Hans Steuerwald

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Mit Odysseus nach Atlantis

Abb. 1 Das Frontcover von Hans Steuerwalds Buch über Homers Odyssee aus dem Jahr 1978

(red) Hans Steuerwald - über dessen Vita uns zur Zeit noch keine Informationen vorliegen - ist ein deutscher Alternativ-Historiker und Sachbuchautor, der in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren zwei Bücher zu Homers Odyssee und Platons Atlantisbericht vorlegte, die heute leider nur noch antiquarisch zu beziehen sind.

1978 erschienen sein Werk "Weit war sein Weg nach Ithaka - Neue Forschungsergebnisse beweisen: Odysseus kam bis Schottland". (Abb. 1) [1] Auch wenn er darin keineswegs so weit ging, wie vor ihm z.B. Henriette Mertz, oder später Christine Pellech und Enrico Mattievich, welche die Odyssee als transatlantisch-interkontinentale Seereise interpretieren, lieferte Hans Steuerwald einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur nonkonformistischen Homer- bzw. Odyssee-Forschung im deutschspachigen Raum. Ihm gebührt das Verdienst, die Hypothese, die Irrfahrten des Odysseus seien im Atlantik erfolgt, auch hierzulande popularisiert zu haben. Seine homerologischen Überlegungen und Schlussfolgerungen ließ er nachfolgend auch in seine Atlantisforschung einfließen. [2]

Dazu präsentierte Hans Steuerwald 1983 in seinem Buch "Der Untergang von Atlantis" [3] (Abb. 2) neben grundsätzlichen Überlegungen zur Historizität von Atlantis (Fakt oder Fiktion) und zu seiner Lokalisierung vor allem auch eine eigene Theorie zur Lösung des Atlantis-Problems, mit der er Platons verschollenes Reich der Vorzeit als neolithisch-bronzezeitliches Imperium mit einem Herrschaftzentrum auf den Britischen Inseln - im wesentlichen dem heutigen Wales, Schottland und England - darstellte. Damit wurde Steuerwald zum bis heute einzigen nennenswerten Vertreter der britannischen Atlantis-Lokalisierungen im deutschen Sprachraum.

Abb. 1 Das Frontcover von Hans Steuerwalds Atlantisbuch aus dem Jahr 1983

Die Atlanter betrachtete Steuerwald als hochgewachsene (ca. 1,80 m große), blondhaarige Nachfahren der Cro-Magnon-Menschen und Träger der etwa von 4000 bis 1000 v.d.Z. existenten Megalithkultur, welche die 'Hünengräber' und großen Steinsetzungen (z.B. Stonehenge) der Alten Welt errichtet hat. Als höchste Gottheiten der Atlanter nannte er Poseidon und eine Magna Mater (Allmutter), aber zudem sollen sie auch die Sonne verehrt haben [4]

Zur Geographie und Ausdehnung des Atlanter-Reiches stellte Steuerwald folgende Thesen auf: Die Königsinsel von Atlantis lokalisierte er im Südwesten von Cornwall - das er zudem mit dem bei Homer erwähnten Land der Phäaken gleichsetzte [5] - bei Penwith. "Heute heißt", wie in einer Besprechung des Buches festgestellt wird, "das Überbleibsel dieser gewaltigen Hauptstadt St. Michael's Mount, in dessen näherer Umgebung die Penzance Bay und die Mount’s Bay liegen." [6]

Abgesehen von seinem britannischen Zentrum habe ihr Reich auch "die Südküsten [...] Skandinaviens (bis Öland), die südwestliche Ostsee, Norddeutschland, Jütland, Westeuropa" und "die Küstenregionen der Iberischen Halbinsel umfasst." [7] Zu den mediterranen Besitzungen der Atlanter gehörten die Balearen, Korsika, Sardinien und Malta sowie das italische Tyrrhenien, welches Steuerwald mit Ligurien und Etrurien gleichsetzte. [8] In Nordafrika beherrschten sie die Küstenstriche von Marokko, Algerien und Tunesien. [9]

Den Untergang des Atlanter-Reiches, den er auf ca. 1240 v.d.Z. datierte, betrachtete Hans Steuerwald übrigens nicht aus katastrophistischem Blickwinkel, sondern er führte ihn hauptsächlich auf die kulturellen Umbrüche im Verlauf des Übergangs von der Bronzezeit zur Eisenzeit zurück. [10] Ein Reliktwissen über das vergangene Reich der Megalithiker bewahrten die alten Ägypter, die es schließlich an Solon weitergaben, dessen Bericht schließlich Platon mit dem bekannten Ergebnis aufgriff.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Hans Steuerwald, "Weit war sein Weg nach Ithaka - Neue Forschungsergebnisse beweisen: Odysseus kam bis Schottland", Hoffmann u. Campe, 1978
  2. Anmerkunng: So soll z.B. Odysseus laut Steuerwald die Hauptstadt von Atlantis - d.h. Scheria im Reich der Phäaken - zwischen 1174 und 1198 v.d.Z. besucht haben. (Quelle)
  3. Siehe: Hans Steuerwald, "Der Untergang von Atlantis: das Ende einer Legende, Kulturbuch-Verlag, 1983
  4. Quelle: mauspfeil.com unter: "Lokalisierungshypothesen zu Atlantis" (Kopie einer der vielen 'wegzensierten' Alt-Versionen des gleichnamigen Wikipedia-Lemmas; abgerufen: 10. Jan. 2015)
  5. Quelle: Eckart Olshausen und Holger Sonnabend (Hrsg.), ">Troianer sind wir gewesen< - Migrationen in der antiken Welt", Franz Steiner Verlag, 2006, S. 21
  6. Quelle: mauspfeil.com unter: "Lokalisierungshypothesen zu Atlantis"
  7. Quelle: ebd.
  8. Siehe: Hans Steuerwald, op. cit. (1983), S. 90
  9. Quelle: mauspfeil.com, unter: "Lokalisierungshypothesen zu Atlantis"
  10. Quelle: ebd.

Bild-Quelle:

  • Abb. 1 und 2: Bild-Archiv Atlantisforschung.de