Hat Alt-Amerika das Buchstaben-Alphabet gekannt?

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von unserem Gastautor Dr. Horst Friedrich (1996)

Abb. 1 Jegliche höhere Kultur in Alt-Amerika wurde total vernichtet, als die spanischen ,,Konquistadoren" des Habsburger-Kaisers Karl V. in immer neuen Wellen von Mördern, Folterknechten, Sklavenjägern etc., über die Indianervölker herfielen.

Jegliche höhere Kultur in Alt-Amerika wurde - mit unvorstellbarer Brutalität - total vernichtet, als die offensichtlich von Dämonen besessenen spanischen ,,Konquistadoren" des Habsburger-Kaisers Karl V. (1519-1556) in immer neuen Wellen von Mördern, Folterknechten, Sklavenjägern etc., über die Indianervölker herfielen [1]. Daran sollten wir stets denken, auch wenn gewisse Kreise ein Interesse daran zu haben scheinen, dass wir uns der finster dämonischen, unmenschlichen Seite der ,,christlich-abendländischen Kultur" nicht bewusst werden.

,,Bereits 50 Jahre nach den ersten Eroberungszügen auf den Karibischen Inseln und danach auf dem Festland betrug die Bevölkerungszahl Amerikas gerade noch 10 Millionen - eine Dezimierung um 70 Millionen Menschen in einem halben Jahrhundert" [2]. Vergleichbares ist aus der uns bekannten Geschichte höchstens vom psychopathischen Wüten der turkomongolischen Heere Dschingis Khans in Innerasien bekannt. Auch dort war damals zunächst alle höhere Kultur, Wissenschaft und Kunst gänzlich vernichtet.

Abb. 2 Buchstaben eines bisher nicht entzifferten Alphabets auf einem Gold-Objekt aus der Crespi-Kollektion in Cuenca (Peru). Affinitäten zu alteuropäisch-altmediterranen Buchstaben-Alphabeten sind augenfällig!

Es ist unter solchen Umständen also fürwahr kein großes Wunder, dass die schulwissenschaftliche Rekonstruktion der altamerikanischen Kulturen im Großen - wie erst recht in allen Details, wie etwa dem Gebrauch einer Schrift - nicht mehr als Flickwerk sein kann, wo Vermutungen, scholastisch dogmatisches Denken und Fantasien der Autoren die wissenschaftlich belegten Fakten weit überwiegen. Umso mehr, als ja auch die im Gefolge der Konquistadoren eingedrungene christlich-katholische Priesterschaft stark daran interessiert war, jegliches Andenken an die präkolumbischen Kulturen möglichst gänzlich der Vergessenheit anheim fallen zu lassen [3].

Dies alles als Vorbemerkung zu der Feststellung, dass bis heute von schulwissenschaftlicher Seite allerhand Unsinn zum Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Schrift im präkolumbischen Amerika verbreitet wurde. Die Maya-Hieroglyphenschrift lässt sich heute zwar nicht mehr hinwegleugnen, aber für Südamerika wird dergleichen abgestritten. So heißt es etwa, ,,dass die Ureinwohner Südamerikas jedweder Schrift ermangelten", oder ,,Die Inka kannten keinerlei Schrift" [4].

Der Verfasser hegt stärkste Zweifel, ob es überhaupt jemals auf Erden eine Hochkultur gegeben haben kann, die ohne Schrift war [5]. Hochkultur verlangt nach geistigem Ausdruck und Austausch, wie er eben nur durch das Medium einer Schrift möglich ist.

Bereits die ESOP-Jahrbücher (,,Occasional Publications") der EPIGRAPHIC SOCIETY [6] des Ex-Harvardprofessors Barry Fell, wahre Pionierwerke, haben klar gezeigt, dass zahlreiche Indianervölker des präkolumbischen Amerika sehr wohl mit einer Schrift vertraut waren [7]. Dabei ergaben sich auch Querverbindungen zu anderen Kontinenten [8].

Abb. 3 Die Zeichnung der Statuette aus dem Buch von Brian Fawcett

In diesem Zusammenhang erscheint dem Verfasser eine unvoreingenommene Diskussion der Frage überfällig, ob in Altamerika - und zwar ganz speziell im präkolumbischen Südamerika - Alphabetschriften in Gebrauch waren, die einen Zusammenhang mit den alten Alphabeten des alteuropäisch mediterranen Raumes erkennen lassen? So bildet beispielsweise E. v. Däniken [9] eine südamerikanische Inschrift von einem Goldblech aus der berühmt-berüchtigten Crespi-Kollektion in Cuenca (Peru) ab, die etwas Ähnlichkeit mit der Inschrift auf einem Ring hat, den man im alten Iberien (Andalusien), angeblich nahe des in Südspanien (Guadalquivir-Mündung? Sevilla?) vermuteten, legendären Tartessos gefunden hat [10]. An ebendieser Stelle bringt v. Däniken (op.cit., S. 154-155) Abbildungen weiterer Artefakte aus der Crespi-Kollektion mit Inschriften, die an altmediterrane Alphabete erinnern. Auch wenn ein Teil der Crespi-Kollektion verdächtig sein sollte, sollte man sich doch bemühen, festzustellen, ob diese speziellen Artefakte wirklich moderne Fälschungen oder echt und präkolumbisch sind.

