Egerton Sykes - Leben und Werk

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Egerton Sykes (1894-1983) in seiner Studierstube

J. Egerton "Bill" Sykes (Abb. 1) (1894-1983) wurde in London geboren und diente während des Ersten Weltkriegs als Leutnant. Er sprach mehrere Sprachen und war als Beamter des Auswärtigen Amtes in der Lage, viel zu reisen und seiner Leidenschaft für das Studium der Alten Geschichte nachzugehen. Er war wohl der führende britische Atlantologe des 20. Jahrhunderts, stets ein Gentleman, aber meiner Meinung nach etwas leichtgläubig.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg war Sykes Sekretär der britischen Gesandtschaft in Warschau. Dort hatte er eine Sammlung von Hunderten von Büchern über Atlantis aufgebaut. Als jedoch die Deutschen einfielen, wurde seine Bibliothek von ihnen beschlagnahmt [1].

Abb. 1 Das Frontcover der von Egerton Sykes herausgegebenen Ausgabe von Ignatius Donellys Werk Atlantis - The Antediluvian World

Während des Krieges gründete Sykes das Atlantis Research Center und war Herausgeber von 'Atlantis', einem zweimonatlichen Magazin, das von 1948 bis 1975 erschien. Er überarbeitete und editierte auch eine 1949 erschienene Neuveröffentlichung von Ignatius Donnellys Atlantis: The Antediluvian World (Abb. 2) [2]

Er interessierte sich für eine Reihe anderer Themen, wie zum Beispiel Ley-Linien, nachdem er einmal Mitglied des Old Straight Track-Clubs gewesen war. Zudem hat er hat Veröffentlichungen zum Thema Mythologie präsentiert. [3] [4] [5]

Sykes postulierte, [die Kultur von] Atlantis habe um 18000 v. Chr. begonnen und es sei eine große Insel im Zentrum des Atlantiks mit dem Mittelatlantischen Rücken als Rückgrat gewesen, von dem die Azoren heute seine Überreste sind [6]. Von dort aus glaubte er, dass sich sein kultureller Einfluss sowohl nach Osten als auch nach Westen ausbreitete, wobei Atlantis ein praktisches Sprungbrett zwischen beiden gewsen sei. Im Jahr 1950 organisierte Sykes auf der Suche nach Artefakten aus Atlantis in der Nähe der Azoren eine vielbeachtete Expedition [7] mit Tauchausrüstung und Unterwasserkameras.

Er glaubte auch, dass das Mittelmeer einst in zwei große Süßwasserseen unterteilt war, die aufgrund zweier Landbrücken bei Gibraltar und Sizilien entstanden waren, obwohl er diese Idee nicht mit irgendwelchen Beweisen zu untermauern scheint, wenn auch Strato und Seneca auf den Bruch eines solchen Damms bei Gibraltar verweisen.

Er war zudem der Meinung, Atlantis sei durch den Impakt eines außerirdischen Körpers zerstört worden. Diese Idee veranlasste ihn, einige Elemente der umstrittenen kosmologischen Theorien von Hanns Hoerbiger aufzugreifen [8] [9], war aber auch offen für Variationen des Auswirkungsthemas wie das von Kamienski und anderen. Sykes sammelte auch weltweite Mythen und kam zu dem Schluss, dass die biblische Sintflut mit der Überschwemmung von Atlantis um 11000 v. Chr. einherging.

Die umfangreiche Bibliothek und die Papiere von Sykes, die aus über 6.000 Artikeln bestehen, wurden 1979 von der durch Edgar Cayce gegründeten A.R.E. gekauft. Es gibt auch eine offizielle Egerton Sykes-Webseite, die es wert ist, studiert zu werden , und auf der ältere Ausgaben des Atlantis-Journals von Sykes auf CD erworben werden können.



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Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde seiner atlantologischen Online-Enzyklopädie Atlantipedia.ie entnommen, wo er am 11. Juni 2010 unter dem Titel "Sykes, J. Egerton ‘Bill’ (L)" erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de im September 2019.

Fußnoten:

  1. Quelle: AP, nach: "RADAR SEARCH FOR ATLANTIS", Fr. 8 Juli 1949, in: Cairns Post (Queensland, 1909-1954), S. 10
  2. Siehe: Egerton Sykes (Hrsg) "Atlantis: The Antediluvian World", New York (Gramercy Park), 1949. Neuauflage: Book Tree, US, 2006
  3. Siehe: Egerton Sykes, "Everyman’s Dictionary of Non Classical Mythology", London (Dent), 1952
  4. Siehe: Egeron Sykes "Who’s Who in Non-Classical Mythology, London (Routledge), 1993
  5. Red. Anmerkung: Seinem zeitweiligen Interesse für UFOs geschuldet, veröffenlichte Egerton Sykes in den frühen 1970er Jahren auch ein Heftchen zu diesem Thema. Siehe: Derselbe,"Extraterrestrial Landings", London (Markham House), 1973, 24 Seiten
  6. Siehe: (AAP), "SEARCH FOR LOST ATLANTIS", So. 2. April 1950, in: The Sunday Herald (Sydney, NSW), Seite 6
  7. Siehe: (London Express Service), "WAS THIS THE CRADLE OF THE HUMAN RACE? - A Search Soon For The Missing Continent Under The Atlantic", in: Shepparton Advertiser (Victoria), Di., 27 Juni 1950, Seite 5
  8. Siehe: Egerton Sykes, "Moon Capture Theory of Hoerbiger After Fifty Five Years", United Kingdom, 01. April 1966
  9. Siehe: Egerton Sykes, "Meteor Strikes and the Hoerbiger Theory", United Kingdom, 01. Dez. 1971

Bild-Quellen:

1) Daily Sketch (30. September 1966), nach: seachild.net - The Official Authorized Website of Egerton Sykes´ Atlantology, via: Bianca, "EGERTON SYKES - World-Renowned Atlantologist", bei Atlantis Online, unter: EGERTON SYKES - World-Renowned Atlantologist (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Routledge (Verlag), nach: Amazon.com, unter: Atlantis: The Antediluvian World: A Modern Revised Edition Hardcover – 1949