Aztlán

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(red) In der Mythologie der mittelamerikanischen Azteken ist Aztlán der legendäre Ursprungsort ihres Volkes, der einst bei einer gewaltigen Katastrophe untergegangen sei. (Abb. 1) Von dort aus sollen die Überlebenden unter dem Geleit ihres Gottes Huitzilopochtli zum Texcoco-See in Mexiko ausgewandert sein, wo sie sich niederließen und ihre neue Hauptstadt Tenochtitlán gründeten.

Etymologie

Abb. 1 Darstellung der Flucht von Aztlán auf einem aztekischen Codex aus dem 16. Jahrhundert (Sammlung Boturini)

Das Wort Aztlán stammt aus der Nahuatl-Sprache, aber die Schreibweise ist dem Spanischen entlehnt. Seine Bedeutung ist, im Gegensatz zu vielen anderen Ortsnamen des Nahuatl-Idioms, unklar und umstritten. Geschrieben besteht das Wort, wie es bei Andrew Collins heißt, aus lediglich zwei Glyphen, "...den Kranichfedern im Ton >azt< und einer anderen Glyphe, die wie >a< klingt. [1] Den sprachlichen Ursprung dieses Wortes hat der amerikanische Historiker William H. Prescott in seinem 1843 erschienenen Monumentalwerk >History of the Conquest of Mexico< diskutiert." [2] Prescott folgend, sei Aztlán sinngemäß mit "Ort des Schilfs" zu übersetzen.

Anderen Meinungen zufolge ist es mit "Insel im See" oder "Weißer Ort" zu umschreiben, oder aber der Begriff wird mit "Land der Reiher" bzw. "Nahe den Kranichen" - von: (azta[tl] = weißer Vogel, Reiher oder Kranich) + (-tlan = Ortssuffix, auf oder bei) - übersetzt. Konventionelle Sprachforscher halten letztere Übersetzung jedoch für unzutreffend: Sie "würde nur für einen Ort Aztatlan gelten. [3] Für den Namen Aztlan (die Betonung liegt im Nahuatl auf der ersten Silbe) ist bisher in der Azteken-Schrift kein Zeichen identifiziert worden. Das Ortszeichen, das sich im Codex Boturini und einigen anderen Aztekencodices für Aztlan findet, lässt sich hingegen nicht erklären." [4] Der Náhuatl-Begriff "Aztek" bedeutet jedenfalls "jemand, der aus Aztlán kommt". [5] Die Azteken wären demnach "Das Volk von/aus Aztlán". [6]

Der Diffusionist und Atlantiforscher Gene D. Matlock, der auch auf massive Übereinstimmungen zwischen Nahuatl und Sanskrit hinweist (siehe: Mexiko, Atlantis und die alten Inder von Gene D. Matlock), verweist u.a. auf die zahlreichen Ortsnamen mit der 'Tlan'-Wurzel, die überall in Mexiko existieren: "Atlán, Autlán, Mazatlán, Cihuatlán, Cacatlán, Tecaltitlán, Atitlán, Zapotlán, Minititlán, Ocotlán, Miahuatlán, Tecaltitlán, Tepatitlán, Tihuatlán, Texiutlán, usw." [7] Andrew Collins wiederum betont, dass "der Wortstamm >atl< [...] in der Nahuatl-Sprache eine wichtige Rolle" spiele, "wo er für >Wasser<, >Krieg< und seltsamerweise auch für >Schädeldecke< steht. [8] Aus diesen Wurzeln ermittelte der französische Philologe und Linguist Abbé Brasseur de Bourbourg, dass >Atlan< auf Nahuatl >am Rande des Wassers< bedeutet. In diesem Zusammenhang bemerkte der Abbé auch, dass, als Kolumbus den Kontinent entdeckte, >eine Stadt mit Namen 'Atlan' existiert hat, am Eingang zum Golf von Uraba in Darien [an der kolumbianischen Nordküste; A.C.], mit einem guten Hafen. Heute ist davon nur noch ein unbedeutendes Pueblo namens Acla übrig.<" [9]

Mythologie

Abb. 2 Die sieben Höhlen von Chicomoztoc. Die Illustration stammt aus der alt-mexikanischen Historia Tolteca-Chichimeca.

Den aztekischen Mythen zufolge gab es in der Geschichte der Menschheit vier große Zeitalter, die der bestehenden Welt vorausgingen und jeweils in gewaltigen Natur-Katastrophen endeten. Das heutige, fünfte Zeitalter wurde eingeläutet durch das Opfer eines Helden, der sich in die Sonne verwandelte. Die frühesten Menschen dieses Zeitalters - bei denen es sich vermutlich um Überlebende jenes jüngsten Kataklysmus handelte - und gleichzeitig die Urahnen der präkolumbischen Mesoamerikaner lebten (oder überlebten), untergliedert in sieben Stämme, in Chicomoztoc [10], dem "Ort der sieben Höhlen". Diese Stämme - die Xochimilca, Tlahuica, Acolhua, Tlaxcalan, Tepaneca, Chalca und Meshica - wurden aufgrund des gemeinsamen Ursprungs ihrer Sprachen bzw. Dialekte auch "Nahuatlaca" (Nahua-Sprecher) genannt. Nach und nach verließen sie schließlich wieder ihre unterirdischen Behausungen um sich "in der Nähe" von Chicomoztoc, an jenem geheimnisumwobenen namens Aztlán, oder Aztatlan niederzulassen.

Abb. 3 Dieses alte Maya-Fries gibt eine Episode aus der alt-mexikanischen Sintflut-Legende wieder.

Bei Wikipedia - The Free Encyclopedia bemerkt man zu diesem Ort und der aztekischen Urgeschichte: "Die verschiedenen Beschreibungen von Aztlán wirken widersprüchlich. Während einige Legenden Aztlán als Paradies beschreiben, sagt der Codex Aubin, dass die Azteken Untertanen einer tyrannischen Elite waren, die Azteca Chicomoztoca genannt wurden. Unter Führung ihres Priesters flohen die Azteken, und auf ihrem Weg verbot ihnen ihr Gott Huitzilopochtli, sich Azteca zu nennen, und er eröffnete ihnen, sie sollten als Mexica bekannt werden. Ironischer Weise nannten Gelehrte des 19. Jahrhunderts — insbesondere William H. Prescott — sie dann [doch] >Azteken<.

Die Rolle von Aztlán ist in den legendären Historien der Azteken etwas weniger gewichtig als die Migration nach Tenochtitlán selbst. Der Legende zufolge begann die Wanderung nach Süden am 24. Mai 1064 CE [d. h.: "Common Era"; d. Red.], wobei 1064 auch das Jahr war, in dem am Sunset Crater in Arizona ein Vulkanausbruch stattfand, und das erste aztekische Sonnenjahr beginnt am 24. Mai, nach den Ereignissen des Krebs-Nebels von Mai bis Juli 1054. Jeder der sieben Gruppen wird die Gründung jeweils eines der größeren Stadtstaaten im mittleren Mexiko zugeschrieben. [...] Aztekischen Legenden zufolge waren die Mexica der letzte Stamm, der emigrierte. Als sie in ihrem ererbten Heimatland, dem heutigen Tal von Mexiko, ankamen, war bereits alles zugängliche Land okkupiert worden, und sie waren gezwungen, sich am Ufer des Texcoco-Sees niederzulassen.

Nach der spanischen Eroberung Mexikos, gewann die Geschichte von Aztlán an Bedeutung, und von Frater Diego Durán, 1581, sowie von anderen wurde es als eine Art Eden-ähnliches Paradies dargestellt, frei von Krankheiten und Tod, welches irgendwo weit im Norden existiert habe. Diese Geschichten trugen zur Motivierung der Spanier zu Expeditionen ins Gebiet des heutigen amerikanischen Bundesstaats Kalifornien bei." [11]

Konventionelle Lokalisierungen

Während es sich nach Ansicht vieler Altamerikanisten bei Aztlán um einen "mythischen" (im Sinne von 'fiktiven') Ort handelt, haben es andere Historiker und Archäologen als historisch-geographische Entität interpretiert und immer wieder versucht, es zu lokalisieren.

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Abb. 4 Einige Historiker, Archäologen und Anthropologen nehmen an, dass Mexcaltitan (eine Insel im Bundesstaat Nayarit, Mexiko) das historische Aztlan sei.

Über frühe Lokalisierungsansäze heißt es bei Wikipedia: "José Fernando Ramírez vermutete Aztlán im Hochtal von Mexiko, Paul Kirchhoff am Río Lerma in der Nähe von Yuriria, García Cubas und Alfredo Chavero auf der Insel Mexcaltitán (Abb. 2) im Lagunengebiet der Westküste Mexikos. Manuel Orozco y Berra lokalisierte den Ort im See von Chapala, Lorenzo Boturini [12] und Hubert Howe Bancroft in Niederkalifornien, Mariano Veytia [13] und der Autor des Códice Ramírez nördlich von Sonora, Francisco Clavijero und Pérez Verdía in Kalifornien, der indianische kolonialzeitliche Autor Fernando Alvarado Tezozómoc in New Mexico, Alexander von Humboldt und William Hickling Prescott im Nordwesten der USA, Wickersham am Puget Sound, N.F Hyer in Aztalan [14], Wisconsin." [15]

Aber auch in jüngerer Zeit, im 20. Jahrhundert, ging die Suche weiter. So schloss sich beispielweise der mexikanische Anthropologe und Historiker Prof. Wigberto Jiménez Moreno (1909-1985) [16] der Meinung A. Chaveros an und erklärte, "Aztlan befinde sich in einer Lagune bei Mexcaltitán an der Nordwestküste Mexikos. [17] Dort gibt es eine kleine Insel (Abb. 4), die nach Morenos Ansicht Ähnlichkeit mit den bildlichen Darstellungen hat, die von Aztlan existieren. Er wies auch darauf hin, dass es am Ufer der Lagune eine Stelle gibt, die unter den Einheimischen dort als Aztatlan bekannt ist und einmal von Wasser umgeben gewesen sein könnte. [18] Diesen Ort hielt er für den wahren Hintergrund der geheimnisvollen Insel der Mexikaner." [19] Chaveros Vermutung entsprechend, Aztlán habe an der mexikanischen Pazifikküste gelegen, trägt der dort gelegene Bundesstaat Nayarit heute das Symbol Aztláns im Wappen (Abb. 5) und das Staatsmotto lautet: "Nayarit, Wiege der Mexikaner". [20]

Der niederländische Anthropologe "Rudolph van Zantwijk wiederum vertrat die Ansicht, Aztlan müsse, da das Wort >die weiße Insel< bedeute, mit der Insel Cuitláhuac (dem heutigen Tlahuac) in Nordmexiko identisch sein, denn die werde noch heute in einigen Gegenden die weiße Insel genannt." [21] Der US-amerikanische Alternativ-Historiker Frank Joseph hingegen modifizierte 1995 die, unter 'Schulwissenschaftern' zwischenzeitlich 'aus der Mode' gekommene, Hypothese von Nathaniel F. Hyer, der Aztlán im 19. Jahrhundert mit der nordamerikanischen Indianer-Metropole Aztalan in Verbindung gebracht hatte. [22]

Abb. 5 Im Wappen des mexikanischen Bundesstaats Nayarit wurde "der weiße Ort" Aztalán verewigt.

In der englischsprachigen Wikipedia heißt es zudem: "Es ist auch vorgeschlagen worden, dass es sich bei der originalen Stätte von Aztlán um das Gebiet der Umgebung des heutigen Lake Powell gehandelt habe. Ein Teil der Migrations-Legende beschreibt auch einen Aufenthalt bei Culhuacán ('geneigter Hügel' oder 'gekrümmter hill'). Befürworter der Lake Powell Theorie setzen dieses Culhuacán mit der alten Heimstätte der Anasazi am Cliff Palace im Mesa Verde National Park gleich. [23]

Auf eine bedenkenswerte Grundsatz-Überlegung zur Lokalisierung von Aztalán wies darüber hinaus Andrew Collins 2002 in "Gateway to Atlantis" hin: "Der Mittelamerika-Spezialist Nigel Davies räumte ein, angesichts der verschiedenen Theorien über die mythische Heimat der Mexikaner >könne mann sich fragen, ob es nicht vielleicht zwei Aztlans gegeben habe.< [24] Oder gar drei, vier oder fünf? Allem Anschein nach handelt es sich bei den in Erwägung gezogenen Orten auf dem Festland lediglich um symbolische Denkmäler einer alten Heimat irgendwo draußen im Meer. Die aztekischen Codizes erwähnen zwar nur ein einziges Mal ein Aztlan außerhalb des >Festlands<, doch gibt es ein Volksmärchen, das diese Frage vielleicht erhellen kann. Darin ist zu lesen, die frühere Heimat der Azteken sei wie eine Scheibe gewesen, umgeben vom >Wasser des Himmels<, da sie >den Himmel über dem Horizont berührte.< [25] Weiter erfahren wir: >Von jenseits dieses Gewässers kamen die Leute in Kanus oder auf den Rücken riesiger Schildkröten. Die Toten wurden von Hunden getragen, da es auch für sie keine Boote gab.<" [26]

Collins kommentiert dies folgendermaßen: "Meiner persönlichen Ansicht nach ist das >Wasser des Himmels< eine Anspielung auf die Unermesslichkeit des Ozeans, da eine Insel, von der aus kein weiteres Land in Sicht ist, sich in Gewässern befinden muss, die in allen Richtungen >den Himmel über dem Horizont berühren<. Bei der Vorstellung, dass manche der Leute >auf dem Rücken riesiger Schildkröten< angekommen sein sollen, denkt man an Sandbänke, Felsenklippen oder Inseln, die als Trittsteine auf dem Weg zum Festland gedient haben könnten. Es besteht also immer noch die Möglichkeit, dass Aztlan fernab vom Festland gelegen hat." [27]

Atlantologische Interpretationsansätze

Abb. 6 Ignatius Donnelly, der 'Vater der modernen Atlantisforschung' betrachtete das legendäre Aztlán als Kolonie des versunkenen Reichs von Atlantis.

Möglicherweise nicht der erste, mit Sicherheit jedoch der bekannteste Autor, der bereits im 19. Jahrhundert Aztlán mit Platons Atlantis in Verbindung brachte, war Ignatius Donnelly (1831-1901). in seinem Hauptwerk "Atlantis: The Antediluvian World" stellte er die Hypothese auf, neben anderen seien auch die Nahuatl sprechenden Völker Mittelamerikas Nachfahren atlantidischer Kolonisten, und bei "Aztlán" handele es sich lediglich eine sprachliche Variation von "Atlantis".

Dazu schrieb er: „Die Tolteken verfolgten ihre Migrationen zurück bis zu einem Ausgangspunkt namens >Aztlan< oder >Atlan<. Dies kann nichts anderes als Atlantis [gewesen] sein. (Bancrofts >Native Races<, vol. v, S. 221) >Die ursprüngliche Heimat der Nahuatlacas war Aztlan, ein Ort, der zu vielen Diskussionen Anlass gegeben hat. Über die Ursachen, die zu ihrem Exodus aus jenem Land geführt haben, kann nur spekuliert werden; sie scheinen jedoch durch Feinde von dort vertrieben worden zu sein, denn Aztlan wird als ein zu ordentliches und schönes Land beschrieben, um es nur allein in der Hoffnung, ein besseres zu finden, bereitwillig zu verlassen.< (Bancrofts >Native Races<, vol. v, S. 306). Auch die Azteken erklärten, ursprünglich von Aztlan gekommen zu sein. (Ibid., S. 321) Sogar ihr Name, Azteken, war von Aztlan abgeleitet. (Ibid., vol. ii, S. 125) Sie waren Atlanter.[28]

Und ebenfalls unter Verweis auf Bancroft, der aus dem Popol Vuh zitiert, heißt es bei ihm weiter, "dass nach der Auswanderung von Aztlan drei Söhne des Königs der Quiche nach dem Tod ihres Vaters >beschlossen, so wie ihr Vater es angeordnet hatte, nach Osten zu reisen, an die Meeresküsten, woher ihre [Vor-]Väter gekommen seien, um die Königswürde zu erlangen, 'und sie sagten ihren Brüdern und Freunden Lebewohl und versprachen, sie würden zurückkehren.' Zweifellos fuhren sie über das Meer, als sie nach Osten reisten, um das Königtum zu erringen. [...] Und als sie bei Lord Nacxit ankamen, wie der Name des großen Herrschers lautete, des einzigen Richters, dessen Macht ohne Grenzen war, siehe, er gewährte ihnen das Zeichen des Königtums und alles, was es repäsentiert ... und die Insignien der Königswürde ... alle Dinge in der Tat, die sie bei ihrer Rückkehr mitbrachten, und die von der anderen Seite des Meeres zu erhalten sie auszogen - die Kunst des Malens von Tulan, ein System des Schreibens, wie sie sagten, für die Dinge, die in ihren Historien aufgezeichnet sind< (Bancrofts >Native Races<, vol. v, S. 553 >Popol Vuh, S. 294<)" [29]

Natürlich erscheint Donnellys Vorstellung zunächst einmal skurril, wenn man in Betracht zieht, dass er Platons Zeitangaben für den Untergang von Atlantis (etwa 11600 Jahre vor unserer Zeit) akzeptierte, während wir anhand archäologischer Befunde mit einiger Sicherheit davon ausgehen können, dass die Einwanderung der meisten indigenen Mexikaner erst in 'nachchristlicher' Zeit erfolgt ist; wenn wir jedoch voraussetzen, dass der Aztlán-Mythos eines der urtümlichsten Elemente (wenn auch nicht das älteste! [30]) der aztekischen und toltekischen Überlieferung darstellt, so ist anzunehmen, dass der Gesamtkomplex der Ursprungs- und Migrations-Überlieferungen alt-mittelamerikanischer Völker (der uns heute, um es zu betonen, nur noch in einer verstümmelten und höchst fragmentarischen Form vorliegt) ein quasi 'kondensiertes' Produkt aus, einander überlagernden, Elementen darstellt, die zu einem Konglomerat 'verschmolzen' sind und sich heute kaum noch in ihrer ursprünglichen chronologischen Abfolge zu erkennen lassen.

Wenn wir in diesem Licht die von Andrew Collins eingebrachte Annahme zugrunde legen, es habe in der Tat MEHRERE Aztláns gegeben - die wir z.B. als Etappen einer, über Jahrtausende hinweg erfolgten Migrations-Geschichte betrachten, so wäre z.B. das nordamerikanische Aztlán (im Südwesten der heutigen USA oder sogar noch weiter nördlich [31]), von dem aus die Nahuatl-Völker nach Mittelamerika gekommen zu sein scheinen, lediglich die letzte Station einer Millennien währenden 'Odyssee', wie sie z.B. auch die Mythen der Hopi beschreiben.

Unter einer solchen Prämisse macht die Frage nach dem Zusammenhang zwischen der Legende von Aztalán und den putativen, verschwundenen Kulturen der Vorzeit, denen die Atlantisforschung auf der Spur ist, durchaus Sinn. Dabei erscheint es derzeit jedoch noch völlig offen, ob der ursprüngliche Ausgangspunkt der altmexikanischen Einwanderer - wie Donnelly einst annahm - im atlantischen Großraum zu suchen ist, oder möglicherweise im Bereich des Pazifik, wie es die Überlieferungen der Hopi nahelegen. Schließlich gibt es eine ganze Reihe von mythologischen Indizien, die für diverse, aus beiden Richtungen erfolgte Einwanderungen nach Amerika sprechen (siehe dazu: "Indianische Ursprungs-Mythen, Atlantis und Meropa").


Anmerkungen und Quellen

Vorwiegend verwendetes Material:

Einzelnachweise / Fußnoten:

  1. Siehe: William H. Prescott, "History of the Conquest of Mexico", etc., 2 Bände, Geo. Routledge and Sons, London, überarbeitete Neuauflage, 1843, in Fußnote auf S. 10-11
  2. Quelle: Andrew Collins, Neue Beweise für Atlantis, 2001, S. 238
  3. Anmerkung: Ob dieses Argument gegen die entsprechende Übersetzung von Aztlán valide ist, erscheint zweifelhaft. Vergl. zu Aztatlan den Abschnitt "Konventionelle Lokalisierungen" dieses Beitrags. Im übrigen hat bereits Alexander von Humboldt den Namen Aztlán etymologisch von Aztatlan abgeleitet. Siehe dazu z.B.: Wikipedia - The Free Encyclopedia, Stichwort: Aztlán
  4. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, Stichwort: Aztlán
  5. Quelle: IndianerWiki, Stichwort: Azteken (Hervorheb. durch d. Red.)
  6. Anmerkung: Andrew Collins konstatiert hier eine Parallele zu den Tolteken, die "Das Volk von Tol" waren, "nach Tolla oder Tula, dem Namen der toltekischen Hauptstadt und der Heimat des Quetzalcoatl, Tlappallan." (Siehe: Andrew Collins, "Neue Beweise für Atlantis", 2001, S. 236)
  7. Quelle: Gene D. Matlock, "Mexiko, Atlantis und die alten Inder", Atlantisforschung.de
  8. Siehe: William H. Prescott, History of the Conquest of Mexico, etc., 2 Bände, Geo. Routledge and Sons, London, überarb. Neuauflage, 1843, Fußnote, S. 10
  9. Quelle: Andrew Collins, "Neue Beweise für Atlantis", 2001, S. 238,239
  10. Anmerkung: Zu konventionellen Lokalisierungs-Versuchen von Chicomoztoc siehe: o.A., "CHICOMOZTOC - PLACE OF SEVEN CAVES"
  11. Quelle: Wikipedia, la enciclopedia libre, Stichwort: Aztlán, Stand: 14. Aug. 2009 (Übersetzung ins Deutsche und Hervorhebungen durch Atlantisforschung.de)
  12. Anmerkung: "Lorenzo Boturini Benaduci (1702-1755), in Mexiko wirkender italienischer Historiograph. --- Boturini Benaduci wurde 1702 in Sondrio (Lombardei) geboren. 1736 ging er nach Mexiko, lernte Nahuatl, die Sprache der Azteken, studierte die aztekische Kultur und legte die erste Sammlung der Nahuatl-Symbolschrift an. Angeklagt, gegen die spanische Krone agiert zu haben, wurde er im Jahr 1744 unter Arrest nach Spanien gebracht, wo es ihm gelang, die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe zu entkräften und freigesprochen zu werden. Seine umfangreiche Sammlung von Nahuatl-Bilderhandschriften, die die spanischen Behörden konfisziert hatten, erhielt er allerdings nie wieder; Teile dieses so genannten Codex Boturini sind in der Pariser Nationalbibliothek und im Anthropologischen Nationalmuseum in Mexiko erhalten. Seine nicht konfiszierten Aufzeichnungen verarbeitete er in der 1746 erschienenen Abhandlung über die Geschichte der Ureinwohner Amerikas (Idea de una nueva historia general de la América Septentrional). Boturini starb 1755 in Madrid." (Quelle: msn Encarta, unter: http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_81501196/Lorenzo_Boturini_Benaduci.html)
  13. Anmerkung: „VEYTIA, Mariano (vay-ee'-te-ah), mexikanischer Historiker, wurde 1718 in Puebla geboren und starb dort 1779. Er war ein frühreifes Kind, und bereits im Alter von fünfzehn Jahren erlangte er seinen ersten Hochschulabschluss in Philosophie. Drei Jahre später graduierte er in Zivilrecht, und 1737 erhielt er trotz seiner Jugend mit einer Sondergenehmigung des Vizekönigs seine Zulassung als Rechtsanwalt. Im Mai 1737 segelte er nach Spanien und begann damit, detaillierte Berichte über seine Reisen niederzuschreiben. Innerhalb von zwei Jahren besuchte er Spanien, Frankreich und Holland, und bereiste danach Italien, Portugal, England, und Palästina.

