Der Erdmond und Atlantis

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Luna, der Erdmond, spielt im Bereich der Atlantologie zumeist nur eine 'Außensenseiter-Rolle', die Tony O’Connell in diesem Beitrag kurz beleuchtet.

Der Mond steht mit Platons Atlantiserzählung kaum in einer Verbindung, wenn wir einmal von den wilderen Spekulationen einiger Autoren absehen. Eine der wildesten lautet, dass die Atlantier eine Forschungseinrichtung auf dem Mond eingerichtet hatten [1], eine Vorstellung, die von derjenigen von Alan Butler und Christopher Knight aus ihrem Buch Who built the Moon? herausgefordert wird, in welchem sie vorschlagen, dass der Mond 'konstruiert' wurde.

Die Ursprünge des Mondes waren zudem auch Gegenstand ausgedehnter Kontroversen [2], wobei die eine Seite behauptete, er sei von der Erde 'eingefangen' worden, während die extreme Gegenseite argumentierte, er sei von unserem Planeten 'ausgestoßen' worden. Die Expulsions-Theorie [3] postuliert, das die Kollision mit einem anderen Himmelskörper habe Material aus der Erde gerissen, das mit der Zeit zu unserem Mond wurde. [4] [Ein Atlantisautor namens] Nils Olof Bergquist, der in den 1940er Jahren schrieb, unterstützte das Expulsions-Szenario. Sein im Original auf Schwedisch veröffentlichtes Buch [5] zu diesem Thema erschien auch in einer Übersetzung in Englische mit dem Titel "The Moon Puzzle" [6].

Der radikalste Vertreter der Mondeinfangs-Schule war Hanns Hörbiger, der vorschlug, es habe eine ganze Reihe von Mondeinfängen gegeben. [7] Viele seiner Vorstellungen wurden von H.S.Bellamy übernommen, der hinzufügte, der Einfang unseres heutigen Mondes habe die Vernichtung von Atlantis verursacht. [8] [9] Der Astronom Nikola Bonev verursachte 1961 einige Aufregung, als er der Ansicht Ausdruck verlieh, unser Mond sei vormals ein eigenständiger Planet gewesen, auf dem massive vulkanische Eruptionen stattfanden, die stark genug waren, um einen 'Rückstoß'-Effekt hervorzurufen, welcher ihn in Richtung Erdorbit schubste, wo er schließlich von unserem Planeten als Satellit eingefangen wurde. [10]

In jüngerer Zeit hat Emilio Spedicato ähnliche Ansichten zum Ausdruck gebracht [11], der behauptet, dass Material, welches von einem anderen großen Himmelkörper stamme, gegen 9450 v.Chr. zu unserem Mond wurde, und dass dieses Ereignis auch zur Zerstörung von Atlantis führte. Der Katastrophist Gary Gilligan unterstützt ebenfalls das Konzept des Mondeinfangs, doch er datierte dieses Ereignis erst auf den sehr späten Zeitpunkt von 2000 v.Chr. [12], dann sogar erst auf 1200 v.Chr. [13] Überraschenderweise scheint die Umlaufgeschwindigkeit des Mondes auf seiner Reise um die Erde zu variieren. [14]


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde in englischsprachiger Original-Fassung erstmals am 07. August 2016 unter dem Titel "Moon, The (m)" bei Atlantipedia.ie veröffentlicht. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung nach der bei WaybackMachine archivierten Urfassung durch Atlantisforschung.de im November 2017.

Fußnoten:

  1. Siehe z.B.: W.T. Samsel, "Atlantis on the Moon", 21. Novemder 1998; archiviert bei WaybackMachine (abgerufen: 20. November 2017)
  2. Red. Anmerkung: Siehe dazu und zu einer recht vollständigen Übersicht über ältere und neuere Annahmen zur Entstehung des Mondes einführend: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Entstehung des Mondes" (abgerufen: 20. November 2017))
  3. Siehe: Guido Meyer, "Kollision ließ Mond aus der Erde heraussplittern", 05. Juni 2014, bei welt.de (abgerufen: 20. November 2017)
  4. Red. Anmerkung: Einen höchst spekulativen und aus heutiger Sicht völlig unhaltbaren Vorschlag, der das Verschwinden von Atlantis im Rahmen einer Expulsions-Theorie mit der Entstehung des Mondes in Verbindung bringt, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Autor namens A. Niemann vorgebracht. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: "Der Erdmond als Relikt von Atlantis - Eine kuriose Hypothese aus dem Jahr 1909" (red)
  5. Siehe: Nils Olof Bergquist, "En kollision i världsrymden och dess följder: naturvetenskapliga gåtor i ny belysning" (Eine Kollision im Weltraum und ihre Folgen: naturwissenschaftliche Rätsel in neuem Licht), Stockholm (Geber), 1946
  6. Siehe: Nils Olof Bergquist, "The moon puzzle: a revived classical theory correlating the origin of the moon with many problems in natural science", Kopenhagen (Grafisk Förlag), 1954
  7. Siehe dazu und zu Hörbigers Werk bei Atlantisforschung.de auch: Uwe Topper, "Die Welt-Eis-Lehre von Hanns Hörbiger"; Lyon Sprague de Camp, "Die Kosmologie des Hanns Hörbiger"; sowie: Louis Pauwels und Jaques Bergier, "Eine theoretische und historische Betrachtung von Hörbigers Glazialkosmologie"; und: Dr. Horst Friedrich, "Noch immer unerledigt: Die Welteislehre"
  8. Siehe dazu von H.S.Bellamy vor allem: "Moons, Myths and Man - A reinterpretation", London (Faber & Faber), 1936 (diverse Neuauflagen, z.B. 1938 und 1949); sowie: "The Atlantis Myth", London (Faber & Faber), 1948
  9. Red Anmerkung: Vergleiche dazu auch die atlantologischen Vorstellungen von Kurt Bilau (1872-1941), einem weiteren Anhänger von Hörbigers kosmologischen Vorstellungen. Siehe: Kurt Bilau, "Die Offenbarungen Johannis", Berlin (Luken & Luken), 1935
  10. Siehe: o.A. (UPI), "Bulgarian Expert Says Moon Once Became a >Rocket Ship<", 12. November 1961, bei The Sunday Herald (online bei Google Newspaper Archive; abgerufen: 20. November 2017)
  11. Siehe: "E. Spedicato and M. Petruzzi ON THE ORIGIN OF THE MOON: A REVIEW OF CURRENT THEORIES AND A FOUR-BODY SCENARIO FOR A RECENT CAPTURE EVENT", Januar 2008, online als PDF-Datei bei Universität Bergamo, Mathematische Fakultät (abgerufen: 20. November 2017)
  12. Siehe: Gary Gilligan, "Earth’s capture of the moon c.2000bc", 12. Januar 2003, bei grahamhancock.com (abgerufen: 20. November 2017)
  13. Siehe: Gary Gilligan, "Earth’s Capture of the Moon, 1200 BC (gks 12)", online bei The God King Scenario (abgerufen: 20. November 2017)
  14. Siehe: malagabay, "The Clockwork Moon", 9. November 2015, bei Malaga Bay (abgerufen: 20. November 2017)

Bild-Quelle: