Perceval Frutiger

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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 P. Frutiger hielt Platon für den Erfinder von Atlantis

(red) Perceval Frutiger (* 13. April 1896 in Genf [1]; † 1949) war ein aus der Schweiz stammender Philosoph und Literaturwissenschaftler, der mit seiner Arbeit vor allem im zeitgenössischen französischsprachigen Raum einige Bekanntheit erlangte.

In atlantologie-historischer Hinsicht ist allerdings lediglich Frutigers 1930 erstveröffentlichtes Werk "Les Mythes de Platon" [2] von Interesse, das bis 1979 immerhin 20 Ausgaben in französischer Sprache erlebte. [3] Darin erweist er sich als überzeugter Anhänger der - unter schulwissenschaftlich orientierten ForscherInnen nach wie vor gängigen - Annahme, der Atlantisbericht sei nichts anderes als eine Erfindung Platons. So erklärte etwa der britische Altphilologe Francis Macdonald Cornford unter direkter Bezugnahme auf Frutiger: "Seriöse Gelehrte stimmen heute darin überein, dass Atlantis seine Existenz wohl ganz und gar Platos Phantasie verdankt." [4] Im Rahmen dieser Fiktionalitäts-These gehörte Frutiger zu den frühesten Verfechtern der Inspirations-Hypothese, Platon sei durch den plötzlichen Untergang der Stadt Helike im Jahr 373 v. Chr. auf die Idee gebracht worden, Atlantis im Verlauf "eines schlimmen Tages und einer schlimmen Nacht" (Timaios. 25c-d) im Meer versinken zu lassen.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Charles Werner, "PERCEVAL FRUTIGER", in: Les Études philosophiques, Nouvelle Série, 5e Année, No. 2, Consacre a Descartes (Avril/Juillet 1950), pp. 240-243
  2. Siehe: Perceval Frutiger, "Les Mythes de Platon", Paris (Librairie Felix Alcan), 1930
  3. Quelle: o.A., WorldCat Identities, unter: "Frutiger, Perceval" (abgerufen: 08. Juni 2018)
  4. Quelle: Francis Macdonald Cornford, "Plato's Cosmology: The Timaeus of Plato", Psychology Press, 2000, S. 18, Fußnote 1 (Übersetzung des Zitats ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quelle: