James Bailey

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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 James R.A. Bailey (1919-2000)

(red) James Richard Abe Bailey (Abb. 1) (* 23. Oktober 1919 – ✝ 29. Februar 2000), kurz Jim Bailey genannt, war ein englisch-südafrikanischer Pilot, Autor, Publizist, Herausgeber and Privatforscher. Als solcher verfocht er die diffusionistische Vorstellung weit präkolumbischer transatlantischer Kontakte zwischen Alter und Neuer Welt und vertrat eine Atlantis-Lokalisierung in Südamerika.

In London als Sohn des Diamanten-Tycoons Sir Abe Bailey und der Flieger-Pionierin Lady Mary Bailey zur Welt gekommen [1], erhielt Jim Bailey seine schulische Ausbildung am Winchester College und am Christ Church, Oxford. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde er zur Oxford University Air Squadron einberufen [2] und diente ab September 1939 als Kampfpilot bei der 264. und 85. Squadron der Royal Air Force. Er flog Defiants, Hurricanes sowie Beaufighters, und wurde für seine militärischen Verdienste mit dem Order of the British Empire und dem Distinguished Flying Cross ausgezeichnet.

Abb. 2 Das Frontcover von Jim Baileys Buch "The God-Kings and the Titans" aus dem Jahr 1973

Nach dem Krieg übersiedelte Jim Bailey in die südafrikanische Heimat seines Vaters, wo er als äußerst wohlhabender Mann 1951 die finanziellen Mittel zur Gründung des in Cape Town produzierten Magazins African Drum zur Verfügung stellte, das sich ausdrücklich an eine schwarze Leserschaft richtete. Als dieses Zeitungsprojekt ins Schlingern geriet, übernahm er selbst die Kontrolle. Das Magazin wurde vereinfachend in Drum umbenannt, die Geschäftsstelle zog nach Johannesburg um, und Anthony Sampson wurde ihr Herausgeber. [3]

Ab den 1970er Jahren trat Jim Bailey auch als Sachbuchautor im Bereich der alternativen Ur- und Frühgeschichtsforschung in Erscheinung. So veröffentlichte er 1973 sein Buch "The God-Kings and the Titans: The New World Ascendancy in Ancient Times" (Abb. 2). Darin behandelte er anzunehmende transpazifische und transatlantische präkolumbische Kontakte [4], und stellte u.a. die Hypothese vor, bronzezeitliche Seefahrer aus dem Mittelmeer-Raum seien für den damals erfolgten industriellen Kupferabbau in Nordamerika verantwortlich gewesen. [5]

Darüber hinaus propagierte er, wie wir bei Tony O’Connell nachlesen können, die Vorstellung, Platons Atlantis habe in Peru gelegen, und seine Hauptstadt sei entweder Tiahuanaco oder Chan Chan gewesen, wobei letztere Option - Chan Chan entstand etwa 1300 n.d.Z. - das Atlanter-Reich in das jüngst vergangene Millennium katapultieren würde... 1994 publizierte Bailey ein spätes Nachfolgewerk, "Sailing to Paradise: the Discovery of the Americas by 7000 B.C.", in dem er nicht nur weiteres Material zu prähistorischer transozeanischer Kultur-Diffusion in Amerika vorstellte, sondern auch zur Stützung seiner süd- und mittelamerikanischem Atlantis-Lokalisierung.

"Er verweist", so O’Connell, "auf die Bewässerungs-Systeme von Mexiko, das Vermögen, in Mexiko drei Getreide-Ernten pro Jahr zu erzielen, und auf die Küstenebenen Perus [...] als Echos auf Platos Beschreibung von Atlantis. Indes ist der Haupt-Einwand gegen Baileys Theorie die Tatsache, dass in Südamerika keine Bronze-Artefakte gefunden wurden, die früher als das 2. Jahrtausend v.Chr. datieren. Für Nordamerika wird allgemein akzeptiert, dass es dort keine Bronzezeit gab, auch wenn es einige Verwendung des Kupfers gegeben hat, das um die Großen Seen herum gefunden wurde. Vermutlich wirkte der Mangel an Zinn in einer leicht abbaubaren Form in der Region dem Aufkommen einer Bronze-'Industrie' entgegen." [6]


Publikationen von James Bailey

  • As In Flight (1961)
  • National Ambitions (1958)
  • Eskimo Nel (1964)
  • The God-Kings and Titans (1973)
  • The Sky Suspended (1990)
  • The Poetry of a Fighter Pilot (1993)
  • Sailing to Paradise (1993) [7]


Anmerkungen und Quellen

Vorwiegend verwendetes Material:

Fußnoten:

  1. Siehe: South African History Online, unter: "Jim Bailey profile" (abgerufen: 23. Sept. 2015)
  2. Siehe: The Guardian, 3. März 2000, unter: "Jim Bailey, A good man in Africa" (Nachruf)
  3. Siehe: South African History Online, unter: "Jim Bailey profile" (abgerufen: 23. Sept. 2015)
  4. Siehe: Dore Ashton, "Noguchi East and West", University of California Press, 1993, S. 17. ISBN 978-0520083400
  5. Anmerkung: Siehe zu diesem brisanten Thema, das keineswegs nur von Bailey abgehandelt wurde, bei Atlantisforschung.de einführend: William R. Corliss, "Gesucht: 500 000 Tonnen Kupfer"; sowie ausführlicher: Bernhard Beier, "Prähistorischer Kupferbergbau in Nordamerika und eine frühe Transatlantik-Connection"
  6. Quelle: Tony O’Connell, "Bailey, James", 3. Juni 2010, bei Atlantipedia.ie (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  7. Quelle der Publikationsliste: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: James R. A. Bailey (abgerufen: 23. Sept. 2015)

Bild-Quellen:

1) Tony O’Connell, "Bailey, James" bei Atlantipedia.ie
2) St. Martin's Press / Bildarchiv Atlantisfoschung.de