Dr. Robert Schmalz und sein tunesisch-algerisches Atlantis

Aus Atlantisforschung
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Abb. 1 Ein Palmenhain bei der tunesischen Stadt Gabès an der Mittelmeer-Küste. Diese Region soll laut Dr. Robert Schmalz besonders stark von den Umbrüchen am Ende der jüngsten Eiszeit, der Periode des Atlantis-Desasters, in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

(red) Ein - selbst in an Atlantis interessierten und fachkundigen Kreisen - zumeist völlig unbekannter Anhänger der afro-atlantologischen Schule der Atlantisforschung ist der renommierte, US-amerikanische Geologe Dr. Robert F. Schmalz [1], welcher sich bereits in den späten 1970er Jahren mit dem Atlantisproblem befasste. Dies geht aus unserer bisher einzigen, diesbezüglichen Quelle hervor, einem, im August 1977 erschienenen Artikel der kanadischen Tageszeitung The Montreal Gazette, dessen Inhalt wir nachfolgend, ins Deutsche übersetzt, wiedergeben:

"UNIVERSITY PARK Pa [2] (UPI) Atlantis, der 'verschwundene Kontinent', versank nicht in den Wogen, sondern existiert noch immer als nördliches Tunesien und nordöstlicher Teil Algeriens. Das ist die Theorie von Dr. Robert Schmalz, einem Geologen der Pennsylvania State University, der seine Theorie auf moderner Naturwissenschaft und dem aufbaut, was Plato über jene außergewöhnliche Zivilisation schrieb, die seiner Beschreibung nach etwa 9000 v. Chr. aufgeblüht sein soll.

Schmalz sagt, die Atlantis-Erzählung habe vermutlich auf Fakten gefußt, sei jedoch [bereits] durch Übertreibungen angereichert und mystifiziert gewesen, bevor Plato sie um 300 v. Chr. niederschrieb. Feststellend, dass Plato der einzige antike Autor war, der Atlantis erwähnte, erklärt Schmalz, dass jede Vermutung bezüglich Atlantis sich genau an Platos Beschreibung zu halten habe.

Plato schildert Atlantis als einen Inselkontinent, welcher jenseits der Säulen des Herkules, oder der Straße von Gibraltar, lag. Er sei größer als Libyen und Kleinasien zusammen gewesen, und ermöglichte eine leichte Passage zu den benachbarten Inseln und dem Kontinent, welcher an das angrenzte, was er das 'Atlantische Meer' nannte. In einem Kampf, annähernd 9000 Jahre vor Platos Zeit, besiegte das Volk der Hellenen die Atlanter. Am Ende der Schlacht ereigneten sich jedoch Stürme und Erdbeben, und der Inselkontinent verschwand.

Die tunesisch-algerischen Örtlichkeiten stimmen, wie Schmalz sagt, am besten mit Platos Beschreibung überein. Dort sei, erklärt Schmalz, der Meeresspiegel um mindestens 300 Fuß [ca. 91,5 m; d.Ü.] angestiegen, als das pleistozäne Eis abschmolz, wobei große Gebiete des angrenzenden Landes überflutet wurden. Zur selben Zeit sollen sich Teile der Kontinente, die ans Mittelmeer angrenzen, angehoben oder abgesenkt haben. Eine der Regionen, die davon am stärksten betroffen waren, liegt, wie er erklärt, genau nordöstlich der tunesischen Stadt Gabes. Dort trennt eine niedrige, sandige Ebene das Mittelmeer von einigen Salzseen ab, die sich westwärts beinahe 500 Meilen in die Wüste Sahara hinein erstrecken." [3]

Natürlich lassen sich aus einer solchen journalistischen Darstellung, die keinerlei wirklich relevante Details enthält, keine sicheren Rückschlüsse auf den Umfang und die atlantologische Qualität von Dr. Schmalz´ Arbeit ziehen (weitere Recherchen dazu sind unsererseits geplant); immerhin deutet sich hier an, dass er 'Atlantis' damals fälschlicher Weise für den Eigennamen der von Platon beschriebenen Insel hielt. Außerdem scheint R.F. Schmalz - im Gegensatz zu den weitaus meisten anderen schulwissenschaftlich argumentierenden Anhängern der Nordafrika-Lokalisierung - auch Platons heiß umstrittene Zeitangaben zum Untergang von Atlantis akzeptiert zu haben, da er die Atlantis-Katastrophe mit den Vorgängen am Ende der jüngsten Eiszeit in Verbindung brachte.


Anmerkungen und Quellen

  1. Vorläufige Anmerkung: Basisinformationen zu Dr. Schmalz´ Leben und seinem geologischen sowie atlantologischen Werk versuchen wir gerade via Penn State University zu ermitteln, an der er - inzwischen Prof. emeritus - gelehrt hat, und wo die geologische Fakultät immerhin einen nach ihm benannten Studentenpreis vergibt, den "Robert F. Schmalz Award in the Department of Geosciences".
  2. Anmerkung: Pa = Pennsylvania
  3. Quelle: Anonymus, "Atlantis - high, dry: Geologist, in: The Montreal Gazette, 26. Aug. 1977

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