Malta: Echoes of Plato’s Island

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Rezension von Tony O’Connell

Abb. 1 Anton Mifsud, Simon Mifsud, Chris Agius Sultana und Charles Savona-Ventura: "Malta: Echoes of Plato’s Island - The Prehistoric Society of Malta", 2001 - 86 Seiten

Malta: Echoes of Plato’s Island (Abb. 1) von Anton Mifsud, Simon Mifsud, Chris Agius Sultana und Charles Savona-Ventura ist ein großformatiges, gut illustriertes und mit Verweisen versehenes, wenn auch etwas schmales Buch. Es finden sich dort wertvolle Anmerkungen, von denen viele auch in den Hauptkörper des Textes hätten eingebaut werden können. Unglücklicher Weise fehlt ein uumfassender Index, doch nichts destotrotz stellt es eine wichtigen Beitrag zur Literatur über Platons Atlantisbericht dar.

Das Buch präsentiert, auf sehr rationale Art, Argumente für die Annahme, die Inseln Maltas seien Überreste von Atlantis. Die Autoren heben eine Fülle von Evidenzen dafür hervor, dass die Inseln in ferner menschlicher Vergangenheit ein weitaus größeres Gebiet umfasst haben. So ist beispielsweise die Fläche Maltas heute völlig unzureichend, um so viel Wasser hervorzubringen, wie es notwendig war, um die großflächigen Täler der Insel auszuspülen. Diese Anomalie wurde erstmals bereits 1791 von dem französischen Geologen Deodat de Dolomieu kommentiert.

Mifsud und Co. besprechen Archäologie und Geologie der Region, sowie die Kompatibilität der dort existierenden Topographie mit Platons Beschreibung. Klassische Quellen werden reichlich zitiert, um ihre Theorie zu stützen. Es wird allgemein akzeptiert, dass das Archipel einst vollständig zusammenhing und sich beträchtlich nach Süden hin ausdehnte. Claudius Ptolemaios Schriften aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. verzeichnen, dass diese Ausläufer der Inseln von ihren menschlichen Bewohnern geschätzt wurden, und dass ihre Existenz bis in historische Zeiten hinein mündlich überliefert wurde. Ptolemaios gibt als Koordinaten für den Breitengrad eines Hercules-Tempels zehn Minuten (10’) südlich der gegenwärtigen Landmasse oder etwa elf Meilen an.

Das Buch führt das Konzept der biogeographischen Katalogisierung [orig.: "biogeographical indexing"; d.Ü.] in die Atlantis-Debatte ein, welches dafür gedacht ist, die Wahrscheinlichkeit dafür anzuzeigen, dass eine Insel besiedelt wird, basierend auf ihrer Größe und Distanz von einem Festland. Auf dieser Basis haben die Inseln Pantelleria sowie Lampedusa, eine der Pelagischen Inseln, welche zwischen Malta und Nordafrikas Festland liegen, die niedrigsten biogeographischen Indizes im Mittelmeer-Raum. Dennoch wurden sowohl Lampedusa als auch Pantelleria bereits im 6. Millennium v.Chr. besiedelt, was nahelegt, dass sie zu dieser Zeit vermutlich größer waren, oder Teil einer beträchtlichen Landmasse, die auch das Maltesische Archipel beinhaltete.

Mifsud und seine Mitarbeiter schlagen für die Zerstörung des versunkenen Königreiches das Datum 2200 v.Chr. vor. Sie heben hervor, dass dieses Datum mit dem Kollaps einer Anzahl von Zivilisationen im Mittelmeer-Raum und Mittleren Osten übereinstimmt. Die von ihnen angenommene Datierung kollidiert mit der ihres maltesischen Autoren-Kollegen, Joseph S. Ellul, der die Zerstörung von Atlantis als Konsequenz der biblischen Sintflut betrachtet, welche er viele tausend Jahre früher ansiedelt.

Charles Savona-Ventura ist ein Mediziner-Kollege von Dr. Anton Mifsud, mit dem zusammen er eine Anzahl von Artikeln und Büchern [210-214] zur Prähistorie Maltas erarbeitet hat. Simon Mifsud ist praktischer Arzt, der als Registrator [?; orig.: "registrar"; d.Ü.] für Kinderheilkunde am Gozo General Hospital arbeitet, und Ko-Autor eines, zusammen mit Anton Mifsud verfassten Buches [215] über das prähistorische Malta. Chris Agius Sultana ist ein professioneller Kunst-Designer mit besonderem Interesse für Unterwasser-Erkundung, und ihm wird zugeschrieben, das Interesse geweckt zu haben, das zur Abfassung dieses Buches führte. [...]


Anmerkungen und Quellen

Diese Rezension von Tony O’Connell (©) wurde seinen Webseiten Atlantipedia.de entnommen, wo sie unter "Malta: Echoes of Plato’s Island" veröffentlicht wurde. Bei Atlantisforschung.de erscheint sie (4/2012) in eigener Übersetzung ins Deutsche in einer redaktionell bearbeiteten Fassung.