    1742 wurde er Mitglied des militärischen Ordens von Santiago in Madrid, und 1768 trat er in den Konvent von San Agustin in Puebla ein. Etwa zu dieser Zeit begann er sich dem Studium der alten Geschichte Mexikos zu widmen, doch bis zu seinem Tod konnte er nur drei Bände seines, die Periode von der frühesten [europäischen; d. Ü.] Okkupation von Anahuac bis zur Mitte des 15. Jahrhundert umfassenden, Werkes fertig stellen, welche aufgrund der Genauigkeit seiner Recherchen bemerkenswert sind. Clavigero, der zu dieser Zeit seine >Storia Antica del Messico< beendet hatte, schrieb an Veytia, um von ihm Material über den Zeitraum vor dem Beginn sein Historie zu bekommen. Veytias Werk wurde unter dem Titel >Historia Antigua de Mexico< (Mexico, 1836) von Jose Ortega veröffentlicht. Vevtia hinterließ zudem ein Manuskript mit dem Titel >Historia ecclesiastica<, welches noch immer nicht publiziert worden ist, und er übersetzte die >Cartas provinciales de Pascal<." Quelle: Appletons Encyclopedia, nach: Virtual American Biographies, Stichwort Mariano Veytia; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de
  14. Siehe auch die englischsprachige Webseite: Aztalan State Park
  15. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, Stichwort: Aztlán (Hervorheb. durch 'Atlantisforschung.de)
  16. Anmerkung: Der Historiker und anthropologe Wigberto Jimenez Moreno wurde 1909 in Leon, Guanajuato, geboren, und studierte an der Universidad Nacional Autonoma de Mexico (UNAM) sowie an der Harvard University (USA). 1945 erlangte er einen Master-Abschluss in Ethnologie an der Escuela Nacional de Antropología. Danach war er Professor am Museo Nacional de Arqueología, Historia y Etnografía der Philosophischen Fakultät der UNAM und der Nationalen Hochchule für Anthropologie in Mexiko-Stadt. Von 1953 bis 1956 leitete er das Museo Nacional de Historia und stand von 1959 bis 1973 dem Departamento de Investigaciones Históricas vor. Wigberto Jimenez Moreno war Mitglied der Academia Mexicana de la Historia. Zu seinen wichtigsten Werken zählen: "Fray Bernardino de Sahagún y su obra" (1938), "Códice de Yauhuitlán" (1940), "Tula y los toltecas" (1942), "Bibliografía indigenista de México y Centroamérica" (1954), "Síntesis de la historia precolonial del Valle de México" (1954-1955) sowie: "Las fiestas en los Primeros Memoriales" (1972). Er starb 1985 in Mexiko-Stadt. (Quelle: MSN Encarta, Stichwort: "Wigberto Jiménez Moreno"; nicht mehr online)
  17. Siehe: Nigel Davies, "The Aztecs"; 1973, Abacus, London 1977, S. 6
  18. Siehe: ebd.
  19. Quelle: Andrew Collins, Neue Beweise für Atlantis, 2001, S. 237 (Hervorheb. durch d. Red.)
