Richard Wingate

Aus Atlantisforschung
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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Richard Wingate (1933-2011) - Buchautor, Atlantologe und Forschungsreisender,
Foto: G. Malinski

(red) Richard Wingate (Abb. 1) (1933-2011) war einer jener rührigen Atlantisforscher und -autoren, die sich nur schwer in eine bestimmte 'Schublade' stecken lassen. Andrew Collins beispielsweise bezeichnete ihn als "unkonventionellen Mineraliensucher und Entdecker" [1], während Dr. Greg Little ihn etwas despektierlich als "Schatzjäger" [2] klassifizierte. In jedem Fall war Wingate alles andere als ein 'Schreibtischtäter' und 'Polstersessel-Atlantologe'.

Dazu heißt es bei Tony O’Connell: "Seine Suche nach Atlantis führte ihn nach Ecuador wo er sich für die so genannte 'Crespi-Sammlung' begeisterte, die ihn dahin brachte, über eine mögliche Verbindung zwischen ihr und dem verschwundenen Atlantis zu spekulieren. Nachfolgend wandte sich seine Aufmerksamkeit den Bahamas zu, wo er die Entdeckung atlantidischer Strukturen im Flachwasser für sich in Anspruch nahm. Seine Entdeckungen beschrieb er detailliert in seinem ersten Buch." [3]

Über dieses Buch, "Lost Outpost of Atlantis", bemerkt O’Connell an anderer Stelle: "Lost Outpost of Atlantis [...] ist zur Zeit vergriffen. Das Buch ist bestrebt, Evidenzen für die Ansicht zu liefern, dass die Karibik und Südamerika von Atlantis aus kolonisiert wurden. Wingate reiste vier mal nach Cuenca in Ecuador, um dort die nach dem italienischen Missionar Pater Crespi benannte >Crespi-Sammlung< zu studieren. Diese bemerkenswerte Kollektion von aus verschiedenenen Materialien, wie Gold, Silber, Kupfer und Stein, gefertigten Artefakten scheint ägyptische, phoenizische oder auch abyssinische Einflüsse aufzuweisen. Keines der 7000 Objekte zeigt irgendeine Verbindung mit den lokalen Inka- oder Maya-Kulturen. [4]

Abb. 2 Das Frontcover von Richard Wingates zweitem Atlantis-Buch

Wingate erkundet auch die ecuadorianische Hauptstadt Quito mit einem Auge für's Anomale. Er liefert ein interessantes Kapitel über die Bahamas im Allgemeinen und insbesondere Bimini. Er berichtet, wie viele Tonnen von bearbeitetem Granit aus Strukturen am Meeresboden geborgen wurden, was in gewisser Weise an das Recycling von äußeren Granitblöcken der Großen Pyramide und anderer altertümlicher Konstruktionen erinnert. Allerdings mangelt es an einer unabhängigen Überprüfung dieser lokalen Wiederverwertung. [5] Das Buch enthält den vollständigen Text von Platos Timaios und Kritias mit Bezug auf Atlantis." [6]

Richard Wingates zweites Atlantis-Buch - "Atlantis in the Amazon" (Abb. 2) - erschien im Juni 2011, wenige Monate vor seinem Ableben. Auch zu dieser Publikation, in welcher Wingate weitere Betrachtungen zur 'Crespi-Sammlung' und ihrer Rolle bezüglich atlantidischer Spuren in Amerika und der Karibik anstellt, finden sich bei Tony O’Connell einige einführende Informationen. So erfahren wir z.B., dass der Autor dort u.a. auch auf wenig belastbare, esoterische Quellen Bezug nahm: "Zur Stützung seiner Atlantis-Betrachtung beruft er sich auf das umstrittene Oera Linda Buch, Annie Besant, die englische Theosophin und natürlich auch auf Edgar Cayce." [7]

Zu krypto-technologischen Aspekten von Wingates Buch heißt es bei O’Connell: "Er bespricht auch ‘altertümliche Technologien’, wobei seine erstaunlichste Behauptung ist, dass Atlantis durch einen prähistorischen Atomkrieg zwischen den Ariern [Altindiens] und den Atlantern zerstört worden sei. [8] Er spekuliert, dass die Armee der Athener vernichtet wurde, als eine Landbrücke bei Gibraltar von Erdbeben zertrümmert wurde, was dem Atlantik ein Einströmen [ins Mittelmeer] erlaubte [9], wobei die Hellenen überflutet wurden!" [10]

