Hydromythologie

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Definition

Abb. 1 Das Front-Cover von Cindy Clendenons "Hydromythology and the Ancient Greek World" (2009)

(red) Der Terminus Hydromythologie (engl.: Hydromythology) bezeichnet in wissenschaftssystematischer Hinsicht ein noch junges Spezialgebiet der Geo-Mythologie, das sich - vereinfachend gesagt - mit der Untersuchung altertümlicher Mythen befasst, welche im Zusammenhang mit den bisweilen extremen Auwirkungen von Wasser (altgriechisch hýdor) auf die Lebenswelt des Menschen stehen. Eigeführt und poularisiert wurde dieser Begriff durch die Umweltforscherin Cindy Clendenon (M.A.) mit der Veröffentlichung ihres Werkes Hydromythology and the Ancient Greek World [1] (Abb. 1) im Jahr 2009.

Eine etwas umfassendere und präzisere Definition dieses Fachbegriffs bietet die Webseite der Fineline Science Press, auf der es - ins Deutsche übersetzt - heißt: "Im allgemeinen Sprachgebrauch kann das Wort >Hydromythologie< falsche Wahrnehmungen und vorsätzliche Verfälschungen von Tatsachen in Bezug auf Wasserressourcen bedeuten. Aber in der Fachdefinition der Autorin Cindy Clendenon ist Hydromythologie die wissenschaftliche Untersuchung der hydrologischen Ursprünge von Geschichten, welche die natürlichen Besonderheiten von Wasser historisch in nichtwissenschaftlichen Begriffen erklärten.

Das Thema Hydromythologie ist eng mit der Geomythologie verwandt, einem Forschungsgebiet, das aus dem Begriff hervorgegangen ist, der 1966 von der verstorbenen Dorothy Vitaliano, einer Fachübersetzerin für den US-amerikanischen Geological Survey, geprägt wurde. Obwohl die Geomythologie 35 Jahre lang als Forschungsgebiet stagnierte, erfreut sie sich seit dem Jahr 2000 immer größerer Beliebtheit, da Zeitschriftenartikel zunehmend belegen, dass bestimmte alte Texte geologisch zutreffend waren.

Trotz der wachsenden Popularität und des weitreichenden Umfangs der Geomythologie wird die Erforschung katastrophaler Erdbeben, Vulkane und Tsunamis stark in den Vordergrund gestellt. Die Geomythologie übersieht die alltäglichen Wasserumgebungen von Bächen, Seen, Quellen und Meeren, wie sie die alten Völker unter nicht extremen Umweltbedingungen erlebten. Insbesondere ignoriert die Geomythologie Mythen, die in karstigen Gegenden vorkommen. Das Buch Hydromythology and the Ancient Greek World schließt diese Lücke, indem es antike Geschichten über karstige und nichtkarstige Gewässer im Mittelmeerraum untersucht." [2]

Angesichts des eher 'zahmen' und im Grundsatz aktualistischen Ansatzes der Hydromythologie, den Cindy Clendenon zu favorisieren scheint, bleibt anzumerken, dass im Rahmen dieser neuen Fachwissenschaft auch die Untersuchung mythischer Überlieferungen zu wasserbedingten katastrophischen bis hin zu kataklysmischen Ereignissen (z.B. der so genannten 'Sintflut') einen legitimen Gegenstand darstellen muss. Diesbezüglich ist die Weiterentwicklung der Hydromythologie gerade auch für den Bezirk der außenseiterischen oder devianten Forschung (abseits des universitaren Bereichs) von wesentlicher Bedeutung. Dies gilt insbesondere für die Alternative Ur- und Frühgeschichtsforschung im Allgemeinen als auch speziell für die nonkonformistische Atlantisforschung und deren Beschäftigung mit der laut Platon durch Überflutung verursachten Atlantis-Katastrophe.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Cindy Clendenon, "Hydromythology and the Ancient Greek World: An Earth Science Perspective Emphasizing Karst Hydrology", Lansing, Michigan (Fineline Science Press), 1 Januar 2009 (Erstausgabe), 520 Seiten, ISBN-10: 0981842100 / ISBN-13: 978-0981842103
  2. Quelle: o.A. "Hydromythology", bei finelinesciencepress.com (abgerufen: 24. Dezember 2019)

Bild-Quelle: