Mondflut auf der Erde

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von Kurt Bilau (1935)

Abb. 1 Viele alte Karten waren, wie diese hier, nicht nach Norden, sondern nach Süden ausgerichtet.

[...] Die Karte (Abb. 1) steht durchaus nicht auf dem Kopf, wie man meinen könnte, sondern sie ist, wie das früher üblich war, nach Süden orientiert gezeichnet. Wenn wir die Karte verstehen wollen, muß sie nach Norden orientiert und auch so beschriftet werden. Erst dann erkennt man Spanien und Nordafrika getrennt durch eine damals noch schmale Wasserrinne bei Gibraltar (Ostium columnae Herculis). Man findet in der Nähe der Herkulessäulen auch richtig die drei Flüsse Guadalquivir, Guadalete und Guadalhorce, der die Sierra Nevada durchbricht und bei Malaga mündet.

Man erkennt das Atlasgebirge in Nordafrika mit seiner höchsten Erhebung an der richtigen Stelle eingezeichnet, findet den saharischen Atlas und dazwischen den heute meist trockenen W. Djedi, der in die Seenkette des Schott el Djerid mündet. In der nördlich von diesem Salzsee zu sehenden Landbrücke liegt Sizilien begraben. Das damals noch viel tiefer liegende Mittelmeer hatte ganz andere Grenzen, die Balearen und die Pityusen waren noch als Halbinseln an Spanien herangewachsen.

Daß die Karte von einem Ignoranten beschriftet wurde, ist daran zu erkennen, daß Ägypten ausgerechnet eine schmale Halbinsel sein soll und daß der Nil in Ost-Westrichtung fließen soll und zwar im Amazonenland. Heute weiß jedes Kind, daß der Nil etwa nach Norden fließt und der mit Nilus bezeichnete Strom nur der Ebro mit seinem Nebenfluss sein kann. Nach Jahrtausende langer Arbeit hatte die vom Atlantik gespeiste Ostium (Mündung) endlich die Felsbarre bei Giraltar genügend erweitert. Der Ozean durchbrach die Landbrücke bei Gibraltar und stürzte in gewaltigem Wasserfall in das Mittelmeer, das vorher ein [Tal] war.

Der Wasserfall wühlte ein Loch auf, das heute bis 1375 m unter dem Niveau liegt, dahinter wurden die aufgewühlten Erdmassen als Barre angespült, die heute noch in der kleinen Insel Alboran bis über das Meeresniveau reicht. Auf der anderen Seite brach der Bosporus auf, ein asiatisches Binnenmeer grub dort ein ebenso tiefes Loch von 1350 m aus, um dann in das flache ägäische Meer zu strömen. Die Landbrücke Italien-Afrika wurde durchbrochen.

Tief schnitt auch das atlantische Meer in Südfrankreich ein, dort, wo ein großer Strom floß, ist heute nur noch ein unbedeutendes Küstenflüßchen da, das in die Biscaya mündet. Das Erosionstal setzt sich aber submarin bis auf 2300 m Tiefe fort, mit allen Nebenflüssen. Die bei der Doggerbank liegende Rheinmündung wurde gerade noch flach überschwemmt, Forsytaland versank, die Themse, der linke Nebenfluß des Rheines, wurde von diesem durch eine Überschwemmung getrennt. In Norwegen war bereits die Zone erreicht, in der das Meer absinken mußte, im Süden liegen die alten Strandterassen 50 - 150 m hoch über dem heutigen Niveau.

Abb. 2 Auch die Insel Storö (Bild) an der Küste Grönlands war ein flachgewelltes grünes Eiland. Noch sieht man diese flache Insel, nur liegt sie jetzt auf einem 1000 m hohen senkrecht aufragenden Felssockel.

Helgoland, früher eine flache, grüne Sandinsel, hob sich um 54 m, oder vielmehr richtiger gesagt, der Ozean senkte sich dort um ebensoviel m und fängt jetzt 54 m tiefer dassele Spiel wie früher an. Die Wogen sägen langsam aber sicher den weichen Sandstein durch, die Trümmer werden zu Sand zerrieben, und wieder wird dort eine flache grüne Sandinsel entstehen. In polaren Gegenden genau das selbe Spiel, z.B. ei der Insel Storö (Abb. 2) an der Küste Grönlands. Auch diese war einst ein flachgewelltes grünes Eiland. Noch sieht man diese flache Insel, nur liegt sie jetzt auf einem 1000 m hohen senkrecht aufragenden Felssockel.

An der spanisch-afrikanischen Küste entlang reiht sich ein submarines Flußtal an das andere. Ein gewaltiges Erosionstal befindet sich vor der Kongomündung. Diese Erosionstäler sind das sicherste Zeichen für die Lage der früheren Strandlinie, den Erosionen, Auswaschungen sind nur möglich bei heftig strömenden Flüssen. Fällt der Fluss in das Meer, so schwimmt sein Wasser auf dem schweren Salzwasser auf und 1 - 2 m unter dem Niveau hört jegliche Erosionswirkung auf. Und so brechen denn auch die Erosionstäler an der europäisch-afrikanischen Küste alle plötzlich ab.

Noch großartiger ist die Mondflut an der Westküste von Amerika zu sehen. Der Colorado ist zu einem weiten Meeresbecken geworden. Sein Lauf ist submarin bis auf 900 km von seiner jetzigen Mündung zu verfolgen und sinkt hier gleichfalls auf etwa 2300 m ab. Die Flut hat den ganzen Weststrand von Amerika bis zu den Randgebirgen überschwemmt. Die Küsten bis Vancouver hinauf und bis Isla de Chiloé hinunter sind nur flach geschwungene Überschwemmungsränder, dann aber sinkt das Niveau unter die alte Küstenlinie und zeigt ihre bloßgelegten alten Erosionsränder als Fjorde.

Solche Fjorde sind nur, wie ein rascher Blick in einen Atlas zeigt, nördlich und südlich gewisser Breitengrade, eben dort, wo das Ozeanniveau unter das ehemalige Niveau absinkt, das früher in mondloser Zeit vorhanden war. Natürlich wurden auch die Landflächen in Mitleidenschaft gezogen. Das Magma revoltierte, und vulkanische Katastrophen waren die Folge. Zwischen den zwei Cordillierenzügen in Südamerika lag ein altes Reliktenmeer hoch über dem Ozean. Das Meer war dort von einem früheren Mondniederbruch her noch stehen geblieben, genau wie der Salt Lake in der gleichen Lage in Nordamerika.

Der Titicacasee (Abb. 3) hat noch heute Salzwasser und eine marine Fauna (Seepferdchen z.B.) und Flora. Auch die südlich davon liegenden gewaltigen Salzsteppen wissen noch von dem alten Meere zu erzählen. An 3 Stellen brachen die Randgebirge dort durch. Um 27 m senkte sich der Titicacasee ab. Kläglich liegen nun die gewaltigen Hafenanlagen trocken, haushoch über dem Meere. Kiss berichtet uns über die gewaltigen Verheerungen in den Durchbrüchen. Ja, das abströmende Meer riß bei La Paz eine große Scholle los, die angefüllt mit unendlichen Kulturtrümmern etwas tiefer wieder in einem Stück abgesetzt wurde.

Abb. 3 Der Titicacasee führt als Rest eines alten Reliktmeeres noch heute Salzwasser und weist eine marine Fauna (Seepferdchen z.B.) und Flora auf.

An ein Abströmen der heute zusammengesaugten Mondflut ist nicht zu denken. 2300 m Fluthöhe bei Atlantis, wo nur noch die Bergspitzen als Azoreninseln über die Flut ragen, ist ja nur herzlich wenig. Wir wissen bereits, wie wenig Wasser die Erde überhaupt nur besitzt - es ist nur ein schwacher Hauch davon da. Auf einem Globus ist die Lackschicht dicker als die 2600 m mittlere Meerestiefe. Abströmen kann diese Wassermasse nicht, weil alle 6 Stunden eine Mond- und eine Sonnenflut aufeinander folgen.

