Jens Janus Bircherod (Bircherodius junior)

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Historisches Forscherportrait

Abb. 1 Eine alte Karte Nord- und Mittelamerikas, vermutl. aus dem 17. Jahrhundert. Im Jahr 1683 veröffentlichte Jens Janus Bircherod die erste Abhandlung, in der umfassend die These vorestellt wurde, die Existenz Amerikas, das er mit Platons Atlantis identifizierte, sei schon in der Antike in der Alten Welt bekannt gewesen.

(red) Jens Janus Bircherod [1] - latinisierte Namensform; Bircherodius; er wurde auch Bircherodius junior genannt - (1664-1720) war ein Schweizer Gelehrter. [2] In seinem 1683 erschienenen Werk "...de novo Orbe non novo Schediasma" [3], das sich, wie es bei Thorwald C. Franke heißt, "offenbar maßgeblich auf Georg Horn stützt", vertritt Bircherodius die Ansicht, "dass Platons Atlantis sich nur auf Amerika beziehen kann. Auch er sieht wie dieser vor allem Phönizier als frühe Entdecker Amerikas." [4]

Weitere Informationen bezüglich Bircherodius juniors Leben liegen derzeit nicht vor, aber zumindest in Hinsicht auf seine Abhandlung von 1683 finden sich einige genauere Angaben in der Dissertation "Die Urvolkhypothese" des Historikers Manfred Petri. Über Bircherods "ausführliche und gelehrte Untersuchung" heißt es dort u.a.: "Der größte Teil seiner Argumentation diente dem Nachweis der Kenntnisse antiker Autoren von der Neuen Welt. Zur Unterstützung zog er zahlreiche Stellen aus antiken Schriften heran, die jedoch nur vage Andeutungen über Amerika enthielten. [5]

Am Beispiel der angeführten Verse aus Senecas »Medea« läßt sich zeigen, daß Bircherodius bei seiner Beweisführung keineswegs undifferenziert vorging. Senecas Zeilen schienen ihm so sicher vorherzusagen, »novas omnio terras aliquando detectum iri ... quam certum jam est facta esse«. [6] Auch nach Meinung der konsultierten Autoritäten Farnabio, Campanella und Petrarca bezog sich diese Stelle eindeutig auf Amerika." [7] Petri bemerkt zudem: "Ausdrücklich wandte sich Bircherodius mit dem Hinweis auf ihren heutigen jämmerlichen Zustand gegen die weit verbreitete Meinung, bei den sagenhaften, vom Überfluß gesegneten Inseln der Alten im atlantischen Ozean handele es sich um die Kanarischen Inseln." [8]





Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Nicht zu verwechseln mit dem dänischen Bischof Jens Bircherod (1658-1708)!
  2. Quelle: Thorwald C. Franke, "Kritische Geschichte der Meinungen und Hypothesen zu Platons Atlantis - Von der Antike über das Mittelalter bis zur Moderne", Norderstedt (BoD), 2016, S. 320
  3. Siehe: Jens Janus Bircherodius, "...de novo Orbe non novo Schediasma", Altdorf Noricum, 1683
  4. Quelle: Thorwald C. Franke, op. cit. (2016)
  5. Anmerkung bei M. Petri: Siehe Jens Janus Bircherodius (1683), S. 20-21 (Platon, Diodorus Siculus), S. 22 (Aristoteles und Aelian), S. 23 (Pomponius Mela, Plutarch und Vergil), S. 24 (Seneca), S. 40-41 (Strabon) u.a.m.
  6. Anmerkung bei M. Petri: Ebd., S. 24; zum folgenden vgl. S. 24 und 25
  7. Quelle: Manfred Petri, "Die Urvolkhypothese - Ein Beitrag zum Geschichtsdenken der Spätaufklärung und des deutschen Idealismus" (Disseration), Berlin (Duncker & Humblot), 1987, S. 66
  8. Quelle: ebd., S. 66-67

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