Prä-astronautische Spurensuche

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Zum Einstieg in die Beschäftigung mit der Paläo-SETI Forschung

von unserem Gastautor Reinhard Habeck (2001)

Abb. 1 Der US-amerikanische Astronom, Astrophysiker und Exobiologe Carl Sagan (1934-1996) vor einem Modell des Viking-Landers. Sagan hielt es für möglich, dass die Erde in ihrer Geschichte schon viele tausend mal von außerirdischen Intelligenzen besucht wurde.

"Wenn es ungefähr eine Million Welten in der Galaxis gibt, die derartige Errungenschaften [Zivilisationen mit sehr weit entwickelten Hochtechnologien; d.Red.] aufzuweisen haben, werden sie sich ungefähr einmal in tausend Jahren untereinander besuchen. Daraus folgt, dass in der Vergangenheit sicherlich schon mehrmals Kundschafterschiffe die Erde erreicht haben - vielleicht 10000-mal während der gesamten Erdgeschichte."

Bei Erich von Däniken wäre man solche Schlüsse gewöhnt, doch dieses Zitat stammt nicht von dem Schweizer Götterforscher. Der kühne Ausspruch fiel 1963, und zwar durch den berühmten, vor vier Jahren [1996; d. Red.] verstorbenen amerikanischen Astronomen Professor Carl Sagan. (Abb. 1)

Kaum ein anderes Thema hat die Fantasie der Menschen so beflügelt als die Frage, ob die Erde in prähistorischen Zeiten Besuch aus dem Weltall erhalten hat. Zugegeben, der Gedanke klingt fantastisch und provokant. Viele verbannen deshalb die außerirdische Visite ins Reich der Utopie. Andere hingegen sind davon überzeugt, dass es wert wäre, die alten Quellen genauer unter die Lupe zu nehmen und nach stichhaltigen Indizien zu suchen. Sie verweisen auf Ungereimtheiten wie:

  • Uralte Überlieferungen und Aufzeichnungen, die Raumfahrtelemente enthalten, darunter die Bibeltexte des Propheten Ezechiel, worin jenes seltsame Himmelsgefährt beschrieben wird, das Gott als Transportmittel gedient haben soll. Weshalb, so fragen 'unbelehrbare' Bibelrebellen, hat der allmächtige Gott es nötig, sich mit Gebrause, Donnergrollen und Rauchschwaden auf der Erde niederzulassen?
  • Rätselhafte Bauwerke, behelmte Götterskulpturen und archäologische Funde, wie die Grabplatte des "Fliegenden Gottes von Palenque" oder kleine präkolumbische Flugzeug-Goldmodelle, die an exakte Wiedergaben moderner Düsenmaschinen erinnern.
  • Erstaunliche Kenntnisse und Rituale bei Naturvölkern. Lebendige Erinnerungen an das Erscheinen von Himmelsboten sind uns durch Traditionen, Kulte und Bräuche erhalten geblieben, zum Teil noch in Form lebendiger Mythologie und so genannter Cargo-Kulte. Bei genauerem Studium zeigt sich, dass diese fast vergessenen Traditionen keineswegs als "primitive" Kunst abgetan werden können, sondern weitere Indizien für mögliche außerirdische Impulse in grauer Vorzeit liefern.
Abb. 2 Ulrich Dopatkas 1979 erstveröffentlichtes Lexikon der Prä-Astronautik stellte den ersten Versuch dar, einen umfassenden Überblick über das breite Spektrum dieses speziellen Wissensgebietes und Forschungsbereiches zu verschaffen.

Viele mathematische und astronomische Gegebenheiten lassen sich von den steinzeitlichen Monumenten ableiten. Woher hatten unsere Ahnen dieses Wissen? Erhielten die Priester der Vorzeit eventuell Hilfe von "außen"? Ist so etwas möglich? Oder geht diese Spekulation doch entschieden zu weit? Wenn wir den Sagen und Legenden Glauben schenken, waren es die Götter, die den Menschen ihr Wissen über Kunst, Wissenschaft und Technik vermittelten. Alte Kulturen wie die der Pharaonen glaubten tatsächlich, die Götter seien ihre Vorväter gewesen, jene Wissenden, die einst vom Himmel - oder heute würde man sagen aus dem Weltall - zu den Menschen gekommen sind. Die alten Ägypter lebten in der Überzeugung, sie selbst würden nach ihrem Tod ebenfalls eine Sonnenbarke besteigen und da draußen irgendwo im Universum auf ihre Urväter stoßen.

Solche Hinweise auf vorzeitliche Astronautenbesuche lassen sich unter dem populären Schlagwort Prä-Astronautik oder PaläoSETI-Forschung zusammenfassen. In seinen Standardwerken zu dieser Thematik, dem "Lexikon der Prä-Astronautik" (Abb. 2) und dem Folgeband "Die große Erich von Däniken Enzyklopädie", hat Ulrich Dopatka das breite Spektrum dieses Wissensgebietes dokumentarisch aufgezeigt.

Wo liegt nun der literarische Ursprung der Prä-Astronautik? Wie bei vielen großen Ideen - Stichwort Raumfahrt - finden wir Anspielungen darauf bei den Sciencefiction-Schriftstellern. So schildert bereits in den 1950er Jahren Perry-Rhodan-Autor Clark Darlton in seinem Roman Planet Lerks III den Besuch von Außerirdischen in der Frühgeschichte mit hinterlassenen Spuren und Relikten, die erst von einer späteren technischen Zivilisation zu deuten sind. Sollte sich auch hier bestätigen, dass die Traumwelt von gestern die Realität von morgen ist?

In den frühen 1960er Jahren fand die These vom Besuch aus dem All steigendes Interesse in diversen Fachpublikationen. Zu den bekanntesten und profiliertesten Schriftstellern aus der Anfangszeit der Prä-Astronautik zählen sicherlich Robert Charroux, Peter Kolosimo, Jaques Bergier, Hans Schindler Bellamy, Karl F. Kohlenberg, Alexander Kasanzew oder Walter Raymond Drake.

Abb. 3 Das Frontcover der Originalausgabe von Erich von Dänikens Bestseller aus dem Jahr 1968

Für ständige Aufregung und Schlagzeilen im Medienwald sorgte das Thema aber erst später durch die provokanten Bücher des aufmüpfigen Schweizers Erich von Däniken. Mit "Erinnerungen an die Zukunft" (Abb. 3) war ein Bestseller geboren, der 1968 um die Welt ging. Der Erfolgsautor, dessen Bücher die gigantische Auflage von nahezu 60 Millionen erreicht haben, macht seither nur noch eines: rund um den Globus zu reichen und Belege für den Besuch außerirdischer Götter zu sammeln, die seiner Auuffassung nach in Religionen, Mythen und Legenden ihre Spuren hinterlassen haben.

Eine Überzeugung, die natürlich nicht der geltenden Lehrmeinung entspricht und Widerstand hervorruft. Doch je mehr ihn die "offizielle Wissenschaft" als Spinner belächelt, desto mehr wird Dänikens Ehrgeiz geweckt. Und warum sollten die Fragen nicht gestellt sein, die Däniken aufwirft? Wurde unsere Erde bereits vor Jahrtausenden besucht und hinterließen sie überall ihre Spuren? Warum wird in den Heiligen Schriften, und zwar weltweit, von den "himmlischen Lehrmeistern" gesprochen? Sind die in den Mythen beschriebenen Mischwesen genmanipulierte Geschöpfe? Schufen Außerirdische die menschliche Intelligenz "nach ihrem Ebenbild" durch einen gezielten Eingriff in unsere Erbanlage?

Obwohl derartike Thesen Skeptiker auf den Plan rufen, finden sich gerade in wissenschaftlichen Fachkreisen zunehmend Befürworter der Theorie erdbesuchender Allgeschöpfe. Dass hinter diesen "Göttern" offensichtlich mehr stecken könnte als nur fantasievolles Wunschdenken, wird in fundierten Sachbüchern, etwa dem von Johannes und Peter Fiebag herausgegebenen Anthologieband "Aus den Tiefen des Alls" plausibel belegt. Mehr als dreißig Wissenschaftler aus aller Welt ziehen darin aus den Thesen der Prä-Astronautiker durchaus positive Schlüsse.

Trotzdem fehlt bislang ein greifbarer Beweis der jeden Zweifel am Eingreifen Außerirdischer beseitigen würde. Haben fremde Intelligenzen etwas hinterlassen, was wir finden können, wenn wir es finden wollen? Es gibt viele Möglihkeiten, wie und wo eine Botschaft kosmischer "Götter" deponiert worden sein könnte. Vielleicht im All oder auf einem unserer "toten" Nachbarplaneten. Der NASA-Physiker Robert A. Freitas vom Xenology Research Institute im kalifornischen Sacramento hat schon vor einigen Jahren ein Projekt vorgeschlagen, das - ganz im Sinne Erich von Dänikens - bestimmte Punkte unseres Sonnensystems auf das Vorhandensein einer außerirdischen Sonde hin überprüfen soll. [1] Solche Standorte will man im Rahmen des SETA-Projekts (Suche nach extraterrestrischen Artefakten) aufspüren. Haben "Sternengötter" vielleicht auch auf der Erde irgendwelche "Sonden" oder "Empfangsanlagen" deponiert? Hat man womöglich schon zu Urzeiten bestimmte Orte, Kultstätten oder Heiligtümer auf Abruf "präpariert"? Können paranormale Erscheinungen oder kosmische Pyramidenenergien damit in Verbindung stehen?


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Reinhard Habeck (©) wurde seinem Buch "10000 Jahre UFOs - Himmelsphänomene durch die Jahrtausende" (S. 94-97) entnommen, das im Jahr 2001 in der Reihe RÄTSELHAFTE PHÄNOMENE des Tosa Verlags, Wien, veröffentlicht wurde. Bei Atlantisforschung.de erscheint er mit freundlicher Genehmigung des Verfassers in einer redaktionell bearbeiteten Online-Fassung.

Fußnote:

  1. Siehe: Robert A. Freitas Jr., "If They Are Here, Where Are They? Observational and Search Considerations", bei: Robert A. Freitas.com (abgerufen: 7. Juni 2015)

Bild-Quellen:

1) JPL bei Wikimedia Commons, unter: File:Sagan Viking.jpg (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Bild-Archiv Atlantisforschung.de
3) Bild-Archiv Atlantisforschung.de