J. Gwyn Griffiths

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Kurzportrait

Abb. 1 John Gwyn Griffiths und seine Frau, die deutsche Ägyptologin Käte Bosse-Griffiths (1910-1998) im Jahr 1939

(red) John Gwyn Griffiths (Abb. 1) (* 7. Dezember 1911 in Porth, Wales; † 15. Juni 2004 in Swansea, Wales) war ein walisischer Altphilologe, Ägyptologe, politscher Aktivist [1] und Poet, der ab 1945 am University College Swansea der University of Wales Klassische Philologie und Alte Geschichte lehrte.

Griffith, der an Universität Liverpool mit einer Master-Arbeit zum Einfluss Altägyptens auf die Religion Griechenlands während der mykenischen Periode graduiert hatte und 1949 an der Universität Oxford mit einer Dissertation zum Zwist zwischen Horus und Seth den Grad eines Dr. phil. erlangte [2], befasste sich am Rande seiner Studien zum alten Ägypten und Griechenland auch mit Platons Atlantisbericht.

Dazu veröffentlichte Griffith 1991 ein Essay mit dem Titel "Atlantis and Egypt", das als namengebender Bestandteil einer Sammlung von Texten aus seiner Feder zu unterschiedlichen Themen erschien. [3] In besagtem Essay bespricht er die Wahrscheinlichkeit eines ägyptischen Ursprungs von Platons Atlantis-Erzählung. Dabei kommt er auch auf häufig übertriebenen Zahlenangaben Platons, speziell auf die heiß diskutierte Datierung von Atlantis (Kritias 106e) zu sprechen. Dazu haben diverse Forscher - u.a. der griechische Seismologe Angelos Galanopulos - die Hypothese vertreten, Solon, der Übermittler der Atlantida, habe bei der Ansicht ägyptischer Aufzeichnungen über Atlantis die Symbole für 100 und 1000 verwechselt; ein Ansatz atlantologischer Chronologie-Revision, für den der irische Atlantologie-Enzyklopädist Tony O’Connell die griffige Bezeichnung 'Factor Ten' geprägt hat.

Zu J. Gwyn Griffiths’ ägyptologischer Bewertung dieser Verwechslungs-Hypothese heißt es bei O’Connell: "Indem er die Datierung des Untergangs von Atlantis kommentiert, betont Griffith, dass die ägyptischen Hieroglyphen für 100 und 1000 ziemlich unverwechselbar sind, und unter der Annahme, dass die ursprüngliche Erzählung in diesem Format aufgeschrieben war, gebe es keinen guten Grund dafür, Platos Datierung von 9000 auf 900 Jahre vor Solons Besuch in Ägypten zu verschieben." [4] Andrew Collins zitiert Griffith zur 'Factor Ten'-Hypothese zudem wörtlich mit der Feststellung: "Nehmen wir eine Hieroglyphenform des Prototyps an, so scheint der Vorschlag sehr dürftig zu sein, da die Normalformen für 100 und 1000 so scharf unterschieden sind." [5]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Griffith stand Mitte des 20. Jahrhunderts der sozialdemokratisch und walisisch-national orientierten Partei Plaid Genedlaethol Cymru (heute: Plaid Cymru = Partei von Wales) nahe, deren Zeitung Y Ddraig Goch er zwischen 1948 und 1952 herausgab. (Quelle; abgerufen 21. März 2018)
  2. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter "J. Gwyn Griffiths" (abgerufen: 22. März 2014)
  3. Siehe: J Gwyn Griffiths, "Atlantis and Egypt with Other Selected Essays", Cardiff (University of Wales Press), 1991
  4. Quelle: Tony O’Connell, "Griffith, John Gwyn", 24. Mai 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 22. März 2014; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  5. Quelle: J. Gwyn Griffiths (1991); zit. nach: Andrew Collins, "Kreta oder Thera als Atlantis? - Kritische Anmerkungen zu den 'kretominoischen' Atlantis-Theorien", Januar 2018, bei Atlantisforschung.de

Bild-Quelle: