Die Kanäle von Atlantis

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Das rechteckige Kanal-System auf der 'fruchtbaren Ebene' von Atlantis nach James Loeb (1867-1933)

Kanäle werden als von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung vieler altertümlicher Zivilisationen angesehen, und sie sind zudem Beweise für die ingenieurtechnischen Fähigkeiten dieser frühen Gesellschaften. Jüngere Entdeckungen in den peruanischen Anden enthüllten mehr als 5400 Jahre alte Kanäle. [1]

Die Kanäle in der Hauptstadt von Atlantis werden von Plato sehr detailliert beschrieben, aber in Dimensionen, die ziemlich unrealistisch sind. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die gesamte Erzählung fiktional ist, und dass die Größenangaben lediglich aus der Luft gegriffen sind. Wenn jedoch Plato oder sonst jemand einen fiktionalen Text aufschrieb, dann sollte man erwarten, dass sich solche Details näher an der Realität bewegen. In der Tat bringt Plato Skepsis bezüglich dieser Dimensionen zum Ausdruck, doch er notiert sich als Aufzeichnung von Solons Bericht. Dies beschert der Theorie zusätzliches Gewicht, dass die Zahlen aus den ursprünglichen ägyptischen Quellen falsch transkribiert wurden, oder dass Maßeinheiten falsch verstanden wurden.

Meines Erachtens scheint die Ausdehnung der von Plato verzeichneten Abmessungen der Bewässerungskanäle nahezulegen, dass die Ebene von Atlantis einem trockenen Klima ausgesetzt war. Die Dimensionen könnten auch die einer natürlichen Struktur gewesen sein, welche bearbeitet wurde, um den Bedürfnissen eines befestigten Hafens gerecht zu werden. Letztere Vorstellung wurde von Ulf Richter vorgestellt und ausgebaut. [2] Peter James hebt bei seinem Widerspruch gegen die Minoische Atlantis-Hypothese hervor, dass auf Kreta und Thera keinerlei Kanal-Systeme gefunden wurden.

Ausgedehnte altertümliche Kanal-Systeme Sind sowohl in Nord- [3] als auch in Südamerika identifiziert worden. John Jensen hat ein solches Netzwerk im Gebiet von Louisiana entdeckt, aber er ist vernünftig genug, nicht zu versuchen, dies mit Atlantis in Verbindung zu bringen. Jensens Webseite beschäftigte sich auch mit Kanälen in Mexiko und Afrika. Seine Behauptung bezüglich der Kanäle in Louisiana ist online angefochten worden [4], und seit März 2016 ist seine eigene Webseite offline. Doch im Frühjahr 2017 veröffentlichte Jensen ein weiteres Papier über altertümliche Kanäle auf der Webseite Migration & Diffusion [5], das Bezugnahmen auf altertümliche Kanäle an den Golf- und Atlantik-Küsten der USA enthält, die er auf das fünfte und sechste Jahrtausend v.Chr. datiert.

Weitere Informationen bezüglich präkolumbischer mexikanischer Bewässerungssysteme sind auf der Webseite Ancient Origins zu finden. [6]


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde von ihm erstmals online veröffentlicht am 29. Mai 2010 unter dem Original-Titel "Canals" bei Atlantipedia.ie. Bei Atlantisforschung.de erscheint er 05. September 2018 in eigener Übersetzung ins Deutsche und mit redaktioneller Bearbeitung.

Fußnoten:

  1. Siehe: o. A., "Ancient canals reveal underpinnings of early Andean civilization", 29. Nov. 2005, bei Vanderbilt News (Vanderbilt University; abgerufen: 05. September 2018)
  2. Siehe: Ulf Richter, "Plato's Atlantis was in a River Delta", bei black-sea-atlantis.com (online als PDF-Datei; abgerufen: 05. September 2018)
  3. Red. Anmerkung: Siehe z.B.: William R. Corliss, "Eine antike Bewässerungsanlage in Arizona" (1982)
  4. Siehe: foghum, "Ancient Canal Builders - East Coast US and Gulf Coast marsh features", bei unexplained-mysteries.com (forum) (abgerufen: 05. September 2018)
  5. Siehe: John M. Jensen Jr., "Ancient Canal Builders", bei Migration & Diffusion (abgerufen: 05. September 2018)
  6. Siehe: Ḏḥwty, "Chinampas, The Floating Gardens of Mexico", 07. April 2014, bei Ancient Origins (abgerufen: 05. September 2018)

Bild-Quelle: