John B. Newman

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Historisches Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Hier das Titelblatt von John B. Newmans Büchlein aus dem Jahr 1849

(red) John B. Newman (über seine Vita ist uns bisher leider noch nichts bekannt) war ein US-amerikanischer Arzt [1], Privatgelehrter und Sachbuchautor, der Mitte des 19. Jahrhunderts - vor dem wissenschaftlichen Hintergrund seiner Zeit - die Historizität von Platons Atlantis als Großinsel verfocht, "die sich quer über den Atlantik, vom nordwestlichen Afrika in Richtung Amerika erstreckte, womit sie für Tiere und Menschen ein Sprungbrett oder eine Landbrücke zwischen der Alten und der Neuen Welt bot." [2] Einen Schwerpunkt seiner Studien bildete dabei die frühe Besiedlungsgeschichte Amerikas, die er mit Atlantiern und Phöniziern in Verbindung brachte.

Newman, ein früher Verfechter der Interdisziplinarität, nicht zuletzt auch in Bezug auf die Erforschung des Atlantis-Problems [3], der auch zu medizinischen, botanischen, historisch-geographischen und philosophischen Themen publizierte (siehe unten), verfasste zum oben genannten Gegenstand mindestens zwei Bücher. Namentlich waren dies seine Werke The early peopling of America, and its discovery before the time of Columbus aus dem Jahr 1848 sowie das 1849 erschienene, nur 58 Seiten umfassende Bändchen Origin of the red man [4] (Abb. 1).

Obwohl Newmans atlantologische Schriften heute natürlich sehr weitgehend veraltet sind - sie erschienen immerhin mehr als drei Jahrzehnte vor der Veröffentlichung von Ignatius Donnellys Klassiker Atlantis, the Antediluvian World (1882) -, lohnt sich ihre Lektüre allemal. Immerhin macht Newmans diesbezügliches Werk exemplarisch deutlich, dass die Überlegungen früher Atlantisforscher des 19. Jahrhunderts zur Besiedlung bzw. Kolonialisierung Amerikas aus dem östlichen atlantischen Großraum heraus keineswegs durchgängig 'abwegig' oder 'an den Haaren herbeigezogen' waren, wie Historiker und Journalisten gerne behaupten, die Themen, wie Atlantologie und präkolumbische transatlantische Kontakte allenfalls naserümpfend zur Kenntnis nehmen. Vielmehr waren viele der heute 'angestaubten' Hypothesen der damaligen Zeit - z.B. jene von Prof. John Thomas Short und William Leete Stone, Jr. - in ihrem wissenschaftsgeschichtlichen Kontext durchaus stimmig sowie nachvollziehbar, und sie verdienen eine differenzierte, ergebnisoffene Betrachtung.


Bücher von John B. Newman

(Alle nachfolgend aufgeführten Werke sind digitalisiert bei Archive.org frei abrufbar)





Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Tony O’Connell, "Newman, John B. (L)", 10. Juni 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 14. Januar 2018); Red. Anmerkung: In mehreren von Newmans Büchern findet sich bei der Nennung des Autors auf dem Titelblatt der Namenszusatz "M.D." (Medical Doctor).
  2. Quelle: ebd. (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  3. Zitat: "It is singular how much one branch of science aids another, and will often make that a matter of entire certainty which was before mere conjecture. [...] In the same manner geology has come to help of the antiquarian and proves the existence of the disputed island of Atlantis." (Newman, 1849, S. 11-12); Übersetzung durch Atlantisforschung.de: "Es ist bemerkenswert, wie sehr ein Zweig der Wissenschaft einem anderen hilft, und das macht oft zur Gewissheit, was zuvor bloße Vermutung war. [...] In selbiger Weise ist die Geologie dem Altertumsforscher zu Hilfe gekommen, und beweist die Existenz der umstrittenen Insel Atlantis."
  4. Siehe: "Origin of the red men : an authentic history of the peopling of America by the Atlantians and Tyrians; the origin of the Toltecs, the description and history of Atlantis...legend of Quetzalcoatl...the Aztec city of Sumai, etc.", New York (John C. Wells), 1849 (online bei Archive.org

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