Sodom und Gomorra

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von Tony O’Connell

Abb 1 "The Destruction Of Sodom And Gomorrah" - Dieses Gemälde von John Martin aus dem Jahr 1852 ist wohl die mit Abstand beeindruckendste künstlerische Darstellung der Mega-Katastrophe von Sodom und Gomorra.

Sodom und Gomorra bildeten zusammen mit Zoar, Admah und Zeboim die 'Städte der Ebene', auf die in der Bibel Bezug genommen wird, und es wird angenommen, dass sie vor ihrer Auslöschung (abgesehen von Zoar) in einer katastrophischen Episode des 2. Jahrtausend v. Chr. Im Jordantal existierten. Religiöse und rationale Erklärungen wurden angeboten, um das desaströse Ereignis (Abb. 1) zu erklären. Meine bevorzugte Erklärung ist, dass eine Begegnung mit einem außerirdischen Körper wie einem Kometen oder Asteroiden ihre Verwüstung verursachte [1].

Im Oktober 2015 wurde berichtet, dass die Standorte von Sodom und Gomorrah endlich lokalisiert worden seien [2]. Im November 2018 gab es eine weitere Behauptung [3], dass Sodom und möglicherweise auch andere 'Städte der Ebene' durch die Detonation eines meteorischen Körpers in der Atmosphäre zerstört worden seien, ähnlich wie bei den Ereignissen in Tunguska oder in Tscheljabinsk. Diese Katastrophe ereignete sich nach Angaben des Archäologen Phillip Silvia (Abb. 2) von der Trinity Southwest University, Albuquerque, nördlich des Roten Meeres im heutigen Jordanien.

Abb. 2 Der Archäologe Prof. Phillip Silvia von der Trinity Southwest University, Albuquerque, erforscht die Katastrophe von Sodom und Gomorra.

Die Schlussfolgerungen von Silvia wurden von Dr. Steven Collins [4] bestätigt, der am Standort Tell el-Hammam Ausgrabungenen vorgenommen hat und seine Ergebnisse in seinem gemeinsam mit Dr. Latayne C. Scott verfassten Buch Discovering the City of Sodom [5] beschreibt.

In Atlantis and other Lost Worlds [6] behauptet Frank Joseph, dass der Komet Encke im Jahr 1198 v. Chr. "eine Anzahl von Meteor-Treffern entlang des Mittelatlantischen Rückens bewirkt, wobei möglicherweise auch Atlantis selbst [getroffen wird] und Plato zufolge, innerhalb >eines einzigen Tages und einer Nacht< untergeht. Die Katastrophe ist global und schließt die Zerstörung der biblischen Städte Sodom und Gomorra ein.“ Joseph stützt sich auf die Studien zweier schwedischer Geologen, Thomas B. Larsson und Lars Franzén.

Die Verbindung von Sodom mit Atlantis ist nicht neu. Carl Friedrich Baër (1719-1797), Pastor an der lutherischen Kapelle der schwedischen Botschaft in Paris, war möglicherweise der erste, der eine Verbindung zwischen dem Untergang von Atlantis und der Zerstörung von Sodom und Gomorra vorschlug.

Eine ähnliche Theorie wurde von Roger M. Pearlman in einer Broschüre aus dem Jahr 2018 [7] vorgeschlagen. In diesem schwer lesbaren Büchlein schlägt der Autor vor, einen Zusammenhang zwischen der Zerstörung von Sodom & Gomorra sowie von Atlantis herzustellen, Atlantis ins Jordantal zu platzieren und eine Gleichsetzung von Abraham mit Atlas vorzunehmen: „Wenn Atlas, wie in Platos Arbeit beschrieben, auf einer historischen Figur basierte, erfüllt nur Abraham wichtige Kriterien."

Übrigens veröffentlichte William Comyns Beaumont 1948 mit Britain - The Key To World History [8] ein außergewöhnliches Buch, in dem er unter anderem behauptete, Edinburgh sei das ursprüngliche Jerusalem, London sei Damaskus und dass, was ziemlich beunruhigend erscheint, Bristol Sodom gewesen sei.


Siehe zu diesem Thema auch:


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde seiner atlantologischen Online-Enzyklopädie Atlantipedia.ie entnommen, wo er am 20. Oktober 2019 unter dem Titel "Sodom & Gomorrah" erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de am 22. Oktober 2019.

Fußnoten:

  1. Siehe: Matthew Gaskill, "Biblical Sin City of Sodom Destroyed by Giant Meteor says Archaeologist", 28. Dezeber 2018, bei thevintagenews.com (abgerufen: 22. Oktober 2019)
  2. Siehe: Mariló TA, "Archaeologists Claim to have Discovered the Location of the Biblical City of Sodom", 11. Oktober 2015, bei ancient-origins.net (abgerufen: 22. Oktober 2019)
  3. Siehe: o.A., "Scientists: Sodom destroyed by 'superheated blast from skies'", 23. November 2018, bei: WND (nicht mehr online: archiviert bei archive.org; abgerufen: 22. Oktober 2019)
  4. Siehe: Andreas Müller, "Bibel-Archäologe will Sodom entdeckt haben", 15. Oktober 2015, bei grenzwissenschaft-altuell.de (abgerufen: 22. Oktober 2019)
  5. Siehe: Steven Collins und Latayne C. Scott, "Discovering the City of Sodom: The Fascinating, True Account of the Discovery of the Old Testament's Most Infamous City", Simon and Schuster, 2016
  6. Siehe: Frank Joseph, "Atlantis and Other Lost Worlds: New Evidence of Ancient Secrets", Arcturus Publishing, 30.09.2008; Neuauflagen: Arcturus Publishing, 2013, Arcturus Publishing 2014, Kindle, 2017, Arcturus Pub. 2018
  7. Roger M. Pearlman, "Plato’s Atlantis Legend Resolution: Abraham is the Real Atlas", TB, Selbstverlag, 2018
  8. Siehe: Comyns Beaumont, "Britain - The Key To World History", London etc. (Rider & Co.), 1948 (Das Buch ist bei Archive.org in digitalisierter Form frei abrufbar.)

Bild-Quellen:

1) Megapixie (Uploader) / Bogomolov.PL (Bearbeitung) bei Wikimedia Commons, unter: File:John Martin - Sodom and Gomorrah.jpg (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) researchgate.net, unter: Phillip Silvia