"Ich habe die Wiege der Zivilisation in Mittelamerika gefunden"

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The Milwaukee Sentinel - 10. Februar 1935

von F. A. Mitchell-Hedges (F.Z.S. [1], F.L.S. [2], F.R.G.S. [3], F.R.A.I. [4] F.E.S., Mitglied des Maya Committee of the British Museum)

Abb. 1 Der britische Amateur-Archäologe und Forschungsreisende Frederick Albert Mitchell-Hedges (1882-1959)

Vor der Sintflut existierte eine Zivilisation mit hoher Kultur. Die Sintflut löschte diese frühere Zivilisation, abgesehen von Spuren, völlig aus.

Die Flut - von der im Volkstum aller Menschenrassen dunkle Berichte existieren, und welche in der biblischen Erzählung über Noah beschrieben wird - ereignete sich tatsächlich. Doch nicht als eine Flut in dem Sinne, in dem wir das Wort üblicherweise verwenden.

Den zahllosen Millionen, die umkamen, und dem kleineren Teil, der überlebte, mag das Vorstürmen des Wassers auf dem Land als eine Flut erschienen sein, wie sie durch Flüsse, oder durch eine richtige Kombination von Wind und Gezeitenströmung verursacht werden kann. Tatsächlich wurde sie durch einen Kataklysmus der Erdoberfläche verursacht, durch kolossale und verheerende Veränderungen, durch das Absinken reicher und dichtbesiedelter Gebiete - vermutlich kontinental in ihrer Ausdehnung - auf den Meeresgrund.

Vermutlich war dieses riesige Gebiet, das in einer chaotischen Katastrophe vom Meer verschlungen wurde, welche in allen Stammes-Erinnerungen ihren Eindruck hinterließ, das legendäre "Atlantis". Mit Vorsicht sage ich "vermutlich", wenngleich mir die vorhandenen Daten schon jetzt jedes Element des Zweifels zu beseitigen scheinen.

Man wird sich daran erinnern, dass bei allen altertümlichen Völkern der Alten Welt die Legende von einem herrlichen Land - bevölkerungsreich, wohlhabend und kulturell fortgeschritten - bestehenblieb, dessen Status in Hinsicht auf Wohlstand und Zivilisation zum Beispiel jenem der Völker, die um das Mittelmeer herum lebten, überlegen war. Es lag westwärts, irgendwo jenseits der 'Pforten des Atlas'. Zugleich lag es jenseits des Beginns der Historie, vor irgendeiner Ära, welche die Picken und Schaufeln der Archäologen zu enthüllen in der Lage waren. Ein Mythos, wie viele behauptet haben, aber es war ein Mythos, den viele weit verstreute Völker gemeinsam haben - und so persistent wie die Legende von der Sintflut.

Eindeutige Beweise für die Sintflut gefunden

Abb. 2 Teobert Malers berühmtes Foto des so genannten 'Atlantis-Frieses' aus Tikal, das einen Vulkanausbruch und eine sintflutartige Überschwemmung zeigt, in der die Menschen ertrinken, während ein einzelner Held dem Inferno in einem Boot entkommt

Eine Unmöglichkeit, haben andere argumentiert. Erstens, weil die kataklysmischen geologischen Veränderngen einer Größenordnung, um die Karte von Land und Gewässern der Erde "umzuschreiben", sich vor zu langer Zeit ereigneten. Zweitens könnte die Menschheit - sofern sie schon zuvor existierte - nicht das Chaos überlebt haben, das mit dem Verschwinden eines Kontinents einherging.

Doch ich kehrte kürzlich aus einem Gebiet zurück, in dem eindeutige Beweise dafür zu finden sind, dass sich tatsächlich ein solcher Kataklysmus ereignete. Ein Teil dieser Evidenzen war von Wissenschaftlern studiert worden. Mehr davon habe ich zu Tage gefördert, indem ich durch viele Meilen brütend heißen Dschungel gehackt habe. Zwei Schlussfolgerungen sind:

1) Dass in einer weit zurück liegenden Zeit ein großes Landgebiet, das sich von Mittelamerika gen Osten erstreckte, absank und von der See verschlungen wurde.
2) Während dieser "geologischen Neuverteilung" wurde ein Teil dessen, was vorher Meeresboden war, hochgewuchtet, um in dem Gebiet, das wir heute als Mittelamerika kennen, Land - sogar Hochland - zu werden.

