Versunkene Vorzeit-Relikte in kanarischen Gewässern

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Das Rätsel der Guanchen, Teil VIII

(bb) Wenn die Kanarischen Inseln und ihre Bewohner tatsächlich etwas mit einer weit prähistorischen Urkultur wie dem legendären Atlantis zu tun hatten, dann ergibt sich natürlich auch die Frage nach archäologischen Evidenzen dafür. So stellte beispielsweise William H. Babcock 1922 vorsichtig zur Inselwelt des östlichen Atlantik, namentlich über "die Azoren, Madeira und ihre Konsorten, die Kanarischen Inseln" fest: "Einige von ihnen müssen problemlos in Reichweite von Atlantis gelegen haben, sofern Atlantis existiert hat. [...]

Abb. 1 Diese Karte aus dem Werk von [Lewis Spence] zeigt u.a. die Meerestiefen im Großraum der Kanaren und der nordwest-afrikanischen Küsten. Hier können sich noch innerhalb rezenter Zeiträume gewaltige, geologische Veränderungen (Landabsenkungen) ereignet haben.

Auch wenn wir eine große Übertreibung zulassen, und lediglich von einer großen und tüchtigen Bevölkerung in einem riesigen Insel-Territorium ohne den beschriebenen Überfluss an Pracht ausgehen, so hätte ein solches Volk sicherlich irgend eine Art nachhaltiger Denkmale oder Relikte jenseits ihrer Grenzen hinterlassen. Derartiges gefunden hat man weder auf diesen Inseln der ostatlantischen Archipele noch sonstwo in jenem Teil der Welt." [1]

Diese Behauptung steht nun ebenso auf dem 'Prüfstand' wie die Annahme, die Kanaren-Inseln hätten etwas mit der vermuteten 'Mutter-Kultur' des Atlantik-Raums zu tun. Halten wir zunächst dazu fest: die Isolation der Guanchen scheint, wie festgestellt, ein relativ spätes kulturelles Phänomen darzustellen, das kaum bis in die Zeit eines zu vermutenden Ur-Atlantis zurückreichen kann. Ihre fernen Vorfahren sollten jedoch (unserer These nach) als vermutliche Post-Atlantiden äußerst fähige Seefahrer, Schiff- oder Floß-Bauer und Nautiker gewesen sein. Wenn diese These zutreffen soll, müssten wir, selbst unter ungünstigsten Umständen, noch IRGENDWELCHE archäologisch auswertbaren Spuren finden können, die ein derartiges Szenario stützen.

Wie überall auf dem Globus, wo wir nach Spuren vieler Jahrtausende alter Seefahrer-Kulturen Ausschau halten, dürfen wir uns dabei auch bei den Kanarischen Inseln keineswegs an den heutigen Küstenlinien orientieren. Der enorme Anstieg der Meeres-Spiegel seit dem Beginn der großen, endglazialen Gletscherschmelze ist eine allgemein (von Konformisten UND Nonkonformisten) akzeptierte Tatsache, die nur noch en detail diskutiert wird. Wir können jedenfalls davon ausgehen, dass noch in der späten 'Eiszeit' große Teile des, heute überfluteten, afrikanischen Kontinental-Schelfs (Abb. 1) trockenes Land waren, zu dem auch ein "kanarisches Randgebirge" gehörte. Außerdem müssen wir vermutlich tektonische Ereignisse ins Auge fassen, die zu plötzlichen und großmaßstäblichen Landabsenkungen in diesem Gebiet geführt haben könnten.

Abb. 2 Diese Skizze zeigt (rechts) eine Stein-Struktur vor Lanzarote in 22 Meter Wassertiefe und (links) die Frontansicht einer dreistufigen Struktur.

Bereits der französische Geologe Pierre-Marie Termier plädierte vergeblich für ein katastrophistisches Modell zur jüngsten geologischen Vergangenheit des Atlantik. [2] Dabei beschreibt er u.a. "eine uralte Kontinental-Verbindung zwischen Europa und Nordamerika und ... eine andere, ebenfalls sehr alte, Kontinental-Verbindung zwischen der afrikanischen Landmasse und Südamerika ... Dadurch wurde das Gebiet des Atlantik, bevor eine Ära der Vernichtung begann, von der wir nicht wissen, wann sie anfing, deren Ende aber das Tertiär war, von einer kontinentalen Landmasse beherrscht, die im Süden von einer Berg-Kette begrenzt, und die lange vor den vulkanischen Landgebieten völlig überflutet wurde, von denen die Azoren letzte Überreste zu sein scheinen. An der Stelle des Südatlantischen Ozeans bestand gleichermaßen, über viele hunderttausend Jahre hinweg, ein großer Kontinent, der jetzt, von der See verschlungen, in großer Tiefe liegt." [3]

Prof. Charles Schuchert, ebenfalls ein bekannter Geologe seiner Zeit, stimmte damals Termier in einigen Punkten zu - zumindest was die Kanarischen Inseln angeht. Er stellte fest: "Die Azoren sind echte Vulkan- und Meeresinseln, und es ist annähernd sicher, dass sie niemals eine Landverbindung mit den Kontinenten auf irgendeiner Seite des [|Atlantis im Atlantik|Atlantiks]] hatten. Wenn es eine Wahrheit in Platons ergreifender Beschreibung gibt, dann müssen wir an der Westküste Afrikas nach Atlantis suchen, und hier finden wir, dass fünf der Kapverdischen Inseln und drei der Kanaren Felsen aufweisen, die unverwechselbar denjenigen gleichen, wie sie auf den Kontinenten üblich sind." [4]

