Gorringe-Bank

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Teil der ostatlantischen Inselwelt des späten Pleistozäns

Abb. 1 Eine Karte des ostatlantischen Großraums von Makaronesien mit Seamounts - darunter dem Gorringe Ridge - und anderen geologischen Besonderheiten (Graphik: © Jason Hall-Spencer, Alex Rogers, Jaime Davies und Andy Foggo - Für eine Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)

(red) Über die Gorringe-Bank - engl.: Gorringe Ridge - finden wir bei der deutschsprachigen Wikipedia folgende Basis-Informationen: Sie "ist ein ungefähr 200 Kilometer südwestlich von Cabo de São Vicente in Portugal im Atlantik unter dem Meeresspiegel liegender Vulkanberg mit zwei Gipfeln. Der Pico Gettysburg liegt an seinem Gipfel etwa 20 Meter unter der Wasseroberfläche und ist mit einer gelben Leuchttonne als Untiefe markiert. Der damit über einen 40 Kilometer langen, bis zu tief 500 Meter eingeschnittenen Bergrücken verbundene Gipfel des Ormonde liegt wenige Meter tiefer unter Wasser und ist nicht gekennzeichnet. Die den zwei Bergen unmittelbar zuzuordnende Region hat eine Ausdehnung von rund 9500 Quadratkilometern und ist stark zerklüftet. Die Nordwestseite fällt auf einer Strecke von 38 Kilometern um 5000 Meter ab und die Südostseite auf 31 Kilometern um 4000 Meter. Auch in die anderen Richtungen wird schnell eine Wassertiefe von über 3000 Meter erreicht. Von einigen Experten wird das Gebiet als die am stärksten von Erdbeben gefährdete Region in Europa eingeschätzt. Einer Theorie zufolge liegt hier das Epizentrum des Erdbebens von Lissabon von 1755. Im Bereich der Gorringe-Bank liegt eine starke Gravitationsanomalie vor." [1]

Abb. 2 Ein Taucher über der Gorringe Bank des Gettysburg-Seamount. Mitten im Atlantik erhebt sich dieser gewaltige Unterwasser-Vulkan, der gegen Ende der jüngsten Eiszeit noch in seinen oberen Teilen über der Meeres-Oberfläche gelegen haben dürfte. (Foto: © José Augusto Silva)

Da gegen Ende der jüngsten Eiszeit zumindest die Kuppen der Gorringe-Bank noch deutlich über der Meeresoberfläche gelegen haben müssen, waren sie ohne Zweifel noch im späten Pleistozän ein Teil der atlantischen Inselwelt. Dies macht sie auch für Atlantisforscher interessant, zumindest jedenfalls für die 'Atlantiker' unter ihnen bzw. für diejenigen, die von einem Atlantis im Atlantik ausgehen und Platons Zeitangaben zum Untergang des verschollenen Vorzeit-Reiches akzeptieren. Allerdings erbringt eine Suche in den diesbezüglich relevanten Publikationen kaum etwas Substanzielles zur Gorringe-Bank, genauer gesagt scheint es - zumindest. was Veröffentlichungen in englischer Sprache betrifft - bisher lediglich zwei nennenswerte atlantologische Referenzen zu geben.

Die erste uns derzeit bekannte Erwähnung dieses Seemounts in der atlantologischen Literatur findet sich bereits 1892 in Ignatius Donnellys Werk "Atlantis, the Antediluvian World". Darin zitiert Donnelly den schwedischen Naturforscher John James Wild (einen Teilnehmer der Challenger-Expedition von 1872–1876), der in einem Artikel der Zeitschrift Nature [2] die "kürzlich durch Commander Gorringe von der United States-Schaluppe Gettysburg bekanntgegebene Entdeckung" der Formation (am 6. November 1875) besprach. Schon Donnelly war klar, dass auch diese heute submarinen Erhebungen "ursprünglich Inseln waren", die er zu den "Sprungbrettern [...] zwischen Atlantis und der Küste Europas" zählte. [3]

Außerdem befasste sich auch Nikolai Zhirov, Mitte des 20. Jahrhunderts Doyen der sowjetischen Atlantologie, am Rande seiner meeresgeologischen und ozeanographischen Betrachtungen zum atlantischen Großraum mit der Gorringe-Bank. In "Atlantis - Atlantology: Basic Problems" konstatierte er 1970 ebenfalls - unter Verweis auf die Studien des sowjetischen Geologen P.N. Yerofeyev [4] - ihre rezente Überflutung. Außerdem wies er auf Yerofeyevs Aussagen zu einem massiven unterseeischen Vulkanismus hin, wobei die enorme Ablagerung typischer Sedimente "an der Flanke der Gorringe-Bank und dem submarinen Sockel der Kapverdischen Inseln" eine entsprechende vulkanische Aktivität vor "10.000 bis 15.000 Jahren", also dem "Ende der jüngsten Eiszeit" nahelege - das heißt, dem Zeitraum der von ihm vermuteten Atlantis-Katastrophe. [5]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Gorringe-Bank" (abgerufen: 13. August 2017; Hervorhebungen durch Atlantisforschung.de)
  2. Siehe: Nature, 1. März 1877, S. 377
  3. Quelle: Ignatius Donnelly, "Atlantis, the Antediluvian World", S. 46 (CHAPTER. V - THE TESTIMONY OF THE SEA)
  4. Siehe: P.N. Yerofeyev (1963), "Stroyrnıye banki Gorrindzh (Atlantıchesky okean)" ["Structure of the Gorringe Bank (Atlantic Ocean)"], in: Reports of the USSR Academy of Sciences, 151, 1159-61
  5. Quelle: Nikolai Zhirov, "Atlantis - Atlantology: Basic Problems", Honolulu (The Minerva Group, Inc.), 2001 (Reprint der Original-Ausgabe, Moskau 1970), S. 285 und 305

Bildquellen:

1) Jason Hall-Spencer, Alex Rogers, Jaime Davies und Andy Foggo, "Deep-sea coral distribution on seamounts, oceanic islands, and continental slopes in the Northeast Atlantic" (online als PDF-Datei), in: R.Y. George und S.D. Cairns (Hrsg.), Conservation and adaptive management of seamount and deep-sea coral ecosystems, Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science, University of Miami, 2007
2) José Augusto Silva (©), vormals bei geocities.com (unter: Link; nicht mehr online)