Oliver D. Smith

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Atlantis in Thessalien?

Abb.1 Das eBook aus dem Jahr 2013 mit Oliver Smiths Bachelorarbeit

(red) Oliver D. Smith ist einer der wenigen derzeitigen Atlantisforscher und -autoren mit fachwissenschaftlichem Hintergrund im engeren Sinne, denn der Brite er hat ein abgeschlossenes Studium der Klassischen Philologie (orig.: Classics) an der Roehampton University in London vorzuweisen.

Dass Atlantis für Smith schon während seines Studiums ein zentrales Thema war, belegt seine Bachelorarbeit "Atlantis as Sesklo", die von ihm im Mai 2013 als eBook (Abb. 1) veröffentlicht wurde. Zum Inhalt dieser Abhandlung heißt es zusammenfassend bei Tony O’Connell:

Abb. 2 Die geographische Lage der Fundstätte von Sesklo in Thessalien

"Smith widmet den ersten Teil seines Papiers der Besprechung der Interpretationen des Atlantisberichts durch Euhemeristen seit Platos Zeit. Nachdem er sich kurz, und wie ich sagen kann, herablassend, mit einigen modernen Theorien befasst hat, macht er damit weiter, eine neue Hypothese darzulegen. Erst einmal ignoriert er die archäologische Meinung und befürwortet eine frühe Datierung zur Existenz von Atlantis. Er argumentiert zudem, dass Atlantis durch die Flut zrstört wurde, die sich zur Zeit der Herrschaft des pelasgischen König Ogyges ereignete." [1]

Im Zentrum von Smiths - freundlich formuliert - gewagter Hypothese steht die Annahme, dass die neolithische Siedlung Sesklo im griechischen Thessalien (Abb.2) Platons Inspiration für die Hauptstadt von Atlantis gewesen sei. Diese, nach dem gleichnamigen Ort in der Nähe der Ausgrabungsstätte benannte, etwa 10 km westlich der Hafenstadt Volos gelegene Ortschaft der Jungsteinzeit wurde aufgrund der dort gemachten zahlreichen charakteristischen Keramikfunde auch zur Namensgeberin der frühesten Periode des keramischen Neolithikums in Griechenland. Die Sesklo-Kultur wird dem 6./5. Jahrtausend v.d.Z. (5300 bis 4400 v. Chr.) zugeordnet. [2]

(Abb. 3) Das Deckblatt der 2014 in gedruckter Form veröffentlichten, Überarbeiteten Edition von Smiths Arbeit

O’Connells Kommentar zu Oliver Smiths Atlantis-Lokalisierung fällt erwartungsgemäß kritisch aus: "Auch wenn Smith seinen Gegenstand augenscheinlich [gut] erforscht hat, kann ich nicht mit seiner Schlussfolgerung übereinstimmen, walche ich als ziemlich spekulativ betrachte. Abgesehen davon, dass ich Einwände gegen die frühe Datierung von Atlantis erhebe, beschrieb Plato den Angriff der Atlantier als von Westen kommend, und nicht von Norden. Des weiteren ist Sesklo sicher nicht überschwemmt worden, und der Ort ist viel zu klein, um einen Vergleich mit Platos Beschreibung der Stadt auszuhalten." [3]

Außerdem ist festzuhalten, dass der runde Grundriss der Siedlung von Seklo, auf den Smith sich offenbar bezieht, nur eine vage Ähnlichkeit mit Atlantis hat, und dass Sesklo im 6. Jahrtausend v.d.Z. vermutlich noch ganz anders aussah. Schließlich erscheint auch Smiths Behauptung höchst zweifelhaft, Platons Aussage, Atlantis sei "größer als Libyen und Asien zusammengenommen", stelle tatsächlich einen Hinweis auf sein besonders hohes Alter dar.

Im Februar 2014 erschien unter dem Titel Atlantis in Greece (Abb. 3) (siehe unten) eine überarbeitete Print-Ausgabe von Smiths eBook. Am 14. März 2014 gab er dann bekannt, er beginne nun mit "einem neuen Projekt, das viele Jahre benötigen wird (ich werde an einem sachgerechten Buch arbeiten, welches das literarische Genre und den Ursprung von Atlantis behandelt). Persönlich denke ich, dass es in der Atlantis-Community zu viele Lokalisierungs-Hypothesen gibt, und dass sie nicht genug Material produziert, das Platos Dialoge etc. und Atlantis im allgemeinen sowie im Detail untersucht." [4]


Literaturhinweis

In einem Begleittext zu Atlantis in Greece (Lulu.com, 24 Seiten, Klammerbindung, ISBN-10: 1291708618 - ISBN-13: 978-1291708615) heißt es: "Der Autor, ein Altphilologe, spricht sich für ein historisches Atlantis in Griechenland aus und argumentiert, dass die Atlanter ein reales Volk [gewesen] seien. Entgegen eher sensationalistischen Behauptungen über Atlantis wird jedoch eine vernünftige Hypothese aufgestellt: Atlantis war die konzentrische Siedlung Sesklo in Thessalien und war in einem neolithischen Stammeskrieg verwurzelt. Der Autor publizierte seine Arbeit ursprünglich als Bachelorarbeit in Klassischer Philologie, die später als >Atlantis as Sesklo< veröffentlicht wurde. Er hat seine Hypothese schließlich aktualisiert und in >Atlantis in Greece< neue Lösungen vorgeschlagen. Der Autor erklärt: (a) Wie die Ägypter den Griechen den Mythos von Atlantis vermittelt haben. (b) Das Problem der Größe von Atlantis. (c) Die Quelle des Atlantis-Mythos und -Zeitalters. (d) Die Form von Atlantis. Dies ist ein Muss für jeden ernsthaften Laien oder Gelehrten." [5]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Tony O’Connell, "Smith, Oliver D. (M)", 1. Juni 2013, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 5. Juli 2015; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  2. Siehe: Jeremy B. Rutter, "Aegean Prehistoric Archaeology - Lesson 2: Narrative", bei Dartmouth College (abgerufen: 5. Juli 2015)
  3. Quelle: Tony O’Connell, op. cit.
  4. Quelle: Atlantisresearch (Oliver Smith), "Post No. 645", 15. März 2014 - 12:26 AM, bei Unexplained-Mysteries.com, unter the myth of Atlantis in context (abgerufen: 5. Juli 2015; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  5. Quelle: amazon.co.uk, unter: "Atlantis in Greece Staple Bound – 13 Feb 2014" (abgerufen: 07. April 2019; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) Lencer bei Wikimedia Commons, unter: File:Greece location map.svg; nach: Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: Sesklo (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
3) amazon.co.uk / Bild-Archiv Atlantisforschung.de