste 'Eiszeit' zurückreichen.

Fassen wir - unbeeinflusst von (neo-) scholastischen [1] Lehrmeinungen - zusammen, was wir heute über die einst im atlantischen Westen Europas, von Marokko bis Südskandinavien, existierende Megalith-Zivilisation mit ihren Steinkreisen, Dolmen etc. wissen, so ergibt sich folgendes Bild:

1. Diese Kultur war offensichtlich, über diesen ganzen riesigen Raum, einheitlich, zumindest auf dem Gebiet der Spiritualität. In diesem Sinne kann man also durchaus von einer "ersten Weltreligion" [2] sprechen. Es kann sich aber durchaus auch um eine politische Einheit gehandelt haben. [3]

2. Die Lingua franca [4] dieser Kultur war eine alt-semitische Sprache. [5]

3. Es handelte sich offensichtlich um eine maritime, dem Atlantik zugewandte Zivilisation, die Schiffsbau und Hochsee-Navigation perfekt gemeistert hatte und offensichtlich auch überseeische Verbindungen unterhielt. [6]

4. Die Megalith-Kultur existierte offenbar in einer Zeit des Überganges aus einer mehr friedfertigen, vom Weiblichen dominierten (,,Matriarchats”-) Phase in eine mehr kriegerische, männlich-dominierte (,,Patriarchats”-)Phase, in der auch ein Übergang stattfand von der Verehrung der Göttlichen Mutter (Shakti) zu einer doch sehr anthropomorphen Gott-Vater-Vorstellung. [7] Parallel scheint eine höhere Spiritualität degeneriert zu sein zu organisierten Religionen mit Priesterschaften und Dogmen.

5. Wie aus der Positionierung und Anordnung der Megalith-Monumente klar und unbezweifelbar ersichtlich, verfügte diese Zivilisation über ein enormes Wissen auf den Gebieten der Astronomie, Vermessungskunst, Mathematik, Geomantie und "heiliger Geometrie". [8]

6. Die Megalith-Zivilisation war keineswegs analphabetisch (was zum vorangehenden Punkt ja auch gänzlich inkompatibel wäre!), sondern sie besaß ein uraltes Buchstaben-Alphabet, das die Mutter aller anderen Buchstaben-Alphabete war, und von dem Phönizisch, Hebräisch, Griechisch und das germanische Runen-Alphabet nur späte, vereinfachte Versionen sind. [9]

Abb. 2 Die Steintafeln von Glozel verschaffen uns einen Eindruck von den primhistorischen Buchstaben-Alphabeten Ur-Europas.

7. Die atlanto-europäische Megalith-Zivilisation scheint auf intime, uns heute (wegen der Vernebelung durch schulwissenschaftliche Dogmen) aber noch ganz unklare Weise mit den (Proto-) Phöniziern verbunden zu sein. Waren letztere vielleicht die weltweit aktive "Hanse" der Megalith-Zivilisation? Das uralte Cádiz steht in dringendem Verdacht, das erste, ursprüngliche "Tyrus" der Phönizier gewesen zu sein. [10]

8. Vieles deutet darauf hin, dass die Megalith-Kultur die ,,Mutter-Zivilisation” - für Alt-Ägypten die Teil-"Mutter-Zivilisation" [11] - der alt-mediterranen und alt-orientalischen Hochkulturen gewesen sein könnte. [12] Die Semiten scheinen in der Tat, auf ganz andere Weise als die Schulwissenschaft meint, alle "West-Semiten" gewesen zu sein und, wie auch andere alt-mediterrane Völker, aus dem atlanto-iberischen Westen zu stammen. [13] Die Schulwissenschaft bezeichnet die westlich von Mesopotamien lebenden Semiten (Aramäer, Hebräer, [[Die Phönizier in Amerika|Phönizier] etc.) als West-Semiten, während für Touchet alle semitischen Völker aus dem iberischen Westen stammen, von woher sie auch die ursprüngliche Gewohnheit, Megalith-Heiligtümer zu errichten, mitgebracht hätten.</ref>

9. Mancherlei Argumente - etwa die verschiedenen Bauphasen von Stonehenge (Abb. 3) – deuten darauf hin, dass diese Zivilisation um -1450 bis -1200 von schweren Kataklysmen in Mitleidenschaft gezogen wurde, und dass die bisher letzten Kataklysmen um -700 ihr den Rest gaben. Um -700 scheint dann auch die "ibero-semitische" Phase Alt-Westeuropas, auf bisher noch ganz ungeklärte Weise, in die keltische Phase übergegangen zu sein. [14]

So sind die Fakten und die Wahrscheinlichkeiten! Welches Fazit lässt sich aus der Aufzählung dieser Argumente ziehen? Zunächst einmal das, dass das alte schulwissenschaftliche - quasi-religiöser Ideologie geschuldete - Dogma "ex oriente lux" definitiv schleunigst ein für allemal dem Papierkorb überantwortet werden sollte! Sein erstes "Licht" hat Europa zweifellos aus dem atlantischen Westen erhalten. Der Orient hat zunächst dem Okzident gar nichts gegeben.

Er hatte nämlich nichts, was er hätte geben können! Wobei hier aus dem "Orient" Indien ausgeklammert bleiben muss. Denn das ist ein ganz anderes Thema. Zweifellos bestanden ja Affinitäten zwischen der altindischen und (proto-)keltisch-druidischen Naturphilosophie und Spiritualität. Wie diese aber zustande gekommen sein könnten, darüber kann man heute erst nur spekulieren.

Abb. 3 Stonehenge, neben Goseck (in Deutschland) eines der größten Observatorien des 'Neolithikum' in West-Europa.

Zweitens lässt sich das Fazit ziehen, dass die Zurechnung der alt-westeuropäischen Megalith-Zivilisation zu einer "Steinzeit" - worunter man ja gemeinhin etwas Urzeitlich-Primitives versteht - eine törichte oder aber voll-bewusste Abwertung der Quelle der abendländischen Kultur bedeutet. Es mag durchaus sein, dass das Establishment unserer christlichen "Amtskirchen" ein Interesse daran hat, einen erneuten Zugang zu diesen unseren Wurzeln zu verhindern (den übrigens auch die Wiederbelebung einer "nordischen Odins-Religion" eher verhindert als befördert), indem das ,,Steinzeit”-Image und das Märchen vom "ex oriente lux" über die Medien unermüdlich verbreitet wird.

Drittens lässt sich das Fazit ziehen, dass der - bisher völlig ungeklärte, nebulose, wohl von Natur-Kataklysmen verursachte - Übergang des mehr westlichen Europas aus der "ibero-semitischen" Megalithphase in die keltische Phase dringend einer vorurteilslosen, kompetenten Untersuchung bedarf. Diesem Übergang kommt entscheidende Bedeutung für die Entstehung der abendländischen Kultur zu.

Nur von daher wird nämlich der so seltsam schillernde Charakter der keltischen Kultur verständlich werden können! Von den zahlreichen ethno-linguistischen Rätselfragen soll hier einmal ganz abgesehen sein.

Wir haben auf der einen Seite eine - materiell wie spirituell - vergleichsweise wenig anspruchsvolle Krieger-Kultur, wie wir sie auch von anderen indogermanisch-"skythischen" Völkern kennen. Auf der anderen Seite das Druidentum und die rätselhaften "Keltenschanzen" [15], die mehr wie ein Erbe der ganz anders gearteten westeuropäischen Megalith-Kultur aussehen. In welchem Verhältnis standen die Kelten ursprünglich zu der Megalith-Zivilisation, deren östliche Nachbarn sie zunächst wohl gewesen waren? Hatte die Megalith-Zivilisation ursprünglich kriegerische Stämme als Grenzwächter etabliert? Oder war der europäische Kontinent im Innern zur Zeit der Entstehung der Megalith-Zivilisation noch so wild (und vielleicht auch von Kataklysmen verwüstet), dass sie selbst diese ,,Keltenschanzen” angelegt hatte, um dieserart - mittels geomantischer Manipulationen - den Kontinent durch Umweltberuhigung und Wetterharmonisierung für eine Besiedelung vorzubereiten. [16] Rätsel über Rätsel!

Last not least wird eine Chronologie-Entwirrung - wahrscheinlich eine Chronologie-Zusammenschiebung [17] - und eine Klärung der Frage vorzunehmen sein, ob und inwieweit die angeblich steinzeitliche Megalith-Zivilisation mit Metallurgie vertraut war. Georgelin [18] und Illig [19] haben es sehr wahrscheinlich gemacht, dass man bereits sehr wohl mit Eisenwerkzeugen aus gehärtetem Stahl vertraut war.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Dr. Horst Friedrich © wurde erstmals in EFODON SYNESIS Nr. 19/1997 veröffentlicht. Online erschien er zuerst im EFODON-Archiv