Ebendies sollte man auch für ein anderes, hochinteressantes Artefakt (Abb. 3) tun, das der legendäre Colonel Fawcett in seinem Besitz hatte, und das angeblich aus einer der prähistorischen, verschollenen Städte in Brasilien stammen soll. Das Artefakt ist - aus dem Buch seines Sohnes Brian Fawcett [11] - nebenstehend abgebildet. Es handelt sich um eine rund fünfundzwanzig Zentimeter hohe Statuette aus schwarzem Basalt. Die Figur erinnert an Nordwest-Afrika, und die Inschrift an diverse altmediterrane Alphabete.

Im Hinblick auf die uralten Hochkulturen auf der iberischen Halbinsel [12] muss man es, dem gesunden Menschenverstand folgend, an sich als die selbstverständlichste Sache der Welt ansehen, dass schon zu Zeiten der westeuropäischen Megalithkultur und des Alten Ägypten maritime Verbindungen von dort nach Südamerika bestanden. Es ist also denkbar unwahrscheinlich, dass keine Kenntnis der alteuropäisch-altmediterranen Schriften nach Südamerika gelangt sein sollte. Trotz der völligen Vernichtung der altamerikanischen Zivilisationen durch die Konquistadoren könnte sich daher hie und da doch ein Hinweis auf eine solche alte Verbindung erhalten haben. Die Cuenca-Artefakte und die Basalt-Statuette des Colonel Fawcett könnten echt sein! Sind sie es? Diese Frage möge als Aufruf zu weiteren einschlägigen Forschungen verstanden sein.


Anmerkingen und Quellen

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Dieser Beitrag von Dr. Horst Friedrich wurde erstveröffentlicht in der Zeitschrift EFODON-SYNESIS Nr. 16/1996 (Abb 4). Bei Atlantisforschung.de erscheint er im Januar 2016 im Rahmen des Dr. Horst Friedrich Archivs in einer redaktionell bearbeiteten Online-Version.

Fußnoten:

  1. Heute noch weitgehend ein Diskussions-Tabu! Man lese hierzu die Einleitung S. 9-18 von Laurette Séjourné: Altamerikanische Kulturen, Frankfurt am Main 1971. Diese mutige Autorin hebt, neben der an dämonische Besessenheit gemahnenden Goldgier, das alles erträgliche Maß Übersteigende des Riesen-Verbrechens hervor. Es fehlte jegliche menschliche Achtung vor der Urbevölkerung (auch anderswo ein bekanntes ,,christlich-abendländisches" Syndrom), die man oft von eigens darauf abgerichteten Kampfhunden umbringen ließ, ohne Ansehen von Alter und Geschlecht.
  2. Ferdinand Anton: Azteken, Maya, Inka und ihre Vorläufer, Iphofen 1995, S. 17.
  3. Einzige Ausnahme weit und breit das 1550 erschienene Werk des Paters Bartolomé de las Casas ,,Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder" (hierzu recht ausführlich Séjourné: op.cit., S. 102 und passim).
  4. Beide Zitate aus Victor W. van Hagen: Das Reich der Inka, Hamburg/Wien (o. J.), S. 226/227.
  5. Diese Bemerkung bezieht sich im Übrigen auch auf die bisher noch immer rätselhafte westeuropäische Megalithkultur.
  6. Neue Anschrift nach dem Tode von Prof. Fell: The Epigraphic Society, Donal Buchanan, Secretary, 8216 Labbe Lane, Vienna, VA-22182-5244 (USA).
  7. Fell konstatiert, dass rund ein Dutzend Alphabete unter den nordamerikanischen Indianerstämmen in Gebrauch waren (ESOP, Vol. 13, 1985, S. 22).
  8. Nach Fell (Algonkian Signatures on a Treaty of AD 1681, in: ESOP, Vol. 13, S. 22-25) unterzeichneten Algonkin-Häuptlinge noch bis ins 17.Jahrhundert Verträge mit Initialen aus dem alt-zypriotischen Silbenalphabet.
  9. Erich von Däniken: Meine Welt in Bildern, Düsseldorf/Wien, 1973, S. 154 (Abb. 207).
  10. Aus: Charles Berlitz: The Mystery of Atlantis, New York 1976, S. 128. Mein Freund Jacques Touchet liest die Inschrift als Alt-Iberisch (MEDITERRANEA, No. 59, 1995, S. 38).
  11. Brian Fawcett (Hrsg.): Exploration Fawcett, by Lt.-Col. P. H. Fawcett, London 1953, Abb. gegenüber S. 33.
  12. ...die - ungemein verdienstvollerweise - Uwe Topper der Vergessenheit entrissen hat (Das Erbe der Giganten, Olten/Freiburg 1977).

Bild-Quellen:

1) Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) Nach E. v. Däniken, „Meine Welt in Bildern“, Düsseldorf/Wien 1973, S. 228, und „Auf den Spuren der Allmächtigen“, München 1993, S. 110.
3) Brian Fawcett (Hrsg.): Exploration Fawcett, by Lt.-Col. P. H. Fawcett, London 1953, Abb. gegenüber S. 33
4) Bild-Archive EFODON-SYNESIS / Gernot L. Geise