Das Alphabet der Atlantiden

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von Tony O’Connell

Das Alphabet von Atlantis war, Ignatius Donnelly zufolge, die Inspiration für das Alphabet der Phönizier. (Abb. 1) Es war sogar eines der Ziele von Donnellys Buch aus dem Jahr 1882, nachzuweisen, "dass das phönizische Alphabet, Mutter aller europäischen Alphabete, von einem atlantischen Alphabet abgeleitet, das von Atlantis [aus] auch an die Maya Mittelamerikas übermittelt wurde." (Kap. 7, Pt. III)

Abb. 1 Die Buchstaben des phönizischen Alphabets, das laut Ignatius Donnelly von dem der Atlantier inspiriert worden sein soll

R. Cedric Leonard hat diese Möglichkeit in einer Reihe von Artikeln [1] untersucht und geschlussfolgert, dass diese Hypothese etwas für sich hat. Allerdings mangelt es dem phönizischen 'Alphabet' an Zeichen für Vokale, weshalb man es vielleicht besser ein 'Betadelt' nennen sollte. Erst die Griechen führten Vokal-Symbole ein und lieferten uns eine Methode des Schreibens, die jener der Phönizier überlegen war und welche infolgedessen, wenn wir die Ansichten Donnellys und Leonards akzeptieren, flexibler ist als das atlantische System. Das früheste indische Symbol in Gwalior ist auf das 9. Jahrhundert v.Chr. datiert worden, doch der Mathematiker Amir Aczel machte eine noch frühere 'Null' im Kambodscha des 7. Jahrhunderts aus.

Der phantasievolle [Esoteriker; d.Ü.] William Scott-Elliot hatte eine leicht abweichende Sichtweise, die er folgendermaßen ausdrückte: "Es ist wahrscheinlich, dass die früheste Form des Alphabets hieroglyphisch war, die >Schrift der Götter<, wie die Ägypter sie nannten, und dass es sich später auf Atlantis in ein phonetisches wandelte. Es wäre nur natürlich anzunehmen, dass die Ägypter eine frühe Kolonie der Atlantier waren (was sie in der Tat waren) und dass sie den primitiven Schift-Typ mit sich trugen, der dadurch in beiden Hemisphären seine Spuren hinterlassen hat, während die Phönizier, die ein seefahrendes Volk waren, auf ihren Handelsfahrten von den Menschen des Westens die spätere Form des Alphabets erlangten und assimilierten." [2]

Lucile Taylor Hansen widmet das Kapitel 59 von The Ancient Atlantic [3] einer allgemeinen Besprechung der Gemeinsamkeiten von Aspekten der 'Alphabete' von - unter anderem - Maya, Phöniziern und Griechen. Andere haben vorgeschlagen, dass Ogham [4] ein altertümliches Schriftsystem sei, das bis nach Atlantis zurückverfolgt werden könne, doch verständlicherweise ist das gesamte Thema ohne Präsentation stützender Evidenzen ein fruchtbarer Boden für Spekulationen. Es gibt [auf den Britischen Inseln; d.Ü.] etwa 400 Exemplare von Ogham-Schrift, davon alleine 360 in Irland. [5]

Trivia

Der Disney- Film Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt beinhaltet eine 'atlantische' Sprache und Schrift, die von Marc Okrand erschaffen wurde, der auch das Klingonisch für die TV-Folgen und Spielfilme von Star Trek erfunden hat. Einige New Age-Autoren, die selbstredend noch weniger aussagekräftig als Disney sind, haben außerdem versucht, die Runenschrift Nordeuropas mit Atlantis in Verbindung zu bringen.


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde in seiner englischsprachigen Original-Fassung am 12. Juli 2012 unter dem Titel "Alphabet of Atlantis, The (m)" bei Atlantipedia.ie erstveröffentlicht. Bei Atlantisforschung.de erscheint er in eigener Übersetzung und redaktioneller Bearbeitung im Marz 2018.

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Diese Artikel wurden von Leonard auf seiner Webseite atlantisquest.com veröffentlicht, die inzwischen leider offline ist. Erhalten geblieben ist zumindest die deutschsprachige Fassung seines Essays "ANCIENT ALPHABETS COMPARED" (2001), das bei Atlantisforschung.de unter dem Titel "Streit um die Urschrift" zu finden ist. Siehe hier von R. Cedric Leonard auch: "Die Schrift-Tafeln von Glozel".
  2. Quelle: William Scott-Elliot, The Story of Atlantis - A Geographical, Historical and Ethnological Sketch" (1896), Kap. "Similarity of Language" (online bei sacred-texts.com; abgerufen: 24. März 2018)
  3. Siehe: L. Taylor Hansen, "The Ancient Atlantic", Amherst Press, 1966
  4. Red. Anmerkung: Zur Vermutung interkontinentaler Verbreitung der Ogham-Schrift siehe bei Atlantisforschung.de: William R. Corliss, "Kelten in Amerika? (II) - Die Ogham Inschriften von West-Virginia"; sowie extern: Catherine Obianuju Acholonu, "African Prehistory - Rock Inscriptions/Ogam Translation" ,unter: "OGAM STONE INSCRIPTIONS AND IGBO COLUMN-WRITING --A COMPARISON", online bei: DISCOVERIES IN NATURAL HISTORY & EXPLORATION; und: Gary Vey, "Ancient Ogam in Oklahoma?", bei viewzone.com (alle abgerufen: 24. März 2018)
  5. Quelle: Cara Giaimo. "Preserving Ireland’s Ancient, Mysterious Tree-Based Alphabet", 19. Mai 2016, bei atlasobscura.com (abgerufen: 24. März 2018)

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