Paul Gaffarel

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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 der französische Historiker Paul Gaffarel (1843-1920)

(red) Paul Louis Jacques Gaffarel (Abb. 1) (geb. 2. Oktober 1843 in Moulins; ✝ 27. Dezember 1920 in Marseille) war ein französischer Historiker und Sachbuchautor, zu dessen Interessenschwerpunkten vor allem die Geschichte des französischen Kolonialismus in der Kaiserzeit [1], aber auch die Historie der Stadt Marseille gehörten. Außerdem befasste er sich intensiv mit der Besiedlungsgeschichte Amerikas, präkolumbischen transatlantischen Kontakten zwischen Alter und Neuer Welt sowie mit dem Atlantis-Problem.

Nach dem Besuch des Lycée Thiers und einem Studium an der Ecole Normale Superieure promovierte Gaffarel 1869 zum Ph.D und legte eine Arbeit zu vorkolumbischen Kontakten zwischen der Alten Welt und Amerika - Etude sur les rapports de l'Amérique et de l'ancien continent avant Christophe Colomb - vor. Danach lehrte er an verschiedenen weiterführenden Schulen und Universitäten, unter anderem an der Philosophischen Fakultät der Universität von Dijon. [2]

Abb. 2 Das Titelblatt von Paul Gaffarels Studie "Etude sur les rapports de l'Amérique et de l'ancien continent avant Christophe Colomb"

1875 stellte Prof. Gaffarel dem Congrès International des Américanistes in Nancy ein 38-seitiges Papier [3] zu Amerikafahrten der Phönizier vor. Zu den Reisen der Wikinger nach Amerika und über deren von ihm vermutete nordamerikanische Kolonie Norumbega präsentierte er ca. 1890 eine Abhandlung [4], und im selben Jahr erschien von ihm auch eine Publikation über altirische transatlantische Seereisen [5].

Mit seiner Studie aus dem Jahr 1869 hatte Paul Gaffarel sich quasi als direkter Vorläufer - möglicherweise sogar als Ideengeber von bzw. für Ignatius Donnelly und dessen 1882 erschienenes Opus "Atlantis - the Antediluvian World" positioniert. Darin unterstützte Gaffarel nämlich "eine atlantische Lokalisierung von Atlantis. Er meinte, dass der Einfluss von Atlantis in Amerika, Ägypten und auf den Kanaren festgestellt werden können." [6]

In seiner 1892 veröffentlichten "Histoire de la découverte de l'Amérique" verwies der französische Historiker dann auf Überlieferungen zur vormaligen Existenz einer größeren Landmasse im Gebiet der Karibik: "Gaffarel schreibt, die ersten spanischen Entdecker hätten nach ihrer Ankunft auf den Kleinen Antillen von den Eingeorenen dort gehört, >die Antillen hätten einst einen einzigen Kontinent gebildet und seien dann durch Fluten plötzlich voneinander getrennt worden<. [7] Er berichtet auch von einer Legende der eingeborenen Bevölkerung von Haiti, nach der die Antillen durch eine plötzliche Flut entstanden sind." [8] [9]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: WikipediE - Otevřená encyklopedie, unter: Paul Gaffarel (abgerufen: 08. Juni 2015)
  2. Quelle: Wikipédia - L'encyclopédie libre, unter: Paul Gaffarel (abgerufen: 08. Juni 2015)
  3. Siehe: Paul Gaffarel, "Les Phéniciens en Amérique", Nancy (Typographie de G. Crépin-Leblond) 1875
  4. Siehe: Paul Gaffarel, "Le Vinland et la Norombega", Dijon (Imp. Darantiere) 1890?
  5. Siehe: Paul Gaffarel, "Les Irlandais en Amérique avant Colomb", Paris (Institut géographique de Paris) 1890
  6. Quelle: Tony O’Connell, "Gaffarel, Paul (l)", 31. März 2011, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 08. Juni 2015; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  7. Siehe: Paul Gaffarel, "Histoire de la découverte de l'Amérique", Bd. 1, Paris (A. Rousseau), 1892, S. 18
  8. Siehe: ebd., S. 19
  9. Quelle: Andrew Collins, "Neue Beweise für Atlantis", Scherz Verlag (Bern, München, Wien), 2001, S. 117

Bild-Quellen:

1) Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) archive.org, unter: Etude sur les rapports de l'Amérique et de l'ancien continent avant Christophe Colomb (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)