Magnesia

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Abb. 1 Die hethitische Statue der Göttin Cybele vom Berg Sipylus auf einer Postkarte aus dem 19. Jahrhundert

(red) Magnesia (Griech: Μαγνησία) war in der der Antike sowohl der Name einer Landschaft in Thessalien (im heutigen griechischen Regionalbezirk Magnisia) als auch der zweier Städte in Kleinasien - Magnesia am Mäander und Magnesia am Sipylos, die Legenden zufolge durch thessalische Auswanderer gegründet wurden.

Magnesia am Sipylos (Lat: Magnesia ad Sipylum), das heutige Manisa, etwa 65 km nordöstlich von İzmir (dem antiken Smyrna) gelegen, befindet sich in einer Region mit weit zurückreichender Kulturgeschichte. So waren dort z.B. bereits im 2. Jahrtausend v.d.Z. die Hethiter ansässig. Aus dieser Periode stammt die in eine Felszacke des Berges Sipylus gehauene Statue einer Göttin (Abb. 1), vermutlich der Cybele (Suratlu Tash), die etwa 6 km östlich von Manisa zu finden ist. [1]

Dieses inzwischen stark verwitterte Kunstwerk meinte vermutlich der altgriechische Reiseschriftsteller, Geograph und Historiker Pausanias, der über eine uralte Statue der 'Mutter der Götter' berichtete, welche von Broteas, dem Sohn des Tantalos, geschaffen worden sei. Nur wenige Kilometer von dieser Statue entfernt, befindet sich auch ein alter Felsenaltar, der unter dem Namen 'Thron des Pelops' bekannt wurde. [2] Genau in diesem Gebiet vermuteten Ende der 1990er Jahre die beiden Archäologen Peter James und Nikos Kokkinos die historische Örtlichkeit von Platons Atlantis. [3] [4]

Auch bei Platon selber war von einem Magnesia die Rede, allerdings nicht in seinem Atlantisbericht, sondern im Dialog Nomoi, und zwar als Name einer geplanten Kolonie der Magnetes, für welche die drei Hauptpersonen der Erzählung - der Kreter Kleinias, der Spartaner Megillos und ein namentlich ungenannter Athener - eine 'ideale' Verfassung entwerfen. Dazu bemerkt der Atlantologie-Enzyklopädist Tony O’Connell: "Für diejenigen, die Atlantis lediglich für eine Erfindung halten, ist es, wie ich meine, eine Pflicht zu erklären, warum Plato er für notwendig erachtete, zwei ideale Städte [5] zu erfinden. Außerdem hat sich, während niemals jemand vorgchlagen hat, [das Platonische] Magnesia sei jemals eine reale Stadt gewesen, die Akzeptanz einer faktisch historischen Basis des Berichts über Atlantis seit Platos Zeiten erhalten. Zum anderen hat Plato, während er nie eine historische Grundlage für [sein] Magnesia beansprucht hat, wiederholt ausgesagt, die Geschichte über Atlantis beruhe auf Tatsachen." [6]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: "Magnesia ad Sipylum" (abgerufen: 15. März 2017)
  2. Quelle: ebd.
  3. Siehe: Peter James, The Sunken Kingdom: The Atlantis Mystery Solved, London (Jonathan Cape), 1995; ISBN 0-224-03810-9
  4. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: Bernhard Beier, "Tantalis - das Atlantis des Peter James"
  5. Anmerkung: Bei den beiden 'idealen' Stadtstaaten, die in Bezug auf Platons Texte zu vergleichen sind, handelt es sich unserer Ansicht nach um Magnesia und Ur-Athen.
  6. Quelle: Tony O’Connell, "Magnesia", 23. Mai 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 15. März 2017; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

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