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: NEO-SCHOLASTIK ist ein vom Autor dieses Beitrags eingeführter Begriff zur Bezeichnung einer dogmatischen Tendenz im modernen Wissenschaftsbetrieb, über die er 1990 schrieb: "Die Methode der Neo-Scholastik ist es, die Welt durch die Brille der Paradigmata zu betrachten, für eine gewisse Zeit gültige Lehrmeinungskomplexe, zu denen sie - da dies prinzipiell nicht anders möglich ist - nur durch eine selektive Betrachtung der Phänomene gelangen kann. Die Neo-Scholastik mißversteht die Wissenschaft quasi als Schrank mit schon vor langer Zeit beschrifteten Schubfächern, worin mehr oder weniger fixiertes >Wissen< ruht. Vor der zugrundeliegenden Einheit aller Wissenschaft und interdisziplinärer Forschung hat man dort de facto einen Horror [...] Die wahre Wissenschaft wird immer wieder die der Neo-Scholastik so teuren Paradigmata in Frage stellen und versuchen, zu einer besseren Annäherung an die Wahrheit zu gelangen." Siehe: Friedrich, Horst, "Velikovsky, Spanuth und die >Seevölker-Diskussion - Argumente für eine Abwanderung atlanto-europäischer spät-bronzezeitlicher Megalith-Völker gegen 700 v. Chr. in den Mittelmeerraum", Wörthsee (im Selbstverlag des Autors) 1988; 2. Auflage mit ausführlichen aktualisierenden Vorbemerkungen, Wörthsee, 1990)
  2. Im Sinne von Sibylle v. Cles-Redens Werk ,,Die Spur der Zyklopen” (Köln 1960), das sehr lesenwert ist, dessen Wert aber durch Übernahme des Dogmas ,,ex oriente lux” gemindert wird.
  3. Im Sinne etwa der Publikationen von Pastor Jürgen Spanuth. Hierzu auch von Horst Friedrich: ,,Velikovsky, Spanuth und die Seevölker-Diskussion” (2. Auflage, Wörthsee 1990).
  4. Nach dem DUDEN die Verkehrssprache eines größeren mehrsprachigen Raumes.
  5. Theo Vennemann: "Etymologische Beziehungen im Alten Europa", in: DER GINGKO-BAUM, Germanist. Jahrbuch für Nordeuropa, 13. Folge, (S. 39 - 115), Helsinki 1995
  6. Zu identischen Megalith-Monumenten in Nordamerika etwa M. D. Pearson: ,,Dolmens”, in: Epigraphic Society Occasional Publications (ESOP), Vol. 16, 1987
  7. Vgl. hierzu Friedrich: op.cit.
  8. Hierzu exzellent von John Michell: Die Geomantie von Atlantis, (München 1984)
  9. Vgl. hierzu ebenfalls Friedrich, op.cit., Vorbemerkungen zur 2. Auflage 1990
  10. Hierzu etwa von Uwe Topper: Das Erbe der Giganten, (Olten/Freiburg 1977) und Jacques Touchet: ,,La Grande Mystification”, kapitelweise veröffentlicht in MEDITERRANEA, Nr. 29/1988 - 47/1992 (Carcassonne).
  11. Zu Alt-Ägypten Horst Friedrich: Die Entstehung von Ober- und Unter-Ägypten in diffusionistischer Sicht”, in: EFODON SYNESIS Nr. 9/1995; sowie online bei Atlantisforschung.de
  12. Hierzu Friedrich: op.cit. 1990
  13. Hierzu Touchet: op.cit. passim.
  14. Zu den spät-prähistorischen und proto-historischen Kataklysmen ist das grundlegende Werk Immanuel Velikovsky: Earth in Upheaval (London 1956), deutsch: Erde im Aufruhr (Frankfurt a. Main 1980).
  15. Hierzu etwa Gernot L. Geise: ,,Keltenschanzen und ihre verborgenen Funktionen”, Hohenpeißenberg 1997, worin die geomantischen Wirkungen dieser noch heute rätselhaften Anlagen diskutiert werden. Red. Anmerkung: Vergl. dazu bei Atlantisforschung.de auch: Das Rätsel der Keltenschanzen von Gernot L. Geise
  16. Diese These vertritt Gernot L. Geise in: ,,Das keltische Nachrichtensystem“, Peiting 2002. Es darf spekuliert werden, ob man einst generell die alten Kulturen mittels geomantischer Manipulation quasi mit einem ,,irdischen Körper” versah.
  17. Hierzu etwa Heribert Illig: Die veraltete Vorzeit, Frankfurt a. Main 1988
  18. Pierre Georgelin: Menhirs bretons et Routes du Fer, Porspoder/Saint-Dennec 1978.
  19. Illig: op.cit., S. 34 - 36.

Bild-Quellen:

1) Abbildung aus Erich von Däniken: Die Steinzeit war ganz anders (München 1991), S. 101, nach: http://www.efodon.de/html/archiv/vorgeschichte/friedrich/megalith.htm
2) R. Cedric Leonard, Quest for Atlantis unter: http://www.atlantisquest.com/glozel.html
3) http://members.aol.com/WA1ION/stonehenge.jpg