Monique Mund-Dopchie

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Forscherinnen- und Autorinnen-Portrait

Auf einen Blick

Abb. 1 Prof. emerita Dr. Monique Mund-Dopchie im Jahr 2015 (Aufnahme: Académie royale de Belgique)

(red) Monique Mund-Dopchie (Abb. 1) (* 21. August 1943 in Ronse, Belgien) ist eine belgische Altphilologin und Literaturhistorikerin. [1] Sie ist derzeit Präsidentin der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique (Königliche Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien). Zu ihren diversen Publikationen gehört neben einem Buch über den 'Mythos Ultima Thule' [2] aus dem Jahr 2009 auch das 2017 als e-Book erschienene Werk L'Atlantide de Platon [3] (Abb. 2), das sie deutlich als Atlantis-Skeptikerin ausweist.

Biographische Notizen

Über Dr. Mund-Dopchies Vita erfahren wir in der englischsprachigen Wikipedia: "1970 promovierte Mund-Dopchie in klassischer Philologie. Sie arbeitete als Professorin für Altgriechische Literatur und für Geschichte des Humanismus an der Philosophischen Fakultät der Katholischen Universität Löwen. 2008 wurde sie emeritiert. [4] Nach ihrer Pensionierung wurde ihr zusammen mit Gilbert Tournoy eine Festschrift überreicht: Essays on Neo-Latin Literature in Honour of Monique Mund-Dopchie and Gilbert Tournoy, herausgegeben von Dirk Sacré und Jan Papy (Leuven University Press, 2009).

Abb. 2 Hier das 'Front-Cover' von Monique Mund-Dopchies e-Book aus dem Jahr 2017

Im Jahr 2000 wurde sie zum korrespondierenden Mitglied der Königlichen Akademie von Belgien und im Jahr 2004 zum ordentlichen Mitglied gewählt. Seit Januar 2017 ist sie Präsidentin der Akademie." [5] [6]

Monique Mund-Dopchies Buch über Atlantis

Wer, mit der nötigen Sachkenntnis versehen, im Verlauf der jüngsten Jahrzehnte die neuen Veröffentlichungen hochkarätiger - und bisweilen, wie auch bei Dr. Mund-Dopchie der Fall, hoch dekorierter [7] - FachwissenschaftlerInnen zu Platons Atlantis kritisch mitverfolgt hat, dürfte es längst aufgegeben haben, wirklich herausragende, Akzente setzende und neue Impulse für die Forschung liefernde Publikationen aus dem universitären Bezirk zu erwarten. Dort wird rein gar nichts (mehr) vorgelegt, was einerseits die eigenen, seit mehr als einundert Jahren 'festgefressenen' Interpretationsmuster hinterfragt bzw. in Frage stellt, oder andererseits Änhänger der atlantologischen Historizitäts-These zum Überdenken oder gar zur Aufgabe ihrer diesebezüglichen Grundsatz-Annahmen zwingen könnte. Stattdessen stoßen wir auf die immer gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Argumentations-Figuren (z.B. in Form fachlich unhaltbarer Tatsachenbehauptungen, leicht nachzuweisender Fehlinterpretationen und des Weglassens bzw. Kleinredens missliebiger Fakten), mit denen versucht wird, dem Publikum die These vom 'erfundenen' Atlantis als wissenschaftlich alternativlos zu präsentieren.

Leider macht offenbar auch Monique Mund-Dopchies schmale, nur 96 Seiten umfassende, mit dem Untertitel "Histoire vraie ou préfiguration de l'Utopie de Thomas More?" (Wahre Geschichte oder Vorbote [8] von Thomas Morus’ Utopia?) versehene Abhandlug diesbezüglich keine Ausnahme, die immerhin vollmundig mit dem Anspruch präsentiert wird, ">das Rätsel von Atlantis< aufzuklären, wenn nicht vollständig zu lösen". [9] Dies zeigt die nachfolgend wiedergegebene Rezension von Thorwald C. Franke mehr als deutlich:

"Mund-Dopchie bekennt sich in ihrer kurzen Schrift zu Platons Atlantis dazu, dass Atlantis eine Erfindung Platons ist. Sie hält es für ein Amalgam verschiedener literarischer oder historischer Vorlagen, z.B. Herodot mit Ekbatana und Babylon. Platon wollte [wie sie meint; d. Red.] eine politische Allegorie auf Athen [...] schreiben.

