Byron Khun de Prorok

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Abb. 1 Der Abenteurer, Selfmade-Archäologe und Autor Byron Khun de Prorok (1896–1954)

(red) Der US-amerikanische (?) Altertumsforscher, Abenteurer und Reiseschriftsteller Count (Graf) Byron Khun de Prorok (1896-1954) gehört zu jenen schillernden Persönlichkeiten der Atlantisforschung des frühen 20. Jahrhunderts, über deren Vita sich heute kaum noch gesicherte Aussagen machen lassen.

So stellt auch Tony O’Connell auf Atlantipedia.ie fest, dass Khun de Prorok "verschiedentlich als Amerikaner mit einem polnischen [Grafen-] Titel, oder aber als Pole, der mit einer Amerikanerin verheiratet war, beschrieben wurde. [1] Ursprünglich war er ein konventioneller Archäologe, der an der Ausgrabungsstätte von Karthago arbeitete. [2] Dann entwickelte er sich in den frühen 1920ern und 1930ern zu einem abenteuerlustigen Forschungsreisenden, dessen Eskapaden eines Indiana Jones würdig gewesen wären. [...] [3] Er war Autor einer Anzahl von Büchern, die seine Erlebnisse schildern, darunter seine Grabungen nach verloren gegangenen afrikanischen Gottheiten. Mitte der 1950er verstarb er dann unerwartet, wie es in einem Bericht in der November/Dezember-Ausgabe 1958 von Sykes’ Journal 'Atlantis' heißt." [4]

Khun de Prorock, war auf seinen zahlreiche Forschungsreisen - vor allem im Großraum Nordafrika - einer ganzen Reihe von Rätseln der Prä- und Protohistorie auf der Spur. So suchte er nach dem Grab der legendären Tuareg-Königin Tin-Hinan und nach den verschollenen Goldminen König Salomons. Nicht zuletzt galt Khun de Proroks Interesse aber auch Platons Atlantis, und er war überzeugt davon, dass Überreste davon im Nordwesten Afrikas zu finden sein müssten. Dabei hielt er, obwohl er auch im mittelamerikanischen Yucatán nach Spuren der sagenhaften Vorzeit-Metropole und ihrer Bewohner [5] suchte [6], wie vor ihm bereits der Franzose Godron die tunesische Oase Hoggar für die wahrscheinlichste Atlantis-Lokalität. [7]


Externum:

  • COUNT BYRON KHUN DE PROROK (Zeitgenössische Werbebroschüre für Vorträge von B. Khun de Prorok der Agentur LEE KEEDICK, New York; online als PDF-Datei)


Publikationen (Auswahl)

Abb. 2 'In Quest of Lost Worlds' ist nur eines von mehreren Büchern Khun de Proroks, die nach wie vor aufgelegt werden.
  • Count Byron Khun de Prorok, "Ancient Trade Routes from Carthage Into the Sahara", in: Geographical Review, Vol. 15, No. 2. (Apr., 1925), pp. 190-205


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Reder und Semotan bezeichnen Khun de Prorok dagegen als "Abenteurer ungarisch-mexikanischer Herkunft". Siehe: Christian Reder und Elfie Semotan, "Sahara: Text- und Bildessays", Springer, 2004, S. 343
  2. Red. Anmerkung: Außerdem war Khun de Prorok 1921 nach eigenen Angaben auch an den archäologischen Grabungen in den Ruinen von Utica in Tunesien beteiligt. Siehe dazu sein Buch: Digging for Lost African Gods - Five Years' Archaeological Excavation in North Africa
  3. Red. Anmerkung: Khun de Prorok soll übrigens ein gesteigertes Interesse an 'Sensationellem' sowie einen Hang zur "Großspurigkeit" gehabt haben, und eine durchaus geschäftstüchtige Persönlichkeit gewesen sein. So betrieb er offenbar in den 1920er Jahren auch einen Handel mit archäologischen Fundstücken. Siehe dazu: Shannon Luckey, "Flirting with Death in the Sahara Desert - The story of Alonzo Pond’18 and the Franco-American Logan-Saharan Expedition", bei: Beloit College (abgerufen am 27.10.2011)
  4. Quelle: Tony O’Connell, in Atlantipedia.de, unter: de Prorok, Count Byron Khun (Stand: 26.10.2011; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  5. Anmerkung: Khun de Prorok war davon überzeugt, dass es sich bei den hellhäutigen, zumeist in blaue Gewänder gehüllten, Tuareg um direkte Nachfahren der Alten Atlantier handele. Siehe dazu sein Buch: "Mysterious Sahara: The Land of Gold, of Sand, and of Ruin"
  6. Siehe zu seiner Spurensuche in Mittelamerika vor allem: Byron Khun de Prorok, "In Quest of Lost Worlds - Five Archaeological Expeditions 1925-1934"
  7. Quellen: L. Sprague de Camp, "Versunkene Kontinente - Von Atlantis, Lemuria und anderen untergegangenen Zivilisationen", Heyne, 1977; sowie: Otto Muck, "Alles über Atlantis", Düsseldorf-Wien, 1976, Seite 54

Bild-Quellen:

1) Archiv Smithsonian Institution / M.casanova bei Wikimedia Commons, unter: File:Smithsonian Institution Archives - SIA2008-0432.jpg (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) THE NARRATIVE PRESS - TRUE FIRST PERSON HISTORICAL ACCOUNTS, unter: In Quest of Lost Worlds - Five Archaeological Expeditions 1925-1934