Tony O’Connells Schlussbewertung fällt erwartungsgemäß ziemlich ungnädig aus: "Wingate platzierte Atlantis ursprünglich auf den Bahamas, betitelt jetzt sein Buch 'Atlantis in Amazonien' und endet mit Atlantern, die in einen Atomkrieg im alten Indien verwickelt sind. Unterwegs bekommen wir es mit metallischem Klebstoff, der Osterinsel, hölzernen indianischen Flugmaschinen und altertümliche Lasern zu tun. Alles sehr verworren, um es mal vorsichtig auszudrücken. Wingates Behauptung altertümlicher Atomwaffen [11] ist nur ein Aufguss jener von Pauwels und Bergier in den 1960’ern, die seither oft nachgeplappert wurde." [12]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Andrew Collins, "In Search Of The Stones Of Atlantis", bei: AndrewCollins.com (abgerufen: 01. Oktober 2014)
  2. Quelle: Bernhard Beier, "Die 'Kobalt-Stadt' vor Bimini", Atlantisforschung.de, 2009
  3. Quelle: Tony O’Connell, "Wingate, Richard", 27. Mai 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 01. Oktober 2014)
  4. Red. Anmerkung: Spuren der im Mittelamerika beheimateten, also keineswegs "lokalen", Maya bei den alten Andenvölkern wären - aus schulwissenschaftlichem Blickwinkel - mit Sicherheit fast ebenso erstaunlich wie Einflüsse durch Ägypter und Phönizier.
  5. Red. Anmerkung: Zu den Fakten - soweit heute noch recherchierbar - siehe: "Die 'Kobalt-Stadt' vor Bimini" (bb)
  6. Quelle: Tony O’Connell, "Lost Outpost of Atlantis", 1. Juni 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 01. Oktober 2014)
  7. Quelle: Tony O’Connell, "Wingate, Richard", 27. Mai 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 01. Oktober 2014)
  8. Red. Anmerkung: Diese Annahme hatte vor Wingate bereits der deutsche Atlantisforscher Dr. Martin Freksa vertreten. Siehe: Martin Freksa, "Das verlorene Atlantis: Die Geschichte der Auflösung eines alten Rätsels", Klöpfer & Meyer, 1997; sowie bei Atlantisforschung.de: Ders., "Das Mahabarata als Quelle der Atlantisforschung" (2009)
  9. Red. Anmerkung: Zum Modell einer vormaligen Landverbindung ("Damm", "Landbrücke") zwischen Afrika und Europa bei Gibraltar sowie einer rezenten Flutung des Mittelmeer-Beckens durch den Atlantik siehe auch: François de Sarre, "L'Isthme de Gibraltar", in: MÉDITERRANÉA, No. 58, Carcassonne 1995; sowie: Ders., "Als das Mittelmeer trocken war - Die katastrophische Geschichte des mediterranen Gebietes", Efodon-Dokumentation (DO 40), 1999 - ISBN 978-3932539190 --- Mit direktem Bezug zum Atlantis-Problem auch: Axel Hausmann, "ATLANTIS - Die versunkene Wiege der Kulturen", Norderstedt (BoD), 2000; sowie bei Atlantisforschung.de: Ders., "ATLANTIS WAR SIZILIEN - Vom Mythos zur Realität"(2004)
  10. Quelle: Tony O’Connell, "Wingate, Richard", 27. Mai 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 01. Oktober 2014)
  11. Siehe zu dieser Annahme in englischer Sprache auch: David Hatcher Childress, "The Evidence for Ancient Atomic Warfare", in: Nexus Magazine, Volume 7, Number 5 (August-September 2000); online bei: Biblioteca Pleyades (abgerufen: 01. Oktober 2014)
  12. Quelle: Tony O’Connell, "Wingate, Richard", 27. Mai 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 01. Oktober 2014)

Bild-Quellen:

1) Inner Traditions / Bear & Company, unter: Richard Wingate
2) Inner Traditions / Bear & Company, unter: Atlantis in the Amazon - Lost Technologies and the Secrets of the Crespi Treasure