Wäre das alles, so wäre dies nur eine Story für Geologen. Doch die Sachverhalte, die es hier zu erforschen gibt, erzählen keine gleichgültige Geschichte einer aufwallenden Natur in einer Ära vor dem Beginn der Menschheit. Dies ist eine Geschichte, die Zeitungen als "human interest story" bezeichnen würden - wohlmöglich die bedeutendste aller Zeiten.

Holocaust vernichtete Rasse

Abb. 3 Drei der Objekte, die Mitchell-Hedges auf seinen Expeditionen in Mittelamerika entdeckte (Abbildungen: Museum of the American Indian, Heye Foundation, New York)

Eine große und kultivierte Menschenrasse wurde durch diesen Holocaust vernichtet. Einige wenige, die sich auf Bergkuppen und Hochländer - dessen, was sehr wahrscheinlich das "Atlantis" der Legenden war - flüchteten, überlebten eine Zeitlang auf den neu entstandenen Inseln.

Dort ließen sie unvergängliche Objekte ihrer eigenen Handwerkskunst zurück, aus welchen viele Teile der Geschichte ihres Lebens abgeleitet werden können. Tausende solcher Relikte habe ich geborgen und dem Museum of the American Indian, Heye Foundation, New York, sowie dem Britischen Museum, London, überreicht.

Diese fortschrittliche Zivilisation existierte viele tausende von Jahren vor den Tagen der Königinnen von Ur, deren Schminkköfferchen und Toilettengarnituren uns unlängst aufgrund ihrer Modernität aufgerüttelt haben. Es war eine Zivilisation, die ungeheuer viel älter war als jene der Maya, welche, wovon ich überzeugt bin, eine Kultur entwickelt hatten, die fortschrittlicher war als alle der arischen Völker - der Alten Welt -, die ihre Zeitgenossen waren.

Im Ergebnis haben wir hier eine ganze Reihe neuer Fragen, die sich hinsichtlich des Ursprungs der menschlichen Kultur, Gesellschaft und Zivilisation stellen. Die Gelehrten haben nacheinander folgend viele Überzeugungen bezüglich des Schauplatzes der frühesten und höchstentwickelten menschlichen Gesellschaft hochgehalten und verworfen. Neue Entdeckungen sind geeignet, selbst die am strengsten begründeten Theorien umzustoßen.

Neue Rätsel fordern Gelehrte heraus

Abb. 4 F.A. Mitchell-Hedges und einheimische Begleiter auf einer seiner Expeditionen in Mittelamerika (1934 oder 1935)

Doch allgemein haben sie an der Überzeugung eines altweltlichen Ursprungs festgehalten. Selbst während der jüngsten Dekade, als sie mit dem immer vollständiger werdenen Bild des "Mysteriums" einer fortschrittlichen Zivilisation in der westlichen Hemisphäre - einem Land roter Wilder - konfrontiert wurden, haben sie versucht, sich eine Art Alte Welt-Erklärung auszudenken. Sie haben eine Migration auf den amerikanischen Kontinent über die "Landbrücke" angenommen, welche, wie bekannt ist, einst das Gebiet überquerte, das heute das Beringmeer ist.

Nun gibt es neue Rätsel, welche die Gelehrten herausfordern. Wo war schließlich die "Wiege der Zivilisation"? Offenbar nicht - im Licht dieser Entdeckungen - im Tal des Euphrat. Auf jeden Fall und offenkundig war das - insofern wie es enthüllt haben - nicht die Früheste. Ist es nicht möglich, dass das Licht der Zivilisation nicht westwärts, sondern nach Osten reiste - und von jenem angeblich mythischen Land "Atlantis" aus?

Kultur unterschied sich von jener der Maya

Solche Fragen zu beantworten bin ich derzeit noch nicht definitiv gerüstet. Kein vernünftiger Wissenschaftler würde dies in einem einleitenden Untersuchungs-Stadium tun. Nicht einmal auf Grundlage von drei Forschungs-Expeditionen, die tausende von evidenten Beweisstücken aus Stein, Keramik, Metallen, Jadeit und sogar aus einigen Substanzen zum Vorschein gebracht haben, die bisher noch nicht identifiziert werden konnten!

Während dies eine Kultur war, die sich z.B. von jener der Maya, der Inka etc. unterscheidet, lassen sich doch noch viele Gemeinsamkeiten aufspüren. Tatsächlich sind es so viele, dass sie das Britische Museum in einem offiziellen Statement zu der Feststellung führen, "dass dies eine frühe Kultur ist, von welcher die frühen Kulturformen Mittelamerikas verbreitet wurden."

Abb. 5 Mitchell-Hedges neben einer Maya-Stele (Ort und Datum der Aufnahme unbekannt)

Doch das Aufsehen erregendste Faktum, welches durch das Studium von Spezimen der Handwerkskunst dieser Leute enthüllt wurde, die vor der Flut lebten, ist dieses: Es gibt Übereinstimmungen zwischen diesen Objekten und den existieren archäologischen Evidenzen, durch deren Studium die Wissenschaft die ferne "prähistorische" Vergangenheit der Alten Welt abliest. Diese neuentdeckte Kultur ging den Anfängen Ägyptens viele tausende - womöglich zehntausende - von Jahren voraus.

Ich zögere, das Alter dieser Zivilisation zu schätzen. Meine eigenen "Spekulationen" - ich bezeichne sie so, auch wenn bestimmte Grundlagen für eine Berechnung existieren - führen mich zu der Ansicht, sicher nicht später als 15.000 v.Chr. aufblühte, oder dass sie möglicherweise jenseits von 25.000 v.Chr. datiert.

Eine Masse von Daten, wie sie von meinen Expeditionen zu Tage gebracht wurden, kann nicht auf schnelle Weise gewichtet und analysiert werden, und eine solide und vorsichtige Interpretation erhalten. Auch sollte die Sache nicht auf der Interpretation eines einzelnen Mannes beruhen - insbesondere, wenn es sich bei diesem einen Mann um den Entdecker handelt.

So merke ich hier an, dass das Leitungsgremium des Britischen Museums - zu dessen Mitgliedern der Premierminister und der Kanzler des Finanzministeriums gehören - diese Entdeckungen als so bedeutsam erachtet haben, dass es entschieden hat, ich solle eine Expedition unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Britischen Museums und des Museum of the American Indian leiten. Ferner wird das Britische Museum eine seiner wichtigsten Führungskräfte, Captain T.A. Joyce von der ethnologischen Abteilung, beiordnen.

Überdies: Das Museum of the American Indian befindet, dies sei eine "bisher unbekannte Kultur", deren Entdeckung "eine neue Ära wissenschaftlicher Überlegungen erschließt". George G. Heye, der Direktor, fügt hinzu: "Tatsächlich wird sie, wenn weitere Arbeiten unternommen und mehr Kenntnisse erlangt wurden, die Geschichte erneuern und eine Rekonstruktion des Denkens über das Alter kultureller Zivilisation von weltweitem Charakter eröffnen."

Eine große Aufgabe liegt mit der Erforschung einer bisher unbekannten Ära der Menschheitsgeschichte vor uns.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Artikel von F. A. Mitchell-Hedges wurde unter dem englischsprachigen Original-Titel "'I have found Cradle of Civilization in Central America,' - Mitchell-Hedges" in der Ausgabe vom 10. Februar 1935 der Zeitung The Milwaukee Sentinel erstveröffentlicht. Bei Atlantisforschung.de erscheint er im September 2015 in eigener Übersetzung ins Deutsche und redaktioneller Bearbeitung nach der digitalisierten Version des Original-Artikels bei Google News Newspaper Archive als wissenschaftsgeschichtliche und atlantologie-historische Dokumentation zu Studien- und Forschungszwecken.

Fußnoten:

  1. Anmerkung: F.Z.S. = Fellow der Zoological Society of London
  2. Anmerkung: F.L.S. = Fellow der Linné Gesellschaft, London
  3. Anmerkung: F.R.G.S. = Fellow der Royal Geographical Society
  4. Anmerkung: F.R.A.I. = Fellow des Royal Anthropological Institute

Bild-Quellen:

1) Tony O’Connell, "Mitchell-Hedges, Frederick Albert (I)", bei Atlantipedia.ie
2) Tony O’Connell, "Maler, Teobert", bei: Atlantipedia.ie
3) Google News Newspaper Archive, unter: The Milwaukee Sentinel - 10. Febr. 1935 (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
4) Google News Newspaper Archive, unter: The Milwaukee Sentinel - 10. Febr. 1935 (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
5) Philip Coppens, "The Mitchell-Hedges Crystal Skull Mystery", bei philipcoppens.com