Eumelos

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Abb. 1 Die Ägadischen Inseln im Westen Siziliens - nach Andis Kaulins das Königreich von Atlas´ Zwillingsbruder Eumelos (Gadeiros)

(red) Eumelos, griech.: Εὔμηλος, (auch: Gadeiros bzw. Γάδειρος genannt) [1]; bei Platon einer der Söhne des Gottes Poseidon und der Sterblichen Kleito; zweitgeborener Zwillingsbruder des ältesten Sohnes und ersten Atlanterkönigs Atlas; Beherrscher ("Archont") einer nach ihm benannten Provinz des Atlanter-Reichs.

Eumelos erhielt, wie es bei Platon heißt, "den äußeren Anteil der Insel [= Atlantis; d. Red.], von den Säulen des Herakles bis zum Gadeirischen Land, wie es noch jetzt in jener Gegend genannt wird. Diesem [Sohn; d. Red.] gab er [= Poseidon; d. Red.] den Namen, welcher Griechisch Eumelos, in der Landessprache Gadeiros lautete, und dieser Umstand mag auch zugleich dieser Landschaft ihren Namen gegeben haben." (Kritias 114b)

In der atlantologischen Forschung wird häufig - wie z.B. bei Karl Jürgen Hepke - angenommen, bei dem 'Gadeirischen Lande' habe es sich um das Gebiet der späteren Stadt Gades (heute: Cádiz) gehandelt. [2] Auch der Genealoge David Hughes vermutete 2007 in "The British Chronicles (Book I)", die von Gadeiros beherrschten Provinz habe im Bereich des heutigen Spanien gelegen. [3] Eine alternative Ausdeutung liefert der in Lettland geborene Universitätsprofessor (Jurist) Andis Kaulins, ein passionierter Ur- und Frühgeschichtsforscher. Er nimmt an, dass sich das Reich des Eumelos/Gadeiros im Gebiet der Ägadischen Inseln (Abb. 1) befand, vor der Westküste Siziliens. [4] Für Sardinien als Domäne dieses sagenhaften Herrschers plädiert dagegen Giorgio Valdés, der die Insel auch mit Tartessos identifiziert. [5] Den vormaligen Palast dieses 'Archonten' des Atlanter-Reiches verortet Valdés auf dem Landstreifen zwischen den Gemeinden Arzana, Gairo und Gadoni. [6]

Siegfried G. Schoppe und Christian Schoppe bringen Gadeiros und sein Reich schließlich im Rahmen ihrer Schwarzmeer-Lokalisierung von Atlantis [7] mit dem in die Gebiete westlich des Schwarzen Meeres eingwanderten Volk der Geten (Getai; griech. für Goten) [8] in Verbindung. [9] Last but not least ist hier auch Angelos Galanopulos zu erwähnen, welcher annahm, der Name der Insel Melos (Μῆλος) in der Agäis sei von Eumelos abzuleiten. [10]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Zu einer etymologischen Betrachtung der beiden Namen siehe: Riaan Booysen, Plato´s Atlanteans, unter: 1.2.4 Gadeirus (Eumelus); Stand: 12.08.2011
  2. Siehe etwa: Karl Jürgen Hepke, TOLOS.de, unter: Zweimal "Atlantis"; Stand: 03.04.2012
  3. Quelle: Tony O’Connell, in: Atlantipedia.ie, unter: Hughes, David (N), Stand: 03.04.2012
  4. Quelle: Tony O’Connell, in: Atlantipedia.ie, unter: Egadi Islands, Stand: 11.12.2012
  5. Quelle: Tony O’Connell, in: Atlantipedia.ie, unter: Valdés, Giorgio (N), Stand: 15.12.2012
  6. Siehe: Giorgio Valdès, Atlantide e Tartesso tra mito e realtà, bei: gianfrancopintore, 09.09.2010; sowie (undatiert): Ders., La Sardegna un continente leggendario, bei: RIFORMATORI SARDI (beide abgerufen: 15.12.2012)
  7. Siehe: Siegfried und Christian Schoppe, "Atlantis und die Sintflut", Books on Demand, 2004
  8. Vergl. zu den Ursprüngen der Geten aber auch: o. A., "Die geto-dakische Kultur", bei: Romanistik-online, Universität Frankfurt (abgerufen. 08.12.2013)
  9. Quelle: Siegfried G. Schoppe und Christian Schoppe, "Atlantis und die Sintflut - Warum wir meinen, dass Atlantis im Schwarzen Meer versunken ist", Abschnitt: Atlantissage (abgerufen: 08.12.2013)
  10. Quelle: Tony O’Connell, in: Atlantipedia.ie, unter: "Atlantis Conference - 2005 (m)", Stand: 29.04.2017

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