Zu Platons zyklischer Vorstellung der Zeit hat sie nicht verstanden, dass Platon das für real hielt. Außerdem schweigt sie dazu, dass Herodot u.v.a. Autoren Ägypten für 11000 Jahre und älter hielten (was natürlich ein Irrtum ist, aber ein allgemeiner Irrtum!). Stört hier der Bezug zu Herodot plötzlich, weil er Atlantis realer aussehen lässt?"

Dazu verbreitet sie die üblichen Irrtümer über die Geschichte der Atlantishypothesen. Es ist falsch, dass die Renaissance-Utopien sich auf Atlantis stützten. Es ist auch falsch, dass die Explosion der verrückten Hypothesen zu Atlantis mit der Entdeckung Amerikas begannen. Und es ist falsch, eine Linie von Rudbeck zum Nationalsozialismus zu ziehen. Der Nationalsozialismus hatte mit Atlantis außerdem nichts zu tun. [10] Heinrich Himmler glaubte privat an Atlantis.

In der Bibliographie fehlt wesentliche Literatur zum Thema, dafür ist die Literatur rund um Pierre Vidal-Naquet umso stärker vertreten.

Fazit: Oberflächlich." [11]


Externa:





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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipédia - L'encyclopédie libre, unter: "Monique Mund-Dopchie" (abgerufen: 10. Januar 2020)
  2. Siehe: Monique Mund-Dopchie, "Ultima Thule: Histoire d'un lieu et genese d'un mythe", Reihe: Histoire des idées et critique littéraire (Nr. 449, Librairie Droz S.A, 14. September 2009
  3. Siehe: Monique Mund-Dopchie, "L'Atlantide de Platon: Histoire vraie ou préfiguration de l'Utopie de Thomas More?", Académie royale de Belgique, Erscheinungsdatum: 20. Februar 2017
  4. Siehe: academieroyale.be, unter: "Monique Mund-Dopchie - Curriculum vitae" (online als PDF-Datei; abgerufen: 10. Januar 2020)
  5. Siehe: academieroyale.be, unter: "Monique Mund-Dopchie" (abgerufen: 10. Januar 2020)
  6. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: "Monique Mund-Dopchie" (abgerufen: 10. Januar 2020)
  7. Anmerkung: 1965 wurde Monique Mund-Dopchie Fellow des Belgischen Historischen Instituts in Rom; 1972 Fellow des British Council; 1974 Fellow der "Bourse Claire Préaux"; 2004 wurde sie ordentliches Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, deren Vorsitz sie seit 2017 innehat; und 2006 wurde sie zum Großoffizer des belgischen Kronenordens ernannt. (Quelle)
  8. Anmerkung des Übersetzers: Das französische Wort préfiguration kann auch mit "Vorgeschmack", "Vorstadium", "Vorwegnahme", "Vorausdarstellung oder Vorausbild" ins Deutsche übersetzt werden.
  9. Quelle: Verlagstext, online bei amazon.com, unter "L'Atlantide de Platon: Histoire vraie ou préfiguration de l'Utopie de Thomas More ? (L'Académie en poche) (French Edition) Kindle Edition" (abgerufen: 10. Januar 2020); Anmerkung: Im Originaltext heißt es dort: "Ce livre s’efforce donc d’éclairer, à défaut de la résoudre totalement, « l’énigme de l’Atlantide »."
  10. Dazu einführend: "Die 'Schwarze Legende' neuzeitlicher Atlantisrezeption" (red)
  11. Quelle: Thorwald C. Franke, "Oberflächliche Wiederholung der üblichen Erfindungsthese", unter: "L'Atlantide de Platon: Histoire vraie ou préfiguration de l'Utopie de Thomas More ? (L'Académie en poche) (French Edition) Kindle Edition" bei amazon.com (abgerufen: 10. Januar 2020)

Bild-Quellen:

1) Académie royale de Belgique, Screenshot aus dem Video: "Le mythe de l’âge d’or et les pays du bout du monde"
2) Académie royale de Belgique / Bild-Archiv Atlantisforschung.de