Atlantis - Die Theorie vom Meteoriten-Impakt

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von Egerton Sykes (1967)

Abb. 1 Künstlerische Darstellung eines Impakt-Ereignisses in der Karibik. Sah so das Ende von Atlantis aus? Egerton Sykes (1894-1983) fasste 1967 einige Indizien und Evidenzen für rezente Impakte zusammen, die er mit der Atlantis-Katastrophe in Verbindung brachte.

Eine essentielle Grund-Voraussetzung für das Verständnis des Atlantis-Problems ist das Erkennen der Natur derjenigen Kräfte, die mit der Katastrophe in Verbindung stehen könnten. Die zum Versenken eines Kontinents nötige Energie-Menge ist nach irdischen, wenn auch nicht nach kosmischen, Maßstäben ziemlich groß. Um 10 000 v. Chr., dem annähernden Datum des Untergangs, war die Erde bereits in mittlerem Alter und besaß nicht mehr jene Flexibilität, welche das Auftauchen der großen Kontinente und die Bildung der Bergketten vergangener Epochen gestattet hatte.

Folglich muss jegliche Form eines größeren Vorkommnisses außerirdischen Ursprungs sein, wobei Geologen sich recht sicher sind, dass sich seit jener Zeit nichts [entsprechendes] mit irdischem Ursprung ereignet hat. Die Akzeptanz der Theorie meteorischer Krater ist extrem jungen Datums, und man kann sagen, dass sie auf das Jahr 1900 zurückgeht, als D. M. Barringer, während er Arizona erforschte, auf den enormen Krater bei Coon Butte, Arizona, stieß, der fast eine Meile durchmisst, und der mehr als 600 Fuß Tief ist. Er war fest überzeugt davon, dass er das Ergebnis eines gigantischen Meteoriten war, doch es sollte dreißig Jahre dauern, bis seine Hypothese auch nur eine begrenzte Akzeptanz erwarb.

Im Jahr 1913 veröffentlichte Hanns Hoerbiger, der österreichische Ingenieur, seine Theorie zu den kosmischen Ursprüngen ['WEL'], in welcher er feststellte, dass die Erde in ihrer Geschichte mehrere kleine Planeten oder Asteroiden eingefangen hat, die alle auf die Erddoberfläche hinabgestürzt seien, wobei sie gewaltige Umwälzungen verursacht hätten. [Vergl. zu Hörbiger: Hanns Hörbiger: Ein Universum aus Feuer und Eis?, ff.; d. Red.] In seinem Werk bezog er sich mehrere Male auf den Astronomen F.R. Mounton, der fünfzehn Jahre später, 1929, beweisen sollte, dass der Barringer Krater meteorischen Ursprungs war.

Es ist berechnet worden, dass die Kraft des Impakts durch den Barringer-Meteor [...] etwa derjenigen einer 2.3 Megatonnen Atombombe entsprach. Trotz alledem wurden keine echten Fortschritte gemacht, abgesehen von der Entdeckung der Henbury-Krater 1931 in Australien, und anderen, die mit ihm in Zusammenhang stehen. Der eigentliche Anstoß erfolgte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, und wurde ausgelöst, als ein Prospektor namens Chubb eine Fotographie sah, die 1942 von der Royal Canadian Air Force aufgenommen worden war. Sie zeigte einen vollständig kreisförmigen See mit einem Durchmesser von 3.5 km. Er überredete einen Freund, ihn dorthin zu fliegen, und seither ist die Stätte als Chubb-Krater bekannt. (Abb. 2) Er liegt in Ungava, einem Teil von Quebéc am Südende der Hudson Bay. Verbunden ist er mit einer ganzen Serie von Meteoriten-Kratern, deren Durchmesser von den 60 km des Manicougon, den 32 km des Carswell Lake, über die 32 km und 21 km der Clearwater Lakes bis zu den 14 km des Couture Lake [...] reichen.

Abb. 2 Auch der Chubb Crater in Quebec, am Südende der Hudson Bay, wurde von Sykes einer Serie jüngerer Impakte mit massiven Auswirkungen auf die Menschheits-Geschichte zugerechnet.

Sie alle scheinen zur selben Zeit entstanden zu sein, und es wurde vermutet, dass der Nastapoke-Belcher-Insel-Bogen der Hudson Bay, die Ungava Bay und der Golf des Sankt-Lorenz-Strom alle zur selben Zeit geformt wurden. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass die Hudson Bay selber ein Krater infolge eines Impakts entsprechend zweihundert A-Bomben von einer Million Megatonnen ist, was genau dem entspricht, was man beim Einschlag eines kleinen Planetoiden erwarten sollte. Der größte Krater, der bisher offiziell verzeichnet wurde, liegt in Südafrika. Es ist der Vredefort Ring, der einen Durchmesser von 130 km aufweist, für dessen Bildung eine Energie von 4x10 bis 29th Erg notwendig war.

Meiner Meinung nach könnte dies im Zusammenhang mit dem Vorkommen von Diamanten in Südafrika stehen, da der dazu notwendige Druck nur aufgrund eines enormen Impakts zustande gekommen sein kann. [1] In Verbindung mit diesem Krater stehen die Campo del Cielo Krater in Argentinien und den benachbarten Ländern. Sie bilden, in zwei parallelen Streifen, eine Neuner-Gruppe, und es wird angenommen, dass sich der Asteroid oder Planetoid, der sie verursacht hat, in einem Erdorbit bewegt haben muss, da die zweite Gruppe nach einer anderen Umkreisung verursacht wurde. Die Krater-Ränder der Samborombón Bay, der Golf von St. George und die Terra del Fuego Bay gegenüber den Falklandinseln könnten alle zur selben Zeit entstanden sein.

