Atlas und Atlantis - Eine Sicht des Weltgeschehens: Überlegungen zu dem in der Wissenschaft offenen Problem "Atlantis"

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Eine Rezension von Roland M. Horn

Abb. 1 Alois Jacob: Atlas und Atlantis - "Eine Sicht des Weltgeschehens: Überlegungen zu dem in der Wissenschaft offenen Problem „Atlantis“; Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2012" ISBN: 978-3-8300-6506-7 Preis: EUR 34.— 473 Seiten, broschiert

Alois Jacobs Buch basiert auf Otto Mucks Werk „Alles über Atlantis“ und bringt ergänzende wertvolle Erkenntnisse, vor allem aus dem Bereich der Linguistik. Etwas schade ist, dass er nicht mit Mucks Originalbuch „Atlantis – Die Welt vor der Sintflut“ gearbeitet hat, denn in der Version, die unter „Alles über Atlantis“ erschienen ist, wurden Details, manchmal auch ganze Kapitel, weggelassen, und statt dessen werden Anmerkungen durch die Redaktion gemacht, die kaum als solche kenntlich gemacht wurden, so dass man denkt, diese stammen von Muck selbst. An einer Stelle, an der es um das „Bermuda-Dreieck“ geht (S. 24), schreibt Jacob eine solche Stelle Muck zu, was aber nicht Jacobs Schuld ist. Der Autor übernimmt auch den von Muck eingeführten Begriff „Quintär“ für die Zeit nach der Atlantiskatastrophe.

Jacob nimmt Platos umstrittene Schilderung die Geschichte Ur-Athens ernst und hält die Möglichkeit, Athen als eine eine atlantische Gründung zu betrachten, für nicht ganz ausgeschlossen. Hier stützt er sich auf eine Reihe von Überlieferungen und begründet dies ausführlich.

Der Autor beschäftigt sich weiter mit den Etruskern und deren Sprache, wobei er Zusammenhänge zwischen ihr, der atlantischen Sprache und letztlich Atlantis selbst, erkennt. Dabei hilft ihm die Wortwurzel „tr̥“ bzw“ tl̥“, und er gelangt schließlich zur Erkenntnis, dass das Wort „Etruski“ letztlich „Wissensträger“ bedeutet. Entsprechend seien auch die Wörter „Iberer“,„Italer“ und „Hebräer“ so zu deuten. Die Sprache dieser Völker müssten seiner Meinung nach auf eine ältere gemeinsame Sprache“, nämlich die Atlantische, zurückzuführen sein. Das Wort „Wissensträger“ sieht der Autor als „Träger des Wissens aus der Zeit der Hochblüte von Atlantis“.

Jacob kommt weiter zu dem Schluss, dass 'Atlas' ein originäres atlantisches Wort sei.

Der Autor spricht von einem „Point zéro“, der Atlantiskatastrophe. Zunächst geht er von 9560 v. Chr. aus, während er bis etwa 6000 Jahre v. Chr, einen „tiefste[n] Hiat“ und bis 3.500 v. Chr, die Fortsetzung dieses Hiat in einer sich abflauenden Form sieht. Danach, in der Mitte des 4. Jahrtausends vor Christus, ist Jacob zufolge die Schrift wieder aufgekommen. Unter Hiat (von lat. hiatus), einer „Klaffung“, versteht der Autor die 2000-jährige Dunkelheit nach der Katastrophe (S. 286), die Muck beschreibt. Aufgrund einer, seiner Meinung nach, notwendigen Datumskorrektur 'verlegt' Jacob den Untergang von Atlantis auf 1000 Jahre später und nähert sich so dem von Muck vermuteten Datum für den Untergang von Atlantis an. Das Jahr 8498 v. Chr. sieht Jacob wie Muck als den absoluten, im Gegensatz zu dem historischen, Nulltag des Maya-Kalenders an.

Bei den Atlantern stellt Jacobimperiales Denken und Vorgehen“ fest. und sieht in ihnen einen latenten Urheber einer Molochkultur, die sich in ihren Einflussgebieten ausgebreitet hat.

Jacob spricht über die Sintfluten – er ist überzeugt, dass es deren mehrere gegeben habe, von denen die größte jene nach dem Untergang von Atlantis gewesen sei.

Jacobs Argumentation geht in die Tiefe und belegt seine zahlreichen Annahmen Stück für Stück. Sein Werk enthält einen ausführlichen Anhang mit Bibliographie, Register und detaillierter Inhaltsangabe.

Allen, die sich für das Thema 'Atlantis' interessieren, sei dieses Buch ans Herz gelegt. Bedauerlich ist nur, dass der Preis etwas hoch angesetzt ist.