Dr. Enrico Mattievich

Aus Atlantisforschung
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Abb. 1 Prof. Dr. Enrico Mattievich

(red) Prof. (em.) Dr. Enrico Clemente Mattievich Kucich (Abb. 1) ist ein pensionierter peruanischer Physiker und als Privatforscher ein kompetenter und ebenso passionierter wie provokativer Exeget der Texte Homers, Platons und anderer altgriechischer Autoren.

Einige internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Interpretation der Odyssee als Schilderung einer proto-hellenischenn Atlantiküberquerung sowie mit seiner Lokalisierung Trojas - das er mit Platons Hauptstadt von Atlantis gleichsetzt - in Südamerika. Sein 2010 auch in englischer Sprache erschienenes Buch "Journey to the Mythological Inferno" (Abb. 3) war nicht nur ein Publikumserfolg, sondern brachte dem Autor auch mehrere Literaturpreise ein, darunter 2010 den 1. Platz der 'International Book Awards' (für das Sachgebiet 'Alte Geschichte') und 2011 eine Auszeichnung bei den 'New Generation Indie Book Awards' (Bereich: 'History Non-Fiction'). [1]


Vita / Berufsleben

Zur Welt kam E. Mattievich 1938 in der damals zu Italien gehörigen Stadt Fiume, heute Rijeka (seit dem Ende des II. Weltriegs ist sie Teil Kroatienns). Im Jahr 1949 emigierte er mit seinen Eltern nach Peru. An der Universidad Nacional Mayor de San Marcos in Lima studierte er Physik und Mathematik, und an seiner Alma Mater begann er später auch, experimentelle Physik zu lehren. Zudem lehrte ee auch an der Universidad Cayetano Heredia. Zwischen 1962 und 1963 war er als Assistent von Dr. Mutsumi Ishitsuka tätig, einem Astronomen der Abteilung für Solar-Aktivitäten am Geophysialischen Observatorium in Huancayo.

Abb. 2 Ein Besuch der Fundstätte von Chavin de Huántar (Bild) weckte Dr. Mattievichs Interesse an vergleichender Archäologie und Mythologie.

Im Jahr 1969 unternahm Mattievich weiterführende Studien am Centro Brasileiro de Pesquisas Físicas in Rio de Janeiro, wo er 1974 seinen Doktorgrad (Ph. D.) in Physik erwarb. Danach setzte er seine akademische Karriere an der Fakultät für Physik der Federal University of Rio de Janeiro fort, wo er diverse zusätzliche Physik-Studien absolvierte, die mit Paläontologie und Archäologie in Verbindung stehen.

Seit 1981 hat er sich, nachdem er die archäologische Fundstätte von Chavin de Huántar (Abb. 2) besuchte, wo ihn die fremdartige Kunst und die hoch entwickelte Architektur jener peruanischen Kultur enorm beeindruckten, dem Studium Vergleichender Archäologie und Mythologie verschrieben.

Auf Einladung der School of Physics and Material and Engineering der Monash University in Melbourne, Australien, führte Dr. Mattievich im Jahr 2000 umfangreiche Untersuchungen durch, um das Jahrhunderte alte geologische Rätsel des 'Zebra Rock' zu lösen. Tatsächlich gelang Dr. Mattievich der Nachweis, dass die seltsame Musterung des 'Zebra Rock' (ein Schlicksand-Gestein) sich aus einer kristallinen Lösung [2] gebildet habe, welche sich während des Neoproterozoikums, vor mehr als 600 Millionen Jahren, unter glazialen Bedingungen am Grund des damaligen Meeresbodens abgelagert hat. [3]


Privatforschung

Abb. 3 Das Cover von E. Mattievichs Bestseller aus dem Jahr 2010

Ähnlich wie vor ihm schon Henriette Mertz ist auch Dr. Mattievich davon überzeugt, dass bereits die Alten Griechen Amerika entdeckten. Zu den 'Schlüssel-Überlieferungen', gehören seiner Ansicht nach Homers Werke Ilias und Odyssee. In ihnen sowie in anderen Werken der Proto-Antike und des Klassischen Altertums haben sich seinen Erkenntnissen zufolge mythisierte Informationen über diese, ansonsten in Vergessenheit geratenen, Reisen und Erlebnisse erhalten.

In 'Journey to the Mythological Inferno' stellt der Wissenschaftler seine gut fundierte These vor, dass sich sowohl griechische als auch römische Mythen über die Unterwelt (den Hades, das Inferno oder Totenreich), ihren Ursprung in Südamerika hatten, genauer gesagt in der Andenegion Perus. Dort sind, wie Mattievich vermutet, noch heute die Überreste des Palastes von Hades und Persephone zu finden, der in Hesiods, ca. 700 v.d.Z. verfasster, “Theogonie” beschrieben wird: die Ruinen von Chavín de Huántar. [4] Den Amazonas setzt er mit dem 'Höllenfluss' Achĕron gleich. Über seine Herangehensweise schreibt er selber: "Im Unterschied zu dem Pfad, dem Schliemann und später Mertz und Pellech folgten, die sich von den heroisch-epischen Dichtungen ausgehend auf die Suche nach den Fakten und geographischen Orten machten, welche zu diesen Erzählungen führten, folgte ich hingegen dem Pfad in entgegengesetzter Richtung: von der greifbaren Realität aus - der archäologischen Fundstätte von Chavin - seit ihrer Entdeckung ein Mysterium - wandte ich mich bei der Suche nach einer Antwort der griechisch-römischen Mythologie zu." [5]

Abb. 4 Abbildungen von Gorgonen aus Südamerika (dort 'Wari' genannt) und dem Mittelmeer-Raum: 1. Athen, 2. Kolumbien, 3. Sizilien und 4. Peru (Bild: © Dr. Enrico Mattievich)

Laut E. Mattievich waren die frühen Griechen keineswegs die einzigen Bewohner des Mittelmeer-Raums, denen der transatlantische 'Sprung nach Amerika' gelang. So beschreibe z.B der Kadmos-Mythos in den 'Metamorphosen' des Ovid letztlich die Entdeckung und Erschließung des Amazonas durch die Phönizier. Eine solche "prähistorische Präsenz phönizischer Seefahrer entlang der Küsten und Flüsse Brasiliens könnte", wie der Phönizier-Experte Salim George Khalaf dazu bemerkt, "durch hunderte von brasilianischen Natives gravierte Inschriften auf Felsen – Itacoatiaras genannt – Bestätigung finden, auf welchen es häufig möglich ist, archaische semitische und proto-griechische Charaktere zu erkennen". [6] Der Name 'Brasilien' selbst leitet sich, Professor Cyrus Gordon zufolge, von der Vokabel brzl ab, die von den Kanaanitern verwendet wurde, um Eisen sprachlich zu bezeichnen." [7]

Die vielfältigen Indizien und Evidenzen, welche Dr. Mattievich ins Feld führt, um seine These zu untermauern, legen jedenfalls nahe, dass die vernutete kulturelle Interaktion zwischen Menschen aus der 'Alten' und der 'Neuen Welt' damals keineswegs nur flüchtiger Natur gewesen ist. So verweist er z.B. auf die Abbildungen von 'Waris' - dem südamerikanischen Äquivalent der nordafrikanischen 'Gorgonen' (Abb. 4) - und zahlreicher anderer Wesenheiten aus der hellenischen Mythologie im Gebiet von Chavin de Huantar. Zudem ist er zu der Auffassung gelangt, dass eine der altperuanischen Sprachen, das Chuetsua, mit dem klassischen Griechisch verwandt ist, oder sogar darauf basiert. [8]

Auch Platons Atlantis lokalisiert Enrico Mattievich in Südamerika [9], und chronologisch verortet er es in der Periode der Bronzezeit Europas, wobei er sich als echter 'Jungzeitler' unter den Atlantisforschern erweist, indem er - ähnlich wie Angelos Galanopulos - von einer Verwechslung oder Fehlinterpretation der auf Atlantis bezogenen Zeitangaben in der Atlantida (= 9000 statt 900 Jahre vor Solons Besuch in Saïs) ausgeht.