Diese schnell hintereinander folgenden ganz geringen Wellen zeigen, wie gering die Seitenverschiebungen der einst zusammengesaugten Mondflut heute nur noch sind. Die jetzige Veränderung der rings um die Erde gelagerte Flut macht am Äquator nur 90 cm aus, bei Hawaii nur 30 cm und ist über 60 Grad kaum noch merklich. Die Flutwelle bleibt 12 Minuten auf ihrem Höchstwert und fließt dann sehr langsam ab. In 6 Stunden kommen die Wassermengen nur 900 m weit, wenn man die Berechnungen durchführt in der Annahme eines 9 km tiefen Ozeans, auf dessen Oberfläche nur noch wenig von der Bodenreibung zu spüren sein dürfte.

Im Durchschnitt ist aber der Ozean nur 2600 m tief, so daß die Bodenreibung die sechsstündige Flutwelle sehr langsam fortschreiten läßt. Bis die Ozeanwelle z.B. um England herum bis nach Calais kommt, dauert es 11¾ Stunden. Gerade um England herum finden wir auch den Beweis für den großen Einfluß der Bodenreibung, die ein Abfließen des Wassers unmöglich macht. Während bei den frei im Ozean liegenden Hawaischen Inseln die Flut 30 cm beträgt, etwa der rechnerischen Fluthöhe unter dem 20. Breitengrade entsprechend, findet das Wasser seinen Weg nicht mehr um Irland herum in die Irische See. Der Südeingang der Irischen See ist dabei ganz anständig breit, beinahe 100 km.

Trotzdem ist die Fluthöhe hier bei Liverpool 8,4 m und bei dem weiter im Bristolmeer liegenden Bristol = 9,6 m. In der Elbmündung macht sich der Gezeitenstrom bis 150 km landeinwärts bemerkbar, und in der Magellanstraße bei St. Cruz finden wir sogar 20 m bei etwa 52 Grad, wo rechnerisch überhaupt kaum noch eine merkliche Fluthöhe festzustellen sein dürfte. Man sieht daran, daß die Erdreibung das Wasser selbst in der breiten Irischen See festhält, so daß dort die Fluthöhen mit den rechnerisch zu ermittelnden rein gar nichts mehr zu tun haben. Die Flutewegungen werden zu örtlichen Erscheinungen, je größer die Bodenreibung wird. In der Magellanstraße sind es aufeinanderprallende verspätete Flutströme.

Der Flutring ändert demnach seine einmal beim Mondeinfang festgelegte Form nicht oder doch nur sehr wenig. Mit dem Heranschrauben des Mondes muß die Ringflut steigen. Wenn sich das frühere und das heutige Ozeanniveau in ganz flachen Gegenden, etwa an der holländischen Küste kreuzen, so kann man in Jahrhunderten ein allmähliches Steigen der Flut, das fälschlich Absinken des Landes genannt wird, feststellen. Immer weiter ist die Flut in geschichtliche Zeiten vorgedrungen. Viele Flächen in Holland liegen bereits 1 bis 2 m unter N.N. Alle Deiche nützen nichts. Einst muß das ganze Land ein Opfer der Flut werden.


Fortsetzung:

Die vormondzeitliche Kultur im Kontext der Menschheitsgeschichte (K. Bilau)


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Kurt Bilau (1872-1941) wurde seinem Buch "("Die Offenbarungen des Johannis - Ein Mondniederbruch vor 11 400 Jahren" entnommen (S. 29 - 34), das 1935 in Berlin veröffentlicht wurde. Bei Atlantisforschung.de erscheint er (2009) in einer redaktionell bearbeiteten Online-Fassung.



Bild-Quellen

1) Kurt Bilau, op. cit. (1935) / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) Geologische Forschungsanstalt für Dänemark und Grönland (GEUS), unter: http://www.geus.dk/minex/mx26_06.jpg
3) http://gschuster.ats-vienna.com/peru078a.jpg (nicht mehr online)