René Treuil

Aus Atlantisforschung
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Forscher- und Autorenportrait

Auf einen Blick

Abb. 1 Prof. René Treuil darf wohl als derzeit führender Vertreter der 'Fiktionalitäts-These' zu Platons Atlantisbericht im französischen Sprachraum betrachtet werden.

(red) René Treuil (Abb. 1) (* 1940) ist ein französischer Althistoriker und ehemaliger - seit 2003 emeritierter - Professor für Vorgeschichte an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne. Sein besonderes Interesse gilt dem alten Kulturraum der Ägäis, und in Hinsicht auf die Exegese des Platonischen Atlantisberichts gehört er zu den profilierten akademischen Verfechtern der Fiktionalitäts-These.

Biographische Notizen

In seiner Jugend studierte René Treuil zunächst am Lycée Edmond Perrier in Tulle, gefolgt von einer Khâgne am Pariser Lycée Louis-le-Grand sowie weitere Studien an der École normale supérieure (Paris). Im Zentrum seiner Studien stand die Protohistorie (Neolithikum und Bronzezeit) der ägäischen Welt. Treuil nahm an der französischen Schule von Athen an den Ausgrabungen von Dikili Tash (Mazedonien) und Malia (Kreta) teil. Nach der Publikation seiner Diplomarbeit über die Vorgeschichte der Ägäis im Jahr 1979 wurde er erst Dozent, später Professor an der Universität Paris I, wo er ein Wissenschaftler-Team zur Erforschung der ägäischen Protohistorie gründete. [1]

Abb. 2 Das Front-Cover von Prof. Treuils Atlantis-Buch aus dem Jahr 2012

Prof. Treuil und Atlantis

Diesbezüglich findet sich in Tony O’Connells Atlantipedia die ebenso kurze wie prägnante Klassifizierung: "...Treuil ist ein Atlantis-Skeptiker". Dass diese Zuschreibung 'ins Schwarze trifft', wird spätestens bei der Betrachtung des Buches mit dem Titel "Le mythe de l'Atlantide" (Abb. 2) 'deutlich, das der französische Althistoriker 2012 veröffentlichte. Darin bespricht er, wie es bei O’Connell weiter heißt, "eine Anzahl im Angebot befindlicher Lokalisierungs-Theorien, aber auch die kulturellen und politischen Verwendungen, die Platos Erzählung im Verlauf der Jahrhunderte übergestülpt wurden, insbesondere ihren Missbauch durch die Nazis." [2]

Eine recht detaillierte inhaltliche Zusammenfassung des Buches, mit dem Prof. Treuil wohl die Nachfolge des 2006 verstorbenen Pierre Vidal-Naquet als führender professoraler Vertreter der Fiktionalitäts-These im französischen Sprachraum angetreten hat, präsentiert Laurent Di Filippo im Rahmen der Webseite questions de communication. [3]


Externum:


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: puf, nach: "René Treuil", bei Babelio.com (abgerufen: 22. August 2017)
  2. Quelle: Tony O’Connell, "Treuil, René (L)", 1. Juni 2015, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 22. August 2017; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  3. Siehe: Laurent Di Filippo, "René Treuil, Le Mythe de l’Atlantide - Paris, cnrs Éd., coll. Biblis, 2012, 142 p.", bei questions de communication (abgerufen: 22. August 2017)

Bild-Quellen:

1) Tony O’Connell, op. cit. (2015)
2) CNRS Editions, unter: "Le mythe de l'Atlantide - René TREUIL"