Zur Geschwindigkeit des Untergangs von Atlantis

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Phantasievolle Darstellung des Untergangs eines Teils von Atlantis unter Einbeziehung einer vulkanischen Eruption (Gemälde von Robert B. Stacy-Judd)

Die Geschwindigkeit der Zerstörung von Atlantis, wie bei Plato beschrieben, nämlich die Überflutung innerhalb weniger Tage, wirft Fragen hinsichtlich der Ursachen dieser Zerstörung auf. Während Plato verzeichnet, dass es durch ein Erdbeben zerstört wurde, ist es schwer zu zu akzeptieren, dass eine Landmasse, zu welcher eine Ebene von 3000 mal 2000 Stadien gehört, innerhalb eines Tages un einer Nacht durch irgendein Erdbeben überflutet werden könnte.

Solch ein Ereignis den Auswirkungen der Entgletscherung [am Ende der Eiszeit; d.Ü.] zuzuschreiben, ist nicht ausreichend, da die Freisetzungs-Rate des Schmelzwassers, wenn es sich weltweit verbreitet, nur einen minimalen jährlichen Effekt hätte. Ein Tsunami, wenn auch von vernichtender Gewalt, würde eine Landmasse nicht permanent in Mitleidenschaft ziehen, und das Wasser wäre schließlich ins Meer zurückgeflossen. Dies lässt sich auch über die sintflutartigsten Regenfälle sagen. Die wahrscheinlichste Erklärung wäre der Bruch eines Damms oder einer Landbrücke, die eine tiefliegende, umschlossene See geschützt hatte. Diese Vorstellung hat Autoren, wie Zamarro, Benetatos und Ellul zu dem Vorschlag angeregt, dass es in der Nähe von Gibralter eine See-Barriere gegeben habe, die unter dem Druck des ansteigenden atlantischen Meeresspiegels kollabierte, welcher nach der Entgletscherung am Ende der jüngsten Eiszeit stattfand. [1] Dies könnte eine tektonische oder seismische Aktivität ausgelöst haben, für welche die Region anfällig ist. [2]

Platos Erzählung besagt, dass auch die Athener von diesem Flut-Ereignis betroffen waren, was auf eine flächendeckende mediterrane Katastrophe hinweist. Eine belastbare Theorie bezüglich Atlantis muss nicht nur die rapide Überflutung von Atlantis erklären, sondern auch die Zerstörungen in einer Entfernung von hunderten von Meilen.


Siehe zu diesem Thema auch:


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde in seiner englischsprachigen Original-Fassung am 11. Juni 2010 unter dem Titel "Speed of Atlantis Destruction" bei Atlantipedia.ie erstveröffentlicht. Bei Atlantisforschung.de erscheint er in eigener Übersetzung und mit redaktioneller Bearbeitung im August 2018.

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Diese Annahme vertrat auch der deutsche Forscher Prof. Axel Hausmann (1939-2014), der den Kollaps des vermuteten Gibraltar-Damms allerdings auf die Mitte des 4. Jahrtausends v.d.Z. datierte. Siehe: Derselbe, "ATLANTIS - Die versunkene Wiege der Kulturen", BoD, 2000; sowie online bei Atlantisforschung.de: Derselbe:, "ATLANTIS WAR SIZILIEN - Vom Mythos zur Realität"
  2. Red. Anmerkung: Es bleibt hinzuzufügen, dass zu den Verfechtern atlantologischer 'Dammbruch-Hypothesen' auch die Vertreter von Atlantis-Lokalisierungen im Schwarzen Meer gehören, welche die Flutkatastrophe auf den Bruch einer Landbrücke am Bosporus und den nachfolgenden Niveauausgleich der Pegel von Mittelmeer und Schwarzem Meer zurückführen. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: Tony O’Connell, "Das Schwarze Meer, die Sintflut und Atlantis"

Bild-Quelle:

  • Gemälde von Robert B. Stacy-Judd (1884–1975) mit einer phantasievollen Darstellung des Untergangs von Atlantis. Das Bild zierte das Front-Cover der Original-Ausgabe seines Werks "Atlantis - Mother of Empires" aus dem Jahr 1939. Das Gemälde ist heute im Besitz des University Art Museum der University of California, Santa Barbara.