Die im Atlantisbericht von Platon erwähnte Substanz 'Oreichalkos' identifiziert Dr. Mattievich mit einer im Andenraum natürlich vorkommenden Goldlegierung (76% Gold, 15% Silber und 9% Kupfer), die im präkolumbischen Südamerika unter dem Namen Coricollque bekannt war. [10] Für die Zerstörung der Kultur von Atlantis sei, wie er zusammenfassend feststellt, ein "in weltweitem Maßstab nachgewiesenes kataklysmisches Phänomen", verantwortlich gewesen, "das eine vulkanische Aktivität von extrem hoher Intensität mit sich brachte, [und] welches sich im siebzehnten Jahrhundert v.Chr. ereignete". Angesichts archäologischer Erkenntnisse über entsprechende vulkanische Ascheablagerungen in den Anden sei es "eine ziemlich simplistische Behauptung", einzig und "allein dem Vulkan Santorin für diesen Kataklysmus die Schuld zu geben". [11]


Anmerkungen und Quellen

  1. Quellen: Tony O’Connell, Mattievich Kucich, Enrico Clemente (a), bei: Atlantipedia.ie; sowie: Salim George Khalaf, Journey to the Mythological Inferno, Press Release, bei: phoenicia.org/ (beide abgerufen: 24.09.2012)
  2. Orig.: "liquid crystal phase coloidal solution"; d. Ü.
  3. Quelle: Salim George Khalaf, Journey to the Mythological Inferno, Press Release, bei: phoenicia.org (abgerufen: 24.09.2012)
  4. Quelle: ebd.
  5. Quelle: Enrico Mattievich, "Could Chavin's Labyrinth be the remains of the resounding Palace of Hades and Persephone? (Part 1) Archaeological, geographical and documentary evidences (Summary), bei: Migration & Diffusion (abgerufen: 25.09.2012; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Siehe dazu: Bernardo de Azevedo da Silva Ramos, “Inscripçoes e Tradições da América Prehistorica”, Especialmente do Brasil, Primeiro Volume. Rio de Janeiro Imprensa Nacional (1930-1932) / Segundo Volume (1939)
  7. Quelle: Salim George Khalaf, Journey to the Mythological Inferno, Press Release, bei: phoenicia.org (abgerufen: 24.09.2012)
  8. Quellen: Tony O’Connell, Mattievich Kucich, Enrico Clemente (a), bei: Atlantipedia.ie; sowie: Chronology and Catastrophism Review (C&CR), 2011, S. 39-41
  9. Red. Anmerkung: Zur genauen, von E. Mattievich angenommenen, geographischen Lage des Reiches von Atlantis und dessen Metropolis sowie zu der, bei Tony O’Connell kurz erwähnten, Gleichsetzung von Atlantis und Troja durch den peruanischen Forscher werden wir in einem Update berichten, sobald uns 'Journey to the Mythological Inferno' vorliegt.
  10. Quelle: Enrico Mattievich, "ORICHALCUM-THE METAL OF ATLANTIS", S.3; Als PDF-Datei (4,11 MB) online bei: Dr. Christine Pellech, Migration & Diffusion (abgerufen: 26.09.2012)
  11. Quelle: ebd., S.5 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)


Bild-Quellen

(1) Journey to the Mythological Inferno, Press Release, bei: phoenicia.org/

(2) Sharon odb, File:Chavín de Huántar.JPG, bei: Wikimedia Commons

(3) BetterWorld Books, unter: Journey to the Mythological Inferno

(4) Enrico Mattievich, "Could Chavin's Labyrinth be the remains of the resounding Palace of Hades and Persephone? (Part 1) Archaeological, geographical and documentary evidences, bei: Migration & Diffusion