Da die dringend gesuchten Objekte atlantologischer Begierde also offenbar auf dem heutigen Meeresgrund zu suchen sind, müssen wir schon auf die Hilfsmittel moderner Unterwasser-Forschung zurückgreifen, wenn wir auf Ergebnisse hoffen wollen. Und tatsächlich: Bereits in den 1980er Jahren gelangen auf diese Weise einige faszinierende Funde, die unsere Annahme stützen könnten: "1981 war es eine Tauchergruppe unter Führung von P. Cappellano, die vor den Kanarischen Inseln Felsplatten mit unbekannten Symbolen aufspürte, sowie eine Treppe, die in unbekannte Tiefen führte. Vierhundert Meilen vor der portugiesischen Küste fand eine sowjetische Forschergruppe unter Boris Asturua eine versunkene Stadt mit noch erkennbaren Straßen." [5]

Bei dem Paläo-SETI-Forscher und Sachbuch-Autor Johannes von Buttlar findet sich ein ergänzender Hinweis auf Cappellanos Entdeckung. Es heißt dort: "Wegen eines plötzlich aufkommenden Orkans mußte 1981 ein von P. Cappelano geleitetes privates italienisches Forschungsteam auf dem Weg in die Karibik vor der kanarischen Insel [ Lanzarote] anlegen. Als sich der Sturm gelegt hatte, entdeckten die Privatforscher beim Tauchen in fünfzehn Meter Tiefe unerwartet eine mehr als 80 Quadratmeter große Fläche sorgfältig verlegter, riesiger Steinplatten auf dem Meeresboden. Zudem stießen sie auf eine Art »Allee«, von der breite Steinstufen abwärts führten. Handelte es sich um die Überreste einer prähistorischen Stadt?" [6]

William R. Corliss, ein renommierter Anomalist aus den USA, wies schließlich 1988 auf eine Veröffentlichung in der alternativ-archäologischen Zeitschrift Kadath [7] aus Belgien hin, die im Vorjahr unter dem Titel "LANZAROTE: UN NOUVEAU BIMINI?" erschienen war: "Auch hier findet man eine untergegangene, der Bimini [Road]-ähnliche, Reihe aus offenbar von Menschen gemachten Steinblöcken. Etwa 22 Meter tief, sind die Blöcke in einer Art Treppenaufgang arrangiert, wie in der Abbildung gezeigt. (Abb. 2) Die Stufen sind jedenfalls 40 cm hoch, ein zu großer Schritt für einen Menschen. Ist diese Struktur ein überflutetes Pier, ein Altar, oder etwas anderes. Niemand weiß es. Möglicherweise relevant ist eine dem Stil nach olmekische Statuette, die ebenfalls in Lanzarotes Gewässern gefunden wurde." [8]

Vermutlich werden in naher Zukunft weitere Funde hinzukommen, denn ähnlich wie im Bereich der Bahamas haben Atlantologen, alternative Erd- und Menschheits-Geschichtler sowie Primhistoriker inzwischen 'Blut geleckt' und in der Nachfolge Heyerdals mit der alternativ-historischen Erschließung des Gebiets der heutigen Kanaren-Inseln begonnen. Es scheint also nur eine Frage der Zeit - und des für Unterwasser-Forschung notwendigen Geldes - zu sein, bis wir mit neuen, spektakulären Entdeckungen von dort rechnen dürfen; Entdeckungen, die uns mit einiger Sicherheit auch der definitiven Klärung des Atlantis-Rätsels näher bringen werden.


Ende


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: P. Termier, S. 228, 229, übersetztes Zitat nach: Willam H. Babcock, "Legendary Islands of the Atlantic - A Study in Medieval Geography", University Press of the Pacific, Honolulu/Hawaii, 2002 (Ersterscheinung 1922), S. 20
  2. Siehe dazu: Atlantis - Teil I und Atlantis - Teil II von William H. Babcock)
  3. Quelle: Geographical Review, Vol. 3 / 1917, S. 65; übersetztes Zitat nach: Willam H. Babcock, op. cit., S. 20/21
  4. Quelle: Klaus Aschenbrenner, "Das neue Bild von Atlantis", König Communications
  5. Quelle: Johannes v. Buttlar, "Adams Planet - Das Paradies lag auf Phaeton", Wilhelm Heyne Verlag (München), 1998 (Erstveröffentl. 1991), S. 195, 196
  6. Quelle: William R. Corliss, Science Frontiers Nr.58, Juli / Aug. 1988, nach http://www.science-frontiers.com/sf058/sf058a02.htm
  7. Anmerkung von Corliss: "Der Name 'Kadath' stammt ursprünglich aus den Schriften von H. P. Lovecraft, einem fast vergessenen, hoch imaginativen amerikanischen Schriftsteller. Kadath war Lovecrafts große Stadt der Alten."
  8. Quelle: Alf Bajocco; "Lanzarote: un Nouveau Bimini?" Kadath, no. 66, S. 6, Winter 1987, zitiert nach Corliss (s.o.)

Bild-Quellen:

1) Lewis Spence, "The History of Atlantis", Adventures Unlimited Press, Atlantis Reprint Series
2) William R. Corliss, Science Frontiers, online unter: http://www.science-frontiers.com/sf058/sf058a02.htm