Antarktischer Schlamm enthüllt alte Evidenzen für globale Klima-Veränderungen

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von Mark Shwartz

Abb. 1 Eine Bodenprobe, die 1998 der Palmer-Tiefe (Bild) – einem überfluteten Bereich des westantarktischen Kontinental-Schelfs - entnommen wurde, macht deutlich: während des mittleren Holozäns müssen dort weit höhere Temperaturen als heute geherrscht haben!

1998 extrahierten Wissenschaftler des ODP einen 150 Fuß langen Sediment-Kern aus dem schlammigen Grund der Palmer-Tiefe - einem überfluteten Bereich des Kontinental-Schelfs, entlang der westantarktischen Halbinsel, etwa 3000 Fuß unter dem Meeres-Spiegel. Die Sediment-Probe enthielt die Schalen mikroskopisch kleiner, Diatomeen [1] genannte Kreaturen, die bis zu etwa 10 000 Jahren zurückdatieren, dem Beginn des Holozäns - der jüngsten geologischen Epoche.

"Die antarktische Halbinsel ist aufgrund ihrer Lage in einem der dynamischsten Klima-Systeme der Welt eine ideale Region, um klimatische Veränderungen in zeitlichen Bereichen von Jahrzehnten bis zu Jahrtausenden zu untersuchen", bemerkte Dunbar. "Die ODP-Probe liefert uns die erste fortlaufende, hochauflösende holozäne Sediment-Aufzeichnung der antarktischen Kontinental-Schwelle."

Die Sediment-Probe wies höhere Konzentrationen diatomischer Gehäuse während des mittleren Holozäns, vor etwa 5500 bis 7000 Jahren, auf, was nahelegt, dass die Gewässer um die antarktische Halbinsel herum damals biologisch produktiver waren. Dunbar zufolge, lässt diese Produktivität darauf schließen, dass das Eismeer während des mittleren Holozän weniger vorherrschend war - und als weitere Indikation, dass die Temperaturen höher waren. "Wir denken, es war damals ein ganzes Stück wärmer", erklärt er mit der Bemerkung, dass auch die geochemische Analyse des Sediments höhere Stickstoff-Levels während des mittleren Holozäns enthüllte. "Die wärmeren Temperaturen scheinen Süßwasser-Ströme verursacht zu haben, welche die Küstengewässer mit Stickstoff und anderen Nährstoffen anreicherten", erklärte er.

Während dieser Wärme-Periode [2] stiegen die Meeres-Spiegel von etwa 10 m unter dem heutigen Pegelstand auf annähernd 1,7 m über den heutigen Pegeln an. Legenden im karibischen Raum [3] berichten von, viele Tage andauernden, schweren Regenfällen, wobei viele [Menschen] ertranken. Es war diese Sintflut, die viele ihrer Inseln vom Festland abtrennte. Stück für Stück überfluteten nachfolgende See-Stürme die Ländereien der Bahamas, wobei die Menschen durch Meeresarme voneinander getrennt wurden.

Künftige Studien archäologischer Relikte auf den Bahama-Bänken [4] werden höchst wahrscheinlich belegen, dass diese, strategisch [günstig] gelegene, Großinsel am Ende der nördlichen Äquatorial-Strömung und am Anfang des Golfstroms nicht nur das Heimatland vieler amerikanischer Stämme, sondern auch die Heimat vieler europäischer Stämme war, wie etwa der Basken und Kelten.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Mark Shwartz © wurde "Polynesian Pathways", den Webseiten von Peter Marsh, entnommen. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de (2006) nach http://users.on.net/~mkfenn/Catastrophes.htm

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Zu Diatomeen (Kieselalgen, auch: Diatome) in der atlantischen Tiefsee vergl. auch: Geologische und ozeanographische Evidenzen für Atlantis von R. Cedric Leonard sowie Der Boden des Atlantiks von Dr. Immanuel Velikovsky
  2. Red. Anmerkung: Der mittelholozänen Wärmeperiode ging offenbar eine Kaltzeit voraus. So hieß es unter dem Titel "A cold event 8,200 years ago" in der Ausgabe vom 22. Juli 1999 der Zeitschrift Nature: "Ein Kälte-Ereignis ereignete sich vor zwischen 8400 und 8000 Jahren, das in Europa, Nordafrika und Nordamerika für signifikante klimatische Veränderungen sorgte. Man nimmt an, es sei durch eine globale Erwärmung ausgelöst worden, die eine katastrophale Entleerung der Laurentide-Seen in Kanada bewirkte. Diese Abkühlung wurde durch einen massiven Süßwasser-Abfluss von der Hudson-Straße verursacht. Die eiszeitlichen Agassiz- und Ojibway-Seen wurden ursprünglich von einem Rest des Laurentide-Eisschilds eingedämmt und entleerten sich unter katastropalen Umständen vor 8470 Kalender-Jahren. Der plötzliche Anstieg von Süßwasser reduzierte den Salzgehalt in den oberen Meeresschichten und veränderte die ozeanische Zirkulation, womit er die abrupteste und weitreichendste Abkühlung initiierte, die sich in den jüngsten 10 000 Jahren ereignet hat." (Nach: Peter Marsh, Polynesian Pathways)
  3. Red. Anmerkung: Zu solchen karibischen Legenden siehe: Iere - Das Atlantis der Kariben von Bernhard Beier
  4. Red. Anmerkung: Zur alternativen Erforschung der Paläo-Historie der Bahamas siehe die betreffenden Beiträge in unserem Portal: Theorien, Sektion: Die Bahamas und Atlantis: Der Streit um Bimini

Bild-Quelle:

1) ODP Publication Service, unter: http://www-odp.tamu.edu/publications/178_SR/chap_30/images/01_f02.gif