  20. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, Stichwort: Aztlán
  21. Siehe: Nigel Davies, "The Aztec Empire: The Toltec Resurgence", University of Oklahoma Press, Norman, Oklahoma, 1987, S. 17 --- sowie: Rudolph van Zantwijk, "The Aztec Arrangement: The Social History of Pre-Spanish Mexico", University of Oklahoma Press, Norman, Oklahoma, 1984, S. 54; nach: Andrew Collins, Neue Beweise für Atlantis, 2001, S. 237 (Hervorheb. durch d. Red.)
  22. Siehe: Frank Joseph, "Atlantis in Wiscionsin - New Revelations About Lost Sunken City", Galde Press, Lakeville, USA, 1995
  23. Quelle: Wikipedia - The Free Encyclopedia, Stichwort: Aztlán --- Anmerkung bei Wikipedia: Zu den Anhängern dieser ausgefallenen Ansicht gehört Antoon Vollemaere, ein Belgischer unabhängiger Forscher und Autor in Sachen Alt-Amerika. Siehe Vollemaere (2000, §4 et. seq..) --- Red. Anmerkung: Siehe auch A. Vollemaere, "De Mythe van Aztlan", Mechelen (Quetzal Press), 1992; siehe auch: ANCIENT AMERICA PUBLICATIONS
  24. Siehe: Nigel Davies, "The Aztecs", 1973, London (Abacus) 1977, S. 7
  25. Siehe: Francis Toor, "A Treasury of Mexican Folkways", Crown, New York, 1947, S. 457
  26. Siehe: ebd.; nach: Andrew Collins, op. cit., S. 238
  27. Quelle: Andrew Collins, op. cit., S. 238 (Hervorheb. durch Atlantisforschung.de)
  28. Quelle: I. Donnelly, "Atlantis: the antediluvian world", Echo Library, 2006, S. 63 (Übersetzung ins Deutsche und Hervorhebungen durch Atlantisforschung.de.)
  29. Quelle: ebd., S. 64 (Übersetzung durch d. Verf.) Zum Wortlaut der oben erwähnten Passage aus dem Popol Vuh siehe: Michael Dürr, "Reise der ersten Fürsten der K'iche' nach Tulan und Erhalt der Insignien der Macht" (PDF-File, 79,86 KB)
  30. Anmerkung: Immerhin ist in den Mythen u.a. die Rede davon, dass es sich bei den Bewohnern Atztaláns um Menschen handelte, die in den sieben Höhlen von Chicomoztoc eine gewaltige Katastrophe überlebt hatten - ein deutlicher Hinweis auf eine Ära VOR Aztalán!
  31. Siehe zu dieser Annahme: Raymond V. Padilla, "How Far North? A Conjecture on the Roots of Aztlán"

Bild-Quellen:

1) Wikipedia - The Free Encyclopedia, Stichwort: Aztlán
2) Wikipedia - The Free Encyclopedia, Stichwort: Chicomoztoc
3) Robert B. Stacy-Judd, "Atlantis: Mother of Empires", Adventures Unlimited Press, 1999
4) Wikipedia, la enciclopedia libre, Stichwort: Aztlán
5) Conociendo la Elaboración del Azúcar - Nuestro Origen, unter: http://www.ingeniopuga.com.mx/Empresa/azucar/images/escudo%20de%20nayarit.jpg
6) Wikimedia Commons, unter: Ignatius L. Donnelly