Rene Noorbergen

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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Rene Noorbergen (1928-1995)

(red) Rene (eigentlich: René) Noorbergen (Abb. 1) (* 26 September 1928 in Groningen; † 7. Juli 1995) [1], war ein in den Niederlanden beheimateter Journalist, Privatforscher und Buchautor, der in den 1970er und 1980er Jahren vor allem durch seine englischsprachigen Veröffentlichungen zu paranormalen und grenzwissenschaftlichen Themen bekannt wurde. Insbesondere gilt dies für seine Bücher über bekannte HellseherInnen und 'ProphetInnen' - wie Nostradamus, Ellen Gould Harmon White und Jeanne Dixon -, die Suche nach den Überresten der Arche Noah [2] und primhistorische bzw. krypto-archäologische Gegenstände.

Über Rene Noorbergens Lebenslauf ist derzeit kaum etwas bekannt, aber er scheint bereits relativ früh in die USA übersiedelt zu sein, nachdem er dort schon als Jugendlicher das Sierra College in Kalifornien besucht hatte. Außerdem studierte er aber auch an der Universität Groningen in seiner niederländischen Vaterstadt. Über seine internationale Journalisten-Karriere heißt es, er sei Chefkorrespondent der U.S. Army-Publikation The Soldier Illustrated und als Westküsten-Korrespondent für viele europäische Magazine tätig gewesen. Zudem habe er für Camera Press Ltd., London, und für die Londoner Daily Mail geschrieben. Des Weiteren habe er für das Netherlands Radio Network (?) über aktuelle Ereignisse berichtet und TV-Dokumentationen erstellt. 1966 wurde Noorbergen, wie es weiter heißt, zum leitenden Redaktur in der Presseabteilung (Publications Department) der Ford Motor Company ernannt. Schließlich soll er auch Reise-Berichterstatter der Redaktion des International Wildlife Magazine und Korrespondent für verschiedene andere internationale Publikationen gewesen sein. [3]

Abb. 2 Das Frontcover von Rene Noorbergens primhistorischem Hauptwerk aus dem Jahr 1977

Dass Rene Noorbergen gerade mit seinen beiden Büchern über 'Out-of-place Artefakte' (OOParts) als Spuren anzunehmender verschollener Ur-Zivilisationen der Menschheit einen nachhaltigen Erfolg erzielte, ist durchaus erstaunlich. Immerhin schrieb er, als 1977 sein erstes derartiges - und auch erfolgreichstes - Werk "Secrets of the Lost Races" (Abb. 2) erschien, quasi gegen einen massiven Trend in der populär- und grenzwissenschaftlichen Literatur zur alternativen Ur- und Frühgeschichtsforschung an; wurden damals doch derartige Relikte fast durchgehend im Sinne der Paläo-SETI-These als Hinterlassenschaften von 'Astronauten-Göttern' interpretiert.

Abb. 3 Das Froncover des Folgewerks (1982) zu Secrets of the Lost Races

Noorbergens Betrachtungs-Ansatz war anders [4] und ging mit einer massiven Kritik schulwissenschaftlicher Urgeschichtsforschung einher. Schon damals erkannte er deutlich ihren paradigmenfixierten Charakter und die Tatsache, dass sie an wirklich neuen, tiefer greifenden Erkenntnissen für gewöhnlich keinerlei Interesse hat. So bemerkte er beispielsweise: "Unsere Zeitnische in den Äonen nicht aufgezeichneter Zeit ist in der Tat zu einer Epoche schiefer Informationen geworden. Mit ständig zunehmender Häufigkeit werden neue Hypothesen geprüft, aktuelle wissenschaftliche Theorien geändert und neue Formeln konstruiert, aber alles nur mit dem Ziel, zuvor akzeptierten Theorien zu beweisen..." [5]

Und weiter heißt es bei ihm: "Seit mehr als einem Jahrhundert haben orthodoxe Historiker im Wesentlichen nur einem einzigen Korpus historischer Tatsachen behandelt - Fakten, die den Anforderungen ihrer vorgefassten hypothetischen Bezugsystems gerecht werden und ihnen anzeigen, dass der Mensch von heute das Ergebnis eines evolutionären Prozesses ist, der uns sowohl intellektuell als auch physisch von einer niedrigeren Ordnung von Wesen nach oben gebracht hat. Millionen von Jahren stecken in dieser hypothetischen Sicht der Geschichte, und auch wenn die Historiker den Vorhang der aufgezeichneten Geschichte nicht weiter zurückziehen können als 6.000 Jahre, halten sie standhaft an ihren Theorien fest, da ihr programmierter Verstand einfach keine andere Erklärung für die technologische und kulturelle Entwicklung des Menschen zu akzeptieren vermag." [6]

Es erscheint im Nachhinein bedauerlich, dass Noorbergen sich als Autor später nicht intensiver mit dieser Materie befasste (der Primhistorik, insbesondere im Spannungsfeld mit konventioneller akademischer Forschung), sondern sich stattdessen wieder verstärkt Themen wie der Arche Noah, Nostradamus und Weltuntergangsprophezeiungen sowie -szenarien zuwandte, mit denen er sich kaum von der Masse ähnlich orientierter Autoren abheben konnte. Wenn man bedenkt, wie häufig er bzw. von ihm entdeckte und recherchierte OOParts in der späteren Literatur zitiert wurden und werden [7], hätte er, würde er den mit "Secrets of the Lost Races" eingeschagenen Weg konsequent weiterverfolgt haben, vermutlich ähnliche Popularität erlangen können wie Charles Berlitz oder Robert Charroux.


Bibliographie


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: The Internet Speculative Fiction Database (isfdb), unter: Rene Noorbergen - Summary Bibliography (abgerufen: 23. Juli 2015)
  2. Anmerkung: HarperCollins Publishers, einer der Verlage, in denen Noorbergen publizierte, präsentierte ihn der Leserschaft 1987 pointiert als "expert Ark-ologist" (= sachverständigen Arche-ologen).
  3. Quelle: Amazon.com, unter: Ellen G. White: Prophet of Destiny Paperback – June, 2001 by Rene Noorbergen (Author), Abschnitt: Editorial Reviews - About the Author (abgerufen: 24. Juli 2015)
  4. Anmerkung: Zu betonen ist, dass Noorbergen einer der ersten Grenzwissenschafts-Autoren war, die de facto die Vorstellung einer 'menschheits- und zivilisationsgeschichtlichen Tiefenzeit' verfochten, auch wenn er diesen Begriff natürlich noch nicht kannte und verwendete.
  5. Quelle: Renee Noorbergen, Secrets of the Lost Races: New Discoveries of Advanced Technology in Ancient Civilizations, TEACH Services, Inc., 2001, S. 2 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Quelle: ebd.
  7. Siehe dazu z.B.: "Wer schoss auf den 'Broken Hill Man'?" (bb); "Mysteriöse Artefakte aus der Vorzeit und die Fähigkeiten des "primitiven" Urmenschen" (Carl E. Baugh); sowie: "Die unmögliche Siedlung von Starveco in Jugoslawien" nach Rene Noorbergen

Bild-Quellen:

1) Oil Is Mastery, unter: Rene Noorbergen
2) Bildarchiv Atlantisforschung.de
3) Bildarchiv Atlantisforschung.de