Die Falklandinseln selbst sind vermutlich die Überreste des Buckels oder der 'Pinta', der/die im Zentrum dieses Impakts zurückblieb. Vergleichbare moderne Ereignisse gibt es nur wenige. Der Vulkanausbruch des Krakatau von 1883, der 36 000 Menschen tötete, 5000 Schiffe zerstörte und 163 Städte verwüstete, benötigte dazu lediglich eine Energie von 7.2 x 10 zu 22nd Ergs, die Eruption des Mont Pelé von 1901, die Martinique heimsuchte, war nur von lokaler Bedeutung, und der Tunguskaya Meteorit von 1908, der in einem Umkreis von 30 km alles tötete und sogar noch in Britannien, 10 000 km entfernt, zu sehen war, hatte eine Gewalt von zwischen 2x10 zu 21st und 3.2 x 10 zu 24th Ergs. Zwei große Meteoriten-Impakte gab es in der Vergangenheit, die heutzutage kommerziell ausgebeutet werden. Das sind die große Nickel-Mine bei Sudbury, Ontario, und die Eisen-Mine bei Narvik in Norwegen.

Diese letztere Masse von magnetischem Eisen war so berühmt, dass sie 1058 [1958?; d. Ü.] von Raysch kartiert wurde. Man nimmt an, sie waren die harten Metall-Kerne von Asteroiden, die zu solide waren, um zu zerbrechen und sich geradewegs in den Boden bohrten. Die Ursachen der Atlantis-Katastrophe müssten vermutlich in geringerer Entfernung zu suchen sein als die oben erwähnten Krater. Doch im karibischen Raum scheint Bermuda die Zentral-Erhebung eines großen Kraters gewesen zu sein, der sich mit Neben-Kratern, die den Golf von Campeche, das Becken der Kleinen Antillen und den Mosquito Golf bildeten, bis zur Küste Süd-Floridas erstreckt. Die minimale Kraft, die für diesen Bermuda-Impakt notwendig gewesen wäre, liegt bei etwa bei derjenigen von zweihundert Atombomben von einer Millionen Megatonnen, in etwa die gleiche Energie, die zur Bildung der Hudson Bay notwendig war.

Das Resultat wäre katastrophal und geeignet gewesen, um Atlantis versinken zu lassen und all die erschreckenden Phänomene hervorzurufen, die in den Legenden über jene Zeit verzeichnet sind. Zu der Wahrscheinlichkeit [eines solchen Ereignisses] stellte Dr. Robert Dietz [...] fest, dass die Erde durchschnittlich ein mal in 10 000 Jahren von einem Planetoiden getroffen wird. Da dies [statistisch] nun seit 2000 Jahren überfällig sei, stellt Professor S. T. Butler von der Sidney University die Vermutung auf, es sei möglich, dass ein kleinerer Planetoid namens Ikarus die Erde am 15. Juni 1968 in einer geschätzten Distanz von vier Millionen Meilen passieren wird, doch dass er bei der kleinsten Abweichung von seinem berechneten Orbit durch die irdischen Gravitations-Kräfte zum Absturz auf die Erde veranlasst werden könnte. [2] Der Impakt würde jenem des Bermuda-Treffers oder dem von der Hudson Bay entsprechen. Die Ergebnisse sollten höchst interessant sein.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Egerton Sykes erschien erstmals 1967 (vermutl. in "Atlantis", London) unter dem Titel "Atlantis - The Meteor Impact Theory"; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de nach http://kengarman.tripod.com/thelegendofatlantis/id8.html (nicht mehr online)

  1. Anmerkung d. Red. zur Bildung von Diamanten bei Impakten: Im September 2005 berichtete das Magazin STERN über ein Impakt-Ereignis, das vor ca. 15 Millionen Jahren das heutige Deutschland heimsuchte: "Aus dem Weltall raste ein Doppel-Asteroid, ein 1,5 Kilometer und ein 150 Meter dicker Steinbrocken, auf unsere Heimat zu. Die Geschosse durchschlugen die Atmosphäre und krachten in die Süddeutsche Kruste. Dort rissen sie in der Schwäbischen und nahe der Fränkischen Alb zwei riesige Löcher: das Steinheimer Becken, 3 Kilometer breit, und das Nördlinger Ries mit einem Durchmesser von 25 Kilometern." Der Geologe Thomas Kenkmann vom Institut für Mineralogie an der Berliner Humboldt-Universität fand im Wirkungsbereich des Impakts ebenfalls kleine Diamanten. Er konstatiert: "Der Druck war so immens, dass er sie aus dem Graphit in der Umgebung gepresst hat." (Quelle: Horst Güntheroth, Heiner Müller-Elsner, Knut Maibaum u. Tom Ungemach, "Deutschland in der Urzeit, Teil 1", STERN, Nr. 38, 15.09.05, S. 90-92)
  2. Vergleiche dazu: Planetoid Ikarus kommt in Erdnähe - Einen Zusammenstoß wird es nicht geben, Hamburger Abendblatt, 03.12.1966


Bild-Quellen

(1) http://fusionanomaly.net/atlantis.html

(2) http://ottawa.rasc.ca/astronomy/earth_craters/pingualuit/